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Kooperation mit Banken Finanzen bald über Facebook regeln?

Legende: Audio «Das Angebot soll auch für andere Firmen zugänglich werden» abspielen. Laufzeit 03:35 Minuten.
03:35 min, aus SRF 4 News aktuell vom 07.08.2018.

Geht es nach Facebook, soll man in Zukunft über den Messenger mit seiner Bank kommunizieren können: etwa, um den Kontostand abzufragen oder die letzte Kreditkarten-Belastung. Facebook soll mit verschiedenen US-Banken in Kontakt stehen, wie das «Wall Street Journal» berichtet. SRF-Digitalredaktor Peter Buchmann erklärt, was das soziale Netzwerk plant – und was dagegen spricht.

Peter Buchmann

Peter Buchmann

SRF-Digitalredaktor

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Peter Buchmann arbeitet seit 2013 bei der SRF-Digitalredaktion. Zuvor war er als Entwickler tätig. Buchmann blickt auf ein Studium der Japanologie, Sinologie und Informatik zurück.

Das will Facebook: Das Unternehmen beabsichtigt laut eigenen Angaben nicht, Daten zu den finanziellen Verhältnissen seiner Nutzer zu sammeln oder zu verkaufen. Facebook will seinen Nutzern eine weitere nützliche Funktion anbieten. Damit erhofft es sich, im Alltag relevant zu bleiben und die Bindung zu den Nutzern zu stärken. Facebook als Plattform für Kundenkontakte will sich nicht auf Banken beschränken. Das Angebot soll auch für andere Firmen zugänglich sein.

Das würde sich ändern: Niemand würde gezwungen, über Facebook mit seiner Bank zu kommunizieren, der Dienst wäre fakultativ. In den USA und Grossbritannien kann man schon seit rund drei Jahren Geld via Messenger übermitteln. Auch das ist ein Angebot für den Alltag: Zum Beispiel, wenn der Arbeitskollege über Mittag für alle eine Pizza geholt hat und jeder dann seinen Anteil bezahlt. Damit das funktioniert, müssen alle ihre Kreditkarte hinterlegen.

Schriftzug "J.P. Morgan Chase and co."
Legende: Die grösste US-Bank J.P. Morgan hat Facebook bereits eine Abfuhr erteilt. Keystone

Ein schlechter Zeitpunkt: Das Image von Facebook hat in den letzten Monaten stark gelitten. Fake News, die mögliche Beeinflussung der US-Wahlen und der Skandal um die Datenfirma Cambridge Analytica haben das Vertrauen der Nutzer in das soziale Netzwerk untergraben. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bei der Bewältigung dieser Krise keine gute Figur gemacht. Darum ist es ein denkbar schlechter Zeitpunkt für Facebook, um mit einem solchen Dienst an die Öffentlichkeit zu gelangen.

Angebot in Europa offen: Ob die neuen Datenschutz-Bestimmungen in der EU Facebook für ein hiesiges Angebot einen Strich durch die Rechnung machen, ist schwer abzuschätzen. Es sind noch zu viele Fragen offen, was den Datenschutz betrifft. Zurzeit kann man sich die Kooperation von Facebook mit europäischen Banken aber nur schwer vorstellen. Facebook muss sich zuerst mit tiefgreifenden Massnahmen um das verlorene Vertrauen der Nutzer kümmern. Erst dann könnte das Angebot bei Anwendern auf Akzeptanz stossen.

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