Misstrauensvotum gegen UBS

Die Finanzmarktaufsicht spricht bei der UBS ein Machtwort: Die Grossbank muss ihr Kapitalpolster erhöhen, um mögliche Bussen stemmen zu können. Es ist ein klares Misstrauensvotum und ein Rückschlag für Konzernchef Ermotti

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UBS mit weniger Gewinn

3:05 min, aus Tagesschau am Mittag vom 29.10.2013

In dieser Form gab es das noch nie. Da muss die grösste Schweizer Bank vor Publikum ihr eigenes, internes Risiko-Modell nachbessern. Und das auf Geheiss der Finanzmarktaufsicht Finma, die ohnehin ein besonderes Auge auf die UBS hat.

Konzernchef Sergio Ermotti versucht, gelassen zu bleiben. Es handle sich um eine temporäre Massnahme der Finma, stellt er gegenüber SRF fest. Und weiter: «Es bestätigt einmal mehr, wie wichtig es für uns ist, kapitalstark zu sein und auf erwartete wie unerwartete Fälle vorbereitet zu sein.»

Ermotti: «Ich bin kein Masochist»

Finanziell fällt die Finma-Auflage ins Gewicht: Und zwar mit zusätzlichen 28 Milliarden Franken sogenannten Risiko-Aktiven. Ein Mass für die Gefahren, die die Bank im Geschäft eingeht und die sie nun mit mehr Eigenkapital besser absichern muss. Es handelt sich also um eine empfindliche zusätzliche Belastung für die Bank, die nun risikogewichtete Aktiven von neu 247 Milliarden Franken ausweisen muss.

Es ist aber auch ein Rückschlag für Ermotti. Denn er will die Bank in Sachen Kapitalausstattung an die internationale Spitze führen.

Unangenehm sei die Auflage der Finma schon, räumt der Bankchef ein und betont: «Ich bin kein Masochist.»

Ermotti: «Kein spezifischer Einzelfall»

Was genau der Grund für den Eingriff ist, verraten weder die UBS noch die Finanzmarktaufsicht. Ist es der Verdacht auf Devisenkursmanipulation, bei der die UBS mitgemischt haben soll? «Nein, kein spezifischer Einzelfall», wiegelt Ermotti ab.

Die Finma hält sich ebenfalls zurück mit Kommentaren. Dass ihr Eingriff bei der UBS heute publik wurde, ist peinlich genug für die Bank.

Auch Investment-Banking unter Beobachtung

Nichts ändert der jüngste Schritt ausserdem an einer anderen Vorsichtsmassnahme der Behörde: Laufend kontrollieren Aufpasser der Finma das UBS-Investment-Banking, seit vor zwei Jahren ein Händler in London über zwei Milliarden Dollar verspekulierte.

Die Bank muss sich also noch eine ganze Zeit lang strenge Massregelungen der Finma gefallen lassen. So hatte sich UBS-Chef Ermotti das wohl nicht vorgestellt, als er vor zwei Jahren den Posten antrat.

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