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Wer ist Janet Yellen?
Aus Tagesschau vom 25.11.2020.
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Künftige US-Finanzministerin Janet Yellen: Erfahren, sachlich, respektiert

Die ehemalige Notenbankchefin soll Joe Bidens Finanzministerin werden. Auf diese Frau können sich offenbar alle einigen.

Sie leitete vier Jahre lang die US-Notenbank Fed und hinterliess eine stabile Wirtschaft mit tiefen Arbeitslosenzahlen. Jetzt soll die 74-jährige New Yorkerin im Januar US-Finanzministerin werden.

So vermeldete es das «Wall Street Journal» am 23. November. Offenbar bestehen an dieser Entscheidung keine Zweifel, auch wenn es noch keine offzielle Bestätigung von der künftigen Regierung gibt.

Freundlich, aber durchsetzungsfähig

Janet Yellen gilt als freundliche, aber durchsetzungsfähige Wissenschaftlerin, die einiges in Bewegung bringen könnte.

Die Wirtschaftwissenschaftlerin mit Stationen an zahlreichen renommierten Universitäten des Landes wie Yale und Harvard ist ist seit mehr als 40 Jahren mit George Akerlof verheiratet, seit 2001 Wirtschaftsnobelpreisträger. Sie gilt als unpolitisch und polarisiert entsprechend wenig.

Sie wäre die erste Frau auf diesem Posten – eine weitere Premiere, nachdem sie bereits die erste Wirtschaftsberaterin von Präsident Bill Clinton sowie die erste Direktorin der Notenbank Federal Reserve gewesen ist.

Donald Trump verhinderte zweite Amtszeit

Von 2014 bis 2018 bestimmte Janet Yellen die Geldpolitik des Landes. In dieser Zeit sorgte sie durch tiefe Zinsen für wirtschaftlichen Aufschwung. Die Arbeitslosigkeit sank.

Dennoch war nach einer Amtszeit Schluss, Präsident Donald Trump nominierte sie nicht mehr für weitere vier Jahre und machte an ihrer Stelle Jerome Powell zum Direktor des Fed.

Janet Yellen ist die Beseitigung von Ungleichheit und Armut ein wichtiges Anliegen. Zudem untersucht sie den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationabank, Philipp Hildebrand, kennt Janet Yellen seit zwanzig Jahren und hat kürzlich gemeinsam mit ihr einen Bericht über Klimawandel und die Finanzindustrie verfasst.

Janet Yellen wird eine zutiefst seriöse Finanzministerin sein.
Autor: Philipp HildebrandEhem. Präsident SNB

Er schreibt auf Anfrage: «Janet Yellen wird eine zutiefst seriöse Finanzministerin sein, die aus einem enormen Erfahrungsschatz schöpfen kann und das Wohlergehen der Gesellschaft zu ihrem Leitmotiv machen wird. Ihre Nomination ist sowohl für die USA wie auch die internationale Gemeinschaft eine äusserst positive Nachricht.»

Auf ihr ruhen grosse Hoffnungen, auch in der Corona-Pandemie für wirtschaftliche Erholung zu sorgen. Entsprechend hat die Börse bereits positiv auf die – notabene unbestätigte – Nachricht reagiert.

Es wäre eine Überraschung, wenn sie nicht rasch nach Stellenantritt ein umfangreiches Konjunkturpaket ankündigen würde.

Einschätzung aus New York

«Anders als ihr Vorgänger Steven Mnuchin schlägt das Herz von Janet Yellen doch eher sozialer. Mnuchin war eher auf die Business-Seite, auf die Unternehmen fokussiert.

Janet Yellen, das hat man in ihrer Zeit gesehen als Notenbankchefin, geht es vor allem um die Leute, es geht ihr um den Arbeitsmarkt.

Die Frage wird nur sein, bei einem wahrscheinlich weiterhin gespaltenen Kongress, was sie dann wirklich von ihren Plänen realisieren kann.»

Einschätzung von US-Börsenkorrespondent Jens Korte aus New York.

Tagesschau, 25.11.2020

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Ich bin zwar kein Ökonom, aber ich habe ein induktives Verständnis für Grössen. Die Sacha mit einer Hyperinflation ist längst noch nicht vom Tisch. Zur Zeit mögen wir eine Art Deflation haben, die Geldmenge M1, sagen die Ökonomen wohl dazu, geht exponentiell in die Höhe, die Umlaufgeschwindigkeit ist eher sehr langsam. Fazit, es kann noch einige Monate so weiter gehen, wenn es aber mal wechselt dann ist die Hyperinflation über Nacht da..
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Nicht nur in der Medizin kündigt sich viel Neues an auch in den Geldsystemen. Mathematisch betrachtet kommen einige Finanzblöcke sehr bald an die Grenzen des Machbaren, wie zum Beispiel die EZB, das kann man mathematisch voraussehen, damit muss der Seerosenweiherr auch saniert werden, sonst ersticken die Fische. Digitales Zentralbankengeld könnte tatsächlich die Zukunft sein.
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  • Kommentar von René Lüthi  (Ron)
    Ich glaube nicht, dass Amerika nun besser oder schlecher als andere politisieren. Spannend finde ich einfach, dass es unter dem Deckmantel Demokratie so offen und ungefiltert präsentiert wird. Man hat fast das Gefühl man kenne die Akteure dieses Theaters persönlich und man will sich eine Meinung bilden. Gute Person, schlechte Person.
    Passt jetzt ev. nicht zum Artikel aber ich wollte das nur sagen. Schön, dass man das in der Schweiz noch kann.
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