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Aluminium-Rollen in einer Werkhalle
Legende: Die Massnahmen des Bundes gegen Russland trifft hauptsächlich die Industrie. Keystone
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Wirtschaft Massnahmen gegen Russland schaden Schweizer Unternehmen

Die Erweiterung der Massnahmen gegen Russland wird vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse mitgetragen. In der Industrie, die davon am stärksten betroffen ist, befürchtet man aber eine längerfristige Schädigung der Geschäftsbeziehungen.

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Die Wirtschaft hofft, dass die Sanktionen einen politischen Prozess in Gang bringen
02:16 min, aus HeuteMorgen vom 28.08.2014.
abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.

Die Linie des Bundesrates sei nachvollziehbar und werde von der Wirtschaft getragen, sagt Jan Atteslander vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. «Es war zu erwarten, dass er Massnahmen ergreifen wird. Der Bundesrat hat hier Augenmass gezeigt.»

Die schwarze Liste der Personen und Unternehmen wurde länger, mit denen nun auch die Schweiz nicht mehr geschäften darf. Neu gilt auch eine Meldepflicht für Güter, mit denen Russland Erdöl fördert. Und zudem schränkt der Bundesrat die Lieferung von Produkten weiter ein, die für militärische Zwecke verwendet werden können.

Wenig Export nach Russland

Das tönt nach vielen Vorgaben. Doch Jan Atteslander beruhigt. «Die Schweiz hat hier nicht sehr viel zu befürchten, weil nur 1,5 Prozent der Exporte nach Russland gehen.» Das sind pharmazeutische, chemische und industrielle Produkte, die die Schweiz liefert. Von diesen 1,5 Prozent sei aber nur ein kleiner Teil von den Sanktionen betroffen, vornehmlich in der Industrie.

Der Direktor des Verbandes der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem, Peter Dietrich, rechnet deshalb mit einem Rückgang des Umsatzes von 100 bis 150 Millionen Franken. «Dies ist aber eine Schätzung, die nicht bestätigt ist», schränkt er ein. Dabei trifft es wohl einzelne Unternehmen – insgesamt dürften die Auswirkungen für die Schweizer Wirtschaft vorerst gering sein.

«Krise ist schlecht für das Geschäft»

Längerfristig aber sieht das etwas anders aus: «Russland ist ein wachsender Markt und deshalb interessant für Schweizer Unternehmen. Im Hinblick auf zukünftige Handelsbeziehungen ist der Unruheherd in der Ukraine natürlich schlecht für das Geschäft.» Die Wirtschaft hofft deshalb, dass die Sanktionen den politischen Lösungsprozess in Gang setzen und sich die Lage so rasch wie möglich beruhigt.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli , Reinach BL
    Die Schweiz hat sich den Deckmantel "Neutral" zugelegt, aber sie ist es nicht. So muss sie sich nicht wundern, dass zuletzt niemand auf sie hört. Mann kann nicht zwei Herren dienen. Neutralität muss man knallhart durchsetzen, nur so bleibt man Glaubwürdig.
    1. Antwort von Hans Knecht , Torny
      Bruno Hochuli, den letzten beiden Sätzen stimme ich zu. Nur muss man sich auch bewusst werden, dass die Schweiz ohne natürliche Ressourcen und auf eine Art intern zerstritten dann vielleicht immer noch das Armenhaus von Europa wäre. Vielleicht wären wir dann auch glücklicher und genügsamer.
  • Kommentar von Alfred Josi , Frutigen
    Ueber ein paar Prozent Umsatzeinbussen zu jammern klingt für mich wie Hohn wenn man sieht welchen Preis die Ukrainer bezahlen müssen. Was sind uns Völker- und Menschenrechte wert?
  • Kommentar von Werner Christmann , Stein am Rhein
    Augenmass von Blinden!! Der BR ist klar Partei wenn er dafür schaut, dass die Sanktionen der EU+USA nicht umgangen werden können. Das ist ganz klar nicht neutral. Dieses verlogene Spiel wird auch Russland registrieren, womit man sich dann auch mit diesem Partner so einiges verspielt.
    1. Antwort von Hermann Fichtel , Zürich
      Ganz genau auf den Punkt gebracht Herr Christen!
    2. Antwort von Hermann Fichtel , Zürich
      Bitte entschuldigen Sie den falschen Namen, ich meinte natürlich Herr Christmann!