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Wirtschaft Nach dem Pferdefleisch die Bio-Eier

Deutschland diskutiert nach dem Pferdefleisch schon wieder über Missstände in der Lebensmittelbranche. Diesmal sind es die Bio-Eier, die trotz Aufpreis gar nicht Bio sein sollen. Die Staatsanwaltschaft in Niedersachsen untersucht wegen Verdachts auf Falschdeklaration.

Legende: Video Nach dem Pferdefleisch- der Eierskandal abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.02.2013.

Wohlverstanden: Die deutschen Untersuchungsbehörden haben noch keine zählbaren Ergebnisse, sie untersuchen erst. Und, wohlverstanden: Es geht wie beim Pferdefleisch nicht darum, dass die Gesundheit der Konsumenten gefährdet sein könnte. Sondern es geht um die Falschdeklaration von Lebensmitteln. Also um Betrug. Darum, dass als Bio deklariert wird, was nicht Bio ist.

Legehennen auf Vorrat

Bio-Eier sind Eier von Hennen, die gemäss Gesetz mindestens vier Quadratmeter Auslauf haben müssen. Das ist wenig genug, aber so wenig muss sein. Laut Recherchen des Magazins «Spiegel» soll es in der Branche nun aber üblich geworden sein, beim Kauf von Legehennen gleich schon mal ein Viertel oder Fünftel mehr Tiere einzukaufen. Die Halter sichern sich damit angeblich gegen allfällige Verluste bei Krankheitsfällen ab.

Wenn aber ein Fünftel mehr Tiere angekauft werden, als vom gebotenen Raum zugelassen, kann man eben nicht mehr von Bio-Eiern reden. Dafür von höheren Gewinnen. Man bekommt ein Fünftel mehr Eier und die erst noch zu einem höheren Bio-Preis.

Niedersachsen ist der mit Abstand grösste Eier-Produzent Deutschlands. 13 Millionen Legehennen fristen dort ihr mehr oder eben weniger glückliches Dasein. In Gehegen, die – wenn man Bildern von Tierschutzorganisationen glauben darf – auch in Bio-Betrieben nicht wirklich an glückliche Lebensumstände erinnern. Gar nicht.

Regierungswechsel zu Rot-Grün als Auslöser?

Die Untersuchungen seien sehr schwierig, meldet die Staatsanwaltschaft Hannover. Es brauche Zeit. In mehreren hundert Betrieben herausfinden, ob zu einem bestimmten Zeitpunkt 20‘000 oder eben 25‘000 Hühner gegackert und gelegt haben, ist schwierig.

Dass der Verdacht und die laufenden Ermittlungen gerade jetzt bekannt wurden, könnte damit zusammenhängen, dass Niedersachsen seit einer Woche eine neue Regierung hat. Rot-Grün. Mit einem grünen Landwirtschaftsminister, dessen Wahlkampf ein grosses, zentrales Thema hatte: den Kampf gegen die Massentierhaltung. Niemand weiss, woher der «Spiegel» seine Informationen hat.

(brut;basn)

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Und unser Bundesrat (EU Marionette) will sogar noch die Deklarationspflicht lockern! Diese Regierung zerstört systematisch das, was wir gut funktionierend aufgebaut hatten. Klar, denen ist es egal. Die lassen sich ihr Essen natürlich von der besten Metzgerei liefern. Nur mir als Arbeiter fehlt dazu schlicht die Kohle! Muss ich doch alles selber zahlen, trotz Zwangsversicherungen und Zwangsabgaben die ich gar nicht benötige oder haben möchte, z.B. die Billag. Politiker sind die wahren Abzocke...
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Ich bin überzeugt, dass noch viel mehr von diesem sog. Bio-Schwindel aufgedeckt wird, wenn von den Kontroll-Stellen endlich näher hingeschaut wird bei den "Bio-Betrieben". Dieser extreme Bio-Produzenten-Wachstum ist war für mich immer sehr verdächtig. Ich kaufe jedenfalls lieber vom konventionellen Bauern nebenan (haben das Glück, auf dem Land zu wohnen). Da weiss ich, was ich bekomme.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Das Wachstum der CHer Bio-Produzenten verläuft viel langsamer als im Ausland,sie werden ausserdem min.1x,bei Unsicherheiten mehrmals jährl.unangemeldet überprüft,dabei werden div.Proben genommen,Tierbestand zurückverfolgt uam.Im Gegensatz zu IP verbietet Bio Siusse Massentierhaltung,Pesti-+Herbizide,Hormone,Kunstdünger u.zugekaufte Futtermittel wie Soja zB+GT.Dank artgerechter Tierhaltung ist der Antibiotikaeinsatz gering.Ausser der Schlachtung in Nähe,spielt sich alles auf dem Hof ab.
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  • Kommentar von Hanspeter Liebermann, Zürich
    Konsumentenschutz funktioniert leider nur re-aktiv. Konsumenten sind Regelmachern in der CH und EU ausgeliefert, da diese -wenn überhaupt- erst dann reagieren, wenn Medien über Skandale berichten. Konsumentenschutz muss aktiv geschehen.
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