Migros gerät wegen Frankenstärke unter Druck

Die Migros leidet unter der Frankenstärke und dem Einkaufstourismus im Euroraum. Nun reagiert der Detailhändler und will bei Abgängen in grenznahen Filialen keine neuen Mitarbeiter mehr anstellen.

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Bildlegende: Wegen des starken Frankens: Konzernchef Herbert Bolliger rechnet mit einem Gewinneinbruch von 50 Millionen Franken. Keystone

«Wir mussten unsere Wachstumsprognosen nach unten korrigieren», sagt Migros-Chef Herbert Bolliger in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». Am stärksten betroffen seien die grenznahen Filialen. «Dort rechne ich mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent und mehr», fügt Bolliger hinzu. Entlassungen werde es nicht geben. Aber Abgänge in den Läden nahe der Grenze würden wohl nicht mehr besetzt oder die Arbeitseinsätze reduziert.

Gewinneinbruch von 50 Millionen Franken

«Die Kostenunterschiede beim Personal sind enorm», begründet Bolliger. So würde eine Kassiererin in Deutschland 1600 Euro im Monat verdienen, während es in der Schweiz knapp 4000 Franken seien. Die Lohnerhöhungen bei der Migros werden unter anderem wegen der negativen Teuerung «tiefer sein als in den vergangenen Jahren».

Auf die Europositionen der Migros rechnet Bolliger mit 40 bis 50 Millionen Franken Währungsverlusten. Als Reaktion auf das Ende des Euro-Mindestkurses hatten Migros, Coop und Lidl bereits angekündigt, die Preise für importierte Frischprodukte zu senken. Ab Montag fallen bei der Migros nun auch die Preise verschiedener Markenprodukte um mindestens zehn Prozent.

Schwierige Exportsituation

Schwierigkeiten sieht Bolliger beim Export von Migros-Eigenprodukten. «Schokolade zum Beispiel besteht aus Schweizer Milch und Schweizer Zucker. Unsere Exportkunden werden kaum bereit sein, plötzlich 20 Prozent mehr zu bezahlen.» Auch der Käseexport und damit der Milchpreis in der Schweiz dürften mit dem starken Franken unter Druck kommen. Zusätzlich drohe eine Milchüberproduktion, weil sich die Konsumenten im Ausland bedienen würden.