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Postcom will gleich lange Spiesse für Post und Private
Aus Rendez-vous vom 17.06.2019.
abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
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Kritik von Aufsichtsbehörde Post gerät noch mehr unter Druck

Die Aufsichtsbehörde Postcom kritisiert monopolähnliche Zustände. Private Anbieter wie DHL seien benachteiligt.

Die Schweizerische Post ist längst nicht mehr konkurrenzlos. Bei den Päckli und bei Briefen über 50 Gramm hat sie private Konkurrenz von Quickmail, DHL, FedEx und weiteren Anbietern.

Doch so richtig fair sei dieser Wettbewerb nicht, findet die Post-Aufsichtskommission Postcom. An ihrer Jahresmedienkonferenz verlangt sie Schritte zu Gunsten der privaten Konkurrenz.

Mann vor Mikofon.
Legende: Postcompräsident Hans Hollenstein kritisiert die Post und fordert einen fairen Wettbewerb. Keystone

Für den Präsidenten Hans Hollenstein ist klar: «Es besteht ein Wettbewerb, aber die privaten Anbieter haben nicht die gleich langen Spiesse». DHL, FedEx, Quickmail und Co. sollten günstiger Anlagen der Post mitbenutzen dürfen.

Monopolstellung der Post

«Ein Beispiel sind die Postfachanlagen, bei welchen viel zu hohe Preise bezahlt werden müssen.» Ebenfalls problematisch seien Briefkästen in Mehrfamilienhäusern. «Diese sind häufig in Wohnblocks hinter einer Glaswand, wo nur Verträger der gelben Post Zutritt haben.»

Die Mängelliste der Postcom geht weiter. Die Post gewähre Grosskunden «kombinierte Rabatte» auf leichte Briefe sowie auf schwere Sendungen und Pakete. Das sei unfair, denn die Konkurrenz könne solche Kombirabatte gar nicht anbieten, weil sie keine leichten Briefe spedieren darf – die Post hat dort das Monopol.

«Angemessener Betrag für Infrastruktur»

Die Postcom will mehr Wettbewerb. Das freut Peter Sutterlüti, Präsident des Verbands der privaten Post-Dienstleister «KEP und Mail». Die Unterstützung der Postcom sei wichtig: «Ich habe Hoffnung, dass wir da weiterkommen. Wir werden auch auf der politischen Bühne aktiv werden.»

Die Post selbst reagiert reserviert auf die Kritik der Aufsichtsbehörde. Man stelle sich überhaupt nicht gegen Wettbewerb, sagt Konzernsprecherin Mascha Foursova. Bei über 90 Prozent der Dienstleistungen sei man der Konkurrenz ausgesetzt. «Deshalb besteht die Post darauf, dass für die Benutzung unserer Infrastruktur ein angemessener Preis bezahlt wird.»

Postverträger.
Legende: Die Post fordert für die Benutzung ihrer Infrastruktur einen angemessenen Betrag. Keystone

Aus Sicht der Postcom aber sind die Preise zu hoch. Wie die privaten Anbieter will auch die Aufsichtsbehörde, dass die Politik eingreift. Allerdings hat das Parlament vor anderthalb Jahren – genauer der Ständerat – Änderungen zu Gunsten der Privaten abgelehnt.

Postcompräsident Hollenstein aber beeindruckt das nicht: «Wenn etwas ungerecht ist, sind wir als unabhängige Behörde unbeugsam.» Man werde nicht schweigen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Kreuter  (KallePalle)
    In die öffentlichen Hände gehören: STROMVERSORGUNG und WASSERVERSORGUNG, alle anderen Dienstleistungen können private Unternehmen ebenfalls erbringen. Die SWISS POST ist da in keiner schlechten Wettbewerbssituation, man muss nur wollen.
  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    DHL kann immerhin fast franko gratis auf den Strassen herumrasen und die Hausglocken missbrauchen. Ich lehne solche Auswüchse ab und bestelle nur dort wo Postzustellung stattfindet.
    1. Antwort von Silvan Marty  (Silvan Marty)
      Sie bezahlen auch strassensteuer und Vignette... Die Post hat eher spezial Rabatt..
      Wegen hausglocken missbrauchen - müssen sie ja, da nur die post passport Schlüssel hat für türöffnung.. Sollten sie besser 3mal hinfahren...
  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Zu beachten ist auch folgendes, dass bei der noch grösserer Konkurrenz beachtet werden muss: Ich kenne eine kleinere Firma, die etwas abgelegen ist. Ihre Ware bekommt sie von den Lieferanten per Post. Es kann passieren, dass am gleichen Tag die Post, DHL, DPD und eventuell noch andere geliefert. Ich frage mich immer, ob dies ökologisch sinnvoll ist, wenn mehrere Postzusteller zum gleichen Kunden fahren.
    1. Antwort von Silvan Marty  (Silvan Marty)
      Wenn die Post nicht zu gerechten Preisen die "letzte Meile" Zustellung übernimmt!
      Die Post will eher nicht zusammen arbeiten...
      Die Post selber schliesst Filialen!