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Wirtschaft Mehr Firmenpleiten und weniger Neugründungen

Die Zahl der Konkurseröffnungen ist im April drastisch angestiegen. 340 Firmenpleiten bedeuten im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme um 18 Prozent. Ein entscheidender Faktor dafür dürfte der starke Franken sein.

Legende: Video UBS-Chefökonom Daniel Kalt: «Frankenschock ist Hauptursache» abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.05.2015.

Nachdem die Zahl der Firmenpleiten von Januar bis März diesen Jahres noch rückläufig gewesen war, stieg sie im April sprunghaft an. Insgesamt zählte der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B damit in den ersten vier Monaten des Jahres 1415 Insolvenzfälle. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies einer Zunahme um ein Prozent.

Diese Entwicklung habe zu einem wesentlichen Teil mit dem erstarkten Franken zu tun, sagt UBS-Chefökonom Daniel Kalt: «In der Exportindustrie, im grenznahen Detailhandel und im Tourismus dürfte es seit dem Franken-Schock Mitte Januar den einen oder anderen Konkurs mehr gegeben haben», sagt Kalt im Interview mit der «Tagesschau».

Weniger Firmengründungen

Die Verunsicherung nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Januar scheint sich auch bei der Anzahl Firmengründungen zu zeigen: 13'662 Unternehmen wurden in den ersten vier Monaten des Jahres neu ins Handelsregister eingetragen, was im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Rückgang um 3 Prozent bedeutet.

Noch viel mehr sei dafür aber die derzeigige Rechtsunsicherheit verantwortlich, sagt Daniel Kalt. Derzeit könne niemand die Folgen der Masseneinwanderungsinitiative und all der Steuerreformen so richtig einschätzen. Deshalb warte man mit Neugründungen lieber zu.

Von dieser Entwicklung betroffen sind fast alle Regionen der Schweiz. Am stärksten zeigt sich der Rückgang im Tessin (-10 Prozent), gefolgt von der Zentralschweiz (-5 Prozent). Die Südwestschweiz verzeichnete als einzige Region einen leichten Anstieg (+1 Prozent).

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller, Sirnach
    Wie lange schaut der BR oder die SNB noch zu, dass Firmen wegen des starken Fr. pleite gehen und viele Arbeitnehmer die Stelle verlieren? Wahrscheinlich noch lange bis endlich gehandelt wird. Da wird immer zugewartet, in der Hoffnung es werde besser und das der Wechselkurs steigt. Die Schweiz wird es noch stärker zu spüren bekommen. Die EZB pumpt zuviel Geld auf den Markt - da ist wenig Hoffnung für eine Abschwächung des Frankes. Kleinunternehmen leiden weiter bis zu Kollaps.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Solange die Kleinunternehmen Gewinnsteuern von 40 % ab Fr 1000 Gewinn an, abgeknöpft bekommen, gibt es keine Sicherheit für schwache Umsatzjahre und der Konkurs ist dann die Folge . Anstatt einen Freibetrag bis 500000 Gewinn einzuführen, wenn dieser als Rücklage -Sicherheit in der Unternehmung verbleibt, lässt man oft wertvolle know how Kleinbetriebe vor die Hunde gehen. Börsengewinne sind irrer weise steuerfrei -als ob die Kleinunternehmer kein Risiko tragen würden ! Versteht das jemand?
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    1. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      40% Gewinnsteuern? Wo gibt es diesen Satz genau?
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