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Legende: Audio Swissolar: Wieder mehr Anlagen nach zweijähriger Durststrecke abspielen. Laufzeit 04:05 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 17.07.2019.
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Mehr Strom aus der Sonne Solaranlagenbauer haben Talsohle durchschritten

Die Solarbranche kann wieder zulegen, doch es dürfte mehr sein. Der Bund sieht sich mit den Fördermassnahmen auf Kurs.

Nach zwei rückläufigen Jahren sind in der Schweiz 2018 wieder mehr Photovoltaik-Anlagen gebaut worden. Die Verkäufe stiegen innert Jahrefrist um zwölf Prozent auf 271 Megawatt, wie der Branchenverband Swissolar schreibt. Dies entspricht einer Fläche von 253 Fussballfeldern beziehungsweise 1.7 Millionen Quadratmetern mit neu installierten Modulen.

Swissolar: Grossanlagen vermehrt fördern

Der Verband sieht damit die Trendwende eingeleitet. Allerdings liege der Zubau mit Photovoltaik (PV) noch immer deutlich unter dem bisher höchsten Wert von 2015 mit fast 340 Megawatt.

Für den Ersatz von Atomkraft und fossilen Anlagen müsste der Zubau nach Einschätzung der Branche mindestens verfünffacht werden. Doch dazu brauche es stärkere Anreize für den Bau von Grossanlagen auf Landwirtschafts-, Gewerbe- und Bürogebäuden, hält Swissolar an die Adresse des Bundesamtes für Energie (BFE) fest.

BFE: «Wir sind auf sehr gutem Weg»

Der BFE-Fachspezialist für Erneuerbare Energie Wieland Hintz bezeichnet die Entwicklung im 2018, dem ersten Jahr mit dem neuen Energiesetz als «höchst erfreulich». Denn damit seien die neuen Fördermittel der Einmalvergütung für kleine und grosse Anlagen dazugekommen.

Mit einem Anteil von 3.4 Prozent der Sonnenenergie am gesamten Strommix bewegt sich die Schweiz noch auf tiefem Niveau. In Deutschland sind es vergleichsweise 7.5 Prozent. Das sei nicht ganz so weit weg von der Schweiz, sagt Hintz und betont: «Der Zubau an Anlagen ist in der Schweiz pro Kopf relativ gross.»

Die Schweiz müsse sich an den Richtwerten der Energiestrategie 2050 messen, erinnert der Experte. «Hier sind wir, was die Photovoltaik betrifft, auf einem sehr gutem Weg.» In den Szenarien seien die Ziele von 2020 bereits übertroffen worden.

Mehr Anreize nötig?

Der von Swissolar beklagte Rückstand bei den PV-Grossanlagen hänge vor allem mit den Fördermodellen zusammen, räumt Hintz ein. So sei bei den Einfamilienhäusern die Einmalvergütung bereits seit 2014 etabliert und werde immer beliebter. Bei den grösseren Anlagen ab 100 Kilowatt hingegen sei die Einmalvergütung erst vor gut anderthalb Jahren eingeführt worden: «Hier müssen Industrie und Landwirtschaft erst noch überzeugt werden, dass man mit Photovoltaik Geld verdienen und durch Eigenverbrauch Stromkosten sparen kann.»

Wartefristen weiter verkürzen?

Was zusätzliche Anreize betrifft, so kann der Bund laut Hintz vor allem noch bei kürzeren Wartefristen etwas machen. Noch im letzten November sei von sechs bis sieben Jahren gesprochen worden, mittlweile seien es weniger als zwei Jahre.

«Diese kurze Wartefrist auf eine Förderung wird doch einiges in Bewegung setzen», ist der BFE-Mann überzeugt. Es sei nun abzuwarten, wie sich das am Markt niederschlage. Bei anderen Förderungen über das Bisherige hinaus liege der Ball aber bei der Politik.

So funktioniert die Einmalvergütung (EIV):

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Mit der Einmalvergütung (EIV) führte der Bund 2014 ein neues Instrument für die raschere und günstigere Förderung von Photovoltaik-Anlagen ein. Das System löste die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für produzierten Strom ab.

Da die KEV-Ausgaben gedeckelt waren, hatte es mehrjährige Wartezeiten gegeben. Mit der EIV wollte das Parlament aber nicht nur kürzere Wartelisten, sondern auch verhindern, dass Anlagen jahrzehntelang von der KEV subventioniert werden.

Die EIV beträgt 30 Prozent der Kosten einer Referenzanlage, welche das Bundesamt für Energie (BFE) jährlich berechnet. Den einmaligen Betrag erhält der Investor nach Einreichung aller Unterlagen bei der Pronovo AG. Aktuell zahlt Pronovo monatlich rund 800 EIV aus, bei einer Wartezeit von 24 Monaten ab Einreichen der Unterlagen.

Es gibt EIV für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV) mit einer Leistung von unter 100 Kilowatt peak (kWp) seit 2014. Seit 2017 auch für grosse Anlagen (GREIV) ab 100 kWp bis zu 50 Megawatt peak (mWp).

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Ein kurzer Blick auf die letzten 6 Monate des Aktienkurses von Meyer-Burger, dem vor Jahren (zu)hochgelobten Schweizer Anlagen-Lieferanten zur Herstellung von Solarmoduls zeigt eine ganz andere Richtung: vor 8 Jahren war ein Aktie über 10 CHF, vor 6 Monaten noch 0.95 CHF, aktuell bei 0.31 CHF, Zerfall um Faktor 3 in nur 6 Monaten. Diese angesagte Trendwende in Solarbranche scheint wohl vielmehr ein (weiterer) Wunschtraum in der Branche zu sein.
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens in einer Branche Aussagekraft für die ganze Branche und für die Zukunft hätte, wäre die Bekleidungsindustrie am Ende (Tom Tailor ist in einem Jahr 80% gesunken, Gerry Weber ebenfalls gut 76%).
      Oder aber es gibt andere Kriterien um zu beurteilen, ob eine Industrie boomt oder eher nicht.
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Es ist gut, dass die Beamten beim BFE verstehen, dass der Zubau bei PV 5 mal höher sein sollte. Aber wenn man ein leicht zu übertreffendes Ziel übertroffen hat, sollte man nicht stolz sein, sondern begreifen dass das Ziel falsch gesetzt war! Es ginge also jetzt darum das Ziel sofort zu korrigieren!
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  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Woher kriegen wir im Dezember und Januar den Strom den wir zusätzlich für alle Wärmepumpen nun benötigen? Ich dachte Solar produziert im Dez und Jan sehr wenig? Aus Deutschland können wir ja bald icht mehr importieren, da sie selber anfangen wollen zu importieren ( Abschaltung Kohle )
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Von den Wasserkraftwerken, Hr. Ackermann. Sie haben schon recht, dass die Produktion von PV in den Wintermonaten am geringsten ist. Aber wenn ein EFH mit Satteldach in O-W Ausrichtung voll belegt wird, kommen ca. 20 KWp zusammen. Da kann normal auch im Dezember genug Strom für das EFH produziert werden. Einfach nicht im vollen Tagesgang. Aber kein Problem, dazu sind die Speicherkraftwerke ja da.
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    2. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Ackermann, in höheren Lagen kann im Winter mit Solaranlagen praktisch dieselbe Menge Strom produziert werden wie im Sommer. Im Flachland ist das natürlich weniger, aber mit der korrekten Ausrichtung und Solarzellen welche speziell bei diffusem Licht viel Ertrag bringen, geht das problemlos. Und ja, es gibt auch verschiedenste Speichermöglichkeiten, als bekannteste unsere Speicherseen.
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