Gründe für den Anstieg: In den letzten Monaten haben drei Entwicklungen der Strompreis nach oben getrieben. Erstens brummt die Wirtschaft – entsprechend braucht sie mehr Strom. Zweitens ist Kohle teurer geworden, was den Strompreis anhebt. Und drittens müssen Stromproduzenten – wie alle Unternehmen – deutlich mehr für den CO2-Ausstoss zahlen als noch vor wenigen Monaten.
Tiefer als vor dem Preiseinbruch: Dass die Strompreise steigen, freut die Energieproduzenten. Allerdings sei man noch weit vom Niveau vor dem grossen Preiseinbruch entfernt, sagt Andreas Tresch, Leiter Operations beim Beratungsunternehmen Enerprice und Ökonom. Der Preis pro Kilowattstunde für einen normalen Industriekunden sei von 10 auf 2,5 Rappen gesunken. «Aktuell sind wir wieder bei 5 Rappen pro Kilowattstunde», so Tresch.
Weiterer Anstieg erwartet: Tresch geht davon aus, dass die Strompreise weiter steigen werden. Gleichzeitig mahnt er indes zur Vorsicht: «Die Strompreise sind natürlich auch stark von politischen Faktoren abhängig.» Als Beispiel nennt der Ökonom den Kohlepreis: Sollte dieser erneut auf das Niveau von Februar 2016 sinken, würde sich dies auch auf den Strompreis auswirken. «Dann sind wir wieder bei 2,5 Rappen pro Kilowattstunde.»
Auch Haushalte betroffen: Mit den aktuellen Preisen müssten die allermeisten Energieproduzenten Gewinne schreiben können, ist Tresch von Enerprice überzeugt. Während der Preis auf dem Strommarkt täglich schwankt, wird er für die Haushalte einmal pro Jahr festgelegt. Im kommenden Jahr wird der Strompreis aller Voraussicht nach ebenfalls für Private wieder steigen.