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Minus 11 Prozent Zuwanderung aus Europa ging 2017 weiter zurück

Legende: Video EU-Einwanderer decken Bedarf nach Fachkräften abspielen. Laufzeit 00:56 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.07.2018.
  • Die Zuwanderung aus Europa ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zurückgegangen – seit 2013 gar um 50 Prozent.
  • Von den Personen, die 2009 in die Schweiz kamen, sind fünf Jahre später gut die Hälfte wieder ausgereist.
  • Die Zuwanderung aus der EU richtet sich nach dem Arbeitsmarkt und führt laut dem Seco bei der übrigen Bevölkerung nicht zu mehr Arbeitslosigkeit.
Menschen am See
Legende: Rund jeder zweite Zuwanderer aus der EU verlässt die Schweiz nach fünf Jahren wieder. Keystone

2017 sind aus EU- und Efta-Ländern unter dem Strich 31'250 Personen eingewandert. Es zeichne sich auch kein Wiederanstieg der Zuwanderung ab, schreibt das Seco im Bericht zur Personenfreizügigkeit. Der Wanderungssaldo sei in den ersten Monaten dieses Jahres erneut zurückgegangen.

Wenige EU-Zuwanderer in der Sozialhilfe

Das Seco betont, dass die Zuwanderung im Rahmen der Personenfreizügigkeit in den letzten Jahren eine wichtige Rolle zur Deckung der Nachfrage nach Arbeitskräften gespielt habe, vor allem jener nach gut ausgebildeten Fachkräften.

Untersucht wurde auch das Arbeitslosigkeits- und Sozialhilferisiko von Zuwanderern. Die Ergebnisse seien weitgehend konsistent mit früheren Befunden, schreibt das Seco dazu. So habe sich gezeigt, dass vor allem Zuwanderer aus Süd- und Osteuropa einem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt seien.
Im Jahr 2016 bezogen 5,5 Prozent der zugewanderten Personen aus EU- und Efta-Ländern Arbeitslosentaggelder. Gesamtschweizerisch lag der Durchschnitt bei 3,3 Prozent, für Schweizer bei 2,4 Prozent. Der Anteil der Personen, die Sozialhilfe beziehen, liegt dagegen für die Zuwanderer aus dem EU/Efta-Raum mit 2 Prozent unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 3,2 Prozent. Für Schweizer liegt der Anteil bei 2,6 Prozent.

Erwerbsquote gesteigert

Die gute Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern gehe nicht auf Kosten der übrigen Bevölkerung, heisst es im Bericht. Trotz der starken Zuwanderung von Arbeitskräften hätten auch Schweizer sowie Drittstaatenangehörige ihre Erwerbsquote zwischen 2010 und 2017 steigern können.

Das Lohnwachstum sei der Wirtschaftsentwicklung gut angepasst gewesen, heisst es weiter. Die tiefen Löhne konnten demnach trotz einer gewissen Einwanderung in Berufen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen mit den Löhnen im mittleren Qualifikationsspektrum mithalten. Am oberen Ende der Lohnskala allerdings hat das zusätzliche Fachkräfteangebot aus dem EU/Efta-Raum «einem steileren Lohnwachstum entgegengewirkt».

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Frederick Huber (F. Huber)
    Hören sie doch auf, heuchlerisch ökologische Argumente einzuwerfen. Die Menschen würden, dürften sie nicht in der Schweiz leben, ihren Anteil an Umweltverschmutzung woanders abliefern. Ist für unsere Erde ein Nullsummenspiel.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Die Euphorie blutet von mehreren Wunden: die Abnahme der Migration ist temporär und hängt mit der Konjunktur zusammen. Wenn wir nicht wieder steuern, sind wir nach wie vor grösseren Schwankungen ausgesetzt, welche mehrheitlich unabhängig von der Schweiz entstehen (Konjunktur EU usw.). Plus: Jede Arbeitslose vom Süd-/OstEU-Raum ist einer zuviel. Diese Menschen kommen zum Arbeiten hierher. Früher hat man bei Stellenverlust die Bewilligung nicht verlängert, heute besteht Anspruch auf ALE/Soz.
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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Noch nie herrschte in der CH ein derartiges Gedränge wie heute. Autobahnen - dauerverstopft, trotz ausgebautem Baregg, A4, ....Pendlerzüge, morgens und abends - verstopft, dito Städtezüge in der Tageszeit, Flughafen ZH - oft überlastet, trotz E - Terminal, Einkaufszentren, -strassen, Samstags und abends überlastet, Parkhäuser in Städten - voll, usw. usf.
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