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Medienhäuser stehen vor Herausforderungen
Aus Tagesschau vom 29.04.2019.
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Medienhäuser unter Druck Zeitung war gestern, bezahlen auch

Trotz Bezahlschranken für digitale Inhalte nutzen viele Leser Online-Inhalte noch immer gratis. Oftmals werden Kosten umgangen, indem Login-Daten für Digitalabos weitergegeben werden. Die Medienhäuser haben dagegen bisher nichts unternommen.

Für Medienprofessor Mark Eisenegger könnte das Phänomen der geteilten Abos das strukturelle Problem im Lesermarkt verschärfen: «Wenn Abos ausserhalb des eigenen Haushalts zugänglich gemacht werden, mindert das die ohnehin schon geringen Erlöse für Journalismus zusätzlich.»

Im gleichen Haushalt geteilte Abos seien jedoch kein Problem. So kämen junge Leser mit Qualitätsmedien in Kontakt.

Zwiespältige Entwicklung im Lesermarkt

Jugendliche anzusprechen ist für die Medienhäuser in Zeiten der Digitalisierung wichtig. Denn ein wachsender Teil der Bevölkerung wendet sich vom Informations-Journalismus ab.

Im Jahr 2018 waren gemäss einer Studie der Universität Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster bereits 53 Prozent der unter 30-Jährigen bei News aussen vor. Medienprofessor Mark Eisenegger ist Mitautor der Untersuchung und spricht von einem Verdrängungseffekt. Nicht mehr klassische Informationsangebote stünden im Fokus dieser Menschen, sondern Social Media und Streaming-Dienste.

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Medienprofessor Mark Eisenegger: Immer mehr Jugendliche sind bei News unterversorgt
Aus News-Clip vom 19.04.2019.
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Skandinavien macht Hoffnung

Trotzdem erzielen Schweizer Medien beim Verkauf von Digitalabos laufend Fortschritte. Beim grössten Schweizer Medienhaus Tamedia sieht man die Situation deshalb optimistischer.

Christoph Zimmer, Leiter digitale Produkte, begründet dies auch mit der Entwicklung in Skandinavien, wo die Digitalisierung schon weiter fortgeschritten sei. «In Norwegen oder Schweden sind deutlich mehr Leute bereit, für Online-Journalismus zu bezahlen.» Zimmer hofft auf eine ähnliche Entwicklung in der Schweiz.

Medienhäuser reagieren unterschiedlich

Tatsächlich ist die Zahlungsbereitschaft in Skandinavien gemäss einer Untersuchung von Reuters, Link öffnet in einem neuen Fenster ungleich höher. In Norwegen (30 Prozent) oder Schweden (26 Prozent) ist die Summe der zahlungsbereiten Personen für Online-News mehr als doppelt so hoch wie hierzulande (12 Prozent).

Doch Mark Eisenegger sieht damit noch keine automatische Verbesserung auf die Schweizer Medien zukommen. «Die Zahlungsbereitschaft für Medien korreliert mit dem Interesse an News. Also muss man das Interesse wieder steigern.»

Einfacher sei die Lösung, um geteilte Abos zu verhindern. «Entscheidend ist, dass man die Digitalabos limitiert. Beispielsweise über eine Beschränkung der Endgeräte.»

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Zimmermann  (Crocc)
    Ich bezahle für die Information regelmässig. Ein Probe-Abo der NZZ-am-Sonntag habe ich via Kreditkarte beglichen. Nach Ablauf versuchten sie monatliche Raten ohne meinen Widerruf der KK, wie eine Lastschrift zu belasten. Das fand ich eine Anmassung und weil die Sonntagsausgabe kaum interessante Artikel bot, habe ich gekündigt. So gewinnt man keine neuen Kunden.
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  • Kommentar von D. Crabtree  (D. Crabtree)
    Warum soll ich jede Zeitung/Zeitschrift einzeln abonnieren müssen, nur für die wenigen + Beiträge? Die schweizer Medienhäuser sollten sich zur einer gemeinsamen Plattform zusammen tun, da kaufe ich dann mein Abo gemessen an die Anzahl Artikel die ich lese. Jeder Mensch hat nur eine beschränkte Zeit um zu lesen. Auch sollte ich auf der Plattform ein Archiv der Artikel als PDF anlegen können, das ich auch mit andren teilen kann. Super wäre natürlich wenn auch ausländische Medien mitmachen würden.
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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Die Medien sind weitgehend selber schuld, wenn niemand mehr bezahlen will. Anders als noch vor 10 - 20 Jahre, als viel recherchiert wurde und auch andere Meinungen als nur Mainstream hoffähig waren, wird heute weitgehend nur noch gegenseitig abgeschrieben, hysterisiert, Panik geschürt, Mythen weiter aufrecht erhalten und lobbyiert. Warum stattdessen nicht mal z.B. den CO2 / Temp. Zusammenhang überprüfen,Lohnvergleiche versachlichen und aufzeigen, weshalb die Eigenmietwertbesteuerung gerecht ist?
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