Mehr Lohn heisst nicht immer mehr Geld im Portemonnaie

Geht es nach der Gewerkschaft Travail Suisse, sollen die Angestellten ab kommendem Jahr mehr Lohn bekommen. Mit dieser Forderung rollt der «Lohnherbst 2015» an. Der Blick zurück zeigt: Nicht immer führten höhere Löhne dazu, dass die Leute auch mehr Geld zur Verfügung hatten.

Grafik der Lohnentwicklung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Daten: Bundesamt für Statistik SRF

Entscheidend für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist nicht, um wie viele Prozentpunkte ihr Lohn erhöht wird. Wichtig ist vielmehr, ob sie am Ende auch tatsächlich mehr Geld im Portemonnaie haben.

Beispiel 1990: Die Wirtschaft brummte und die Sozialpartner handelten Lohnerhöhungen von fast 6 Prozent aus. Diese Lohnerhöhungen wurden aber von der Teuerung mehr als «aufgezehrt», so dass die Angestellten real gar eine Lohnreduktion hinnehmen mussten.

Beispiel 2014: die Schweizer Konjunktur lief ebenfalls rund. Die Sozialpartner einigten sich auf Lohnerhöhungen von rund 1 Prozent. Weil die Teuerung nahezu bei Null Prozent lag, ging die Lohnerhöhung vollumfänglich zu Gunsten der Angestellten.

Ambitionierte Lohnverhandlungen

1:54 min, aus Tagesschau vom 11.8.2015

Beispiel 2015: Die Schweizer Konjunktur schwächelt wegen des starken Frankens, derweil ist die Teuerung gar negativ.

Selbst bei einer Null-Runde in diesem Lohn-Herbst könnten sich die Angestellten am Schluss etwas mehr leisten als bisher, weil sie von günstigeren Importen (z.B. Autos, Zeitschriften) profitieren.

(SRF 4 News, 10:00 Uhr)