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Krebs wegen Glyphosat? Prozess gegen Monsanto geht in die nächste Runde

Legende: Audio Aus dem Archiv: «Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen» abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
03:15 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.10.2018.
  • Der Pharmakonzern Monsanto geht gegen seine Verurteilung im Glyphosat-Prozess in Berufung.
  • Die Bayer-Tochter war zu einer Schadenersatzzahlung von zunächst 289 Millionen Dollar an einen Geschädigten verurteilt worden.
  • Der Fall um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters wird nun im Februar erneut vor einem US-Gericht verhandelt.
Der ehemalige Hausmeister Dewayne Johnson
Legende: Der ehemalige Hausmeister Dewayne Johnson brachte die Bayer-Tochter Monsanto vor Gericht in Bedrängnis. Keystone

Erst im Oktober hatte ein Gericht überraschend ein Urteil gegen Monsanto bestätigt, in dem erstmals Glyphosat für die Krebserkrankung eines Klägers verantwortlich gemacht wurde. Die Strafsumme wurde aber von zunächst 289 Millionen Dollar auf 78 Millionen verringert. Beim Kläger handelt es sich um den ehemaligen Hausmeister Dewayne Johnson.

Die Jury urteilte, glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel wie Roundup und RangerPro hätten «wesentlich» zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen. Monsanto – seit Juni Tochter des deutschen Chemiekonzerns Bayer – habe nicht vor der Gefährlichkeit der Herbizide gewarnt und dabei mit «Heimtücke» gehandelt.

9300 weitere Glyphosat-Klagen

Seit dem ersten Urteil im August brach der Bayer-Aktienkurs um mehr als 30 Prozent ein. Derweil weist Monsanto die Vorwürfe weiterhin zurück. Der Konzern betont, er sei «nach wie vor davon überzeugt, dass das Urteil im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen steht». Ausserdem hat Bayer immer wieder beteuert, das Glyphosat sicher sei.

Bayer-Gebäude.
Legende: Der Aktienkurs von Bayer brach nach dem ersten Urteil um über 30 Prozent ein. Keystone

In den USA sind rund 9300 Klagen wegen Glyphosat anhängig. Das Mittel zählt zu den am meisten eingesetzten Unkrautvernichtern in der Landwirtschaft.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Luzian Wasescha (Oberländer)
    Solange nicht bewiesen ist das Glyphosat krebserregend ist, sehe ich keinen Handlungsbedarf. Und Gemüse wollt Ihr ja alle Essen oder? Dank US Justiz ist es natürlich lukrativ Millionenklagen einzureichen. Auch wenn Johnson nur $500000 bekommt, hat er seinen Erfolg.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Seinen Erfolg? Er hat Lymphdrüsenkrebs im Endstadium und wird daran sterben. 500'000 dürfte gerade mal für die Arztkosten reichen.
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    2. Antwort von Peter Dutler (PeDu)
      Sie tun ja gerade so als ob Gemüse nur unter Verwendung von Glyphosat gedeiht. Ich kann Ihnen glaubhaft versichern das bei uns im Garten verschiedenes Gemüse wächst, ohne irgendwelchen Spritzmittel. Nicht immer makellos, zugegeben, aber immer geschmackvoll und frei von Giften.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die Frage ist doch: Wann wird weltweit gehandelt von den zuständigen Verantwortlichen, mittels einem klaren VERBOT von sämtlichen (der Masse an....gesundheitschädigenden chemisch-pharmazeutischen Produkten? Wann reagiert das gesamte "Gesundheits-Wesen" der Schweiz zum "WOHL" der Schweizer Bevölkerung, gegen die Masse an verwendeten Giften" (LW - Lebensmittel-und andere Industrien)??
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    1. Antwort von Beat Kessler (KLERUS)
      Die Antwort ist einfach, nämlich nie! Warum auch, zu einfach ist es Politiker mit Verwaltungs.- und Beratungsposten zu kaufen! MfG
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es gibt nur eine echte Haltung/Handlung = ein sofortiges weltweites VERBOT von GLYPHOSAT und CO!! Mit keinem Geld der Welt, kann man - durch die vielfältig gesundheitsschädigende "Chemie"- krebsgeschädigte Menschen durch Industrieen - Wirtschaft - Chemie-Landwirtschaft und Co gesund machen!! STOP der Zerstörung von Natur - Tier ud Mensch durch die "Masse an chemisch-pharmazeutischen Giften"!! Wann handeln in der Schweiz die Zuständigen: BAG - BAFU -Parlament - Bundesrat - BLW - BLV und Co...?
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