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Ex-UBS-Chef Marcel Ospel gestorben
Aus Tagesschau vom 26.04.2020.
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Nach langer Krankheit Ex-UBS-Chef Marcel Ospel gestorben

  • Der Basler Marcel Ospel führte die Schweizer Grossbank zwischen 1998 und 2008 – jetzt ist er im Alter von 70 Jahren verstorben.
  • Hanspeter Hammel, ein enger Freund Ospels, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Tod des ehemaligen Spitzenbankers. Er berief sich auf Information von Ospels Witwe. Zuvor hatten mehrere Schweizer Medien über Ospels Tod berichtet.
  • Der 70-Jährige erlag laut Hammel in der Nacht auf Sonntag einem Krebsleiden.
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Aus dem Archiv: Marcel Ospels Abschied von der UBS
Aus 10vor10 vom 23.04.2008.
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Der Mann aus bescheidenen Verhältnissen hatte sich an die Spitze der Grossbank hinaufgearbeitet. Ospel, am 8. Februar 1950 in Basel geboren, stieg 1977 beim Schweizerischen Bankverein (SBV) ein und war dem Haus nur während drei Jahren zwischen 1984 und 1987 untreu, als er bei der Investmentbank Merrill Lynch arbeitete. Er prägte die Fusion des SBV mit der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS im Jahr 1998.

Sein Amtsantritt war geprägt von der Beteiligung der UBS am Zusammenbruch der Swissair im Herbst 2001. Als die UBS der Swissair einen zusätzlichen Kredit verweigerte, wurde Ospel beschuldigt, aktiv zur Stilllegung der Swissair-Flotte beigetragen zu haben.

Als ehrgeizig und zielstrebig beschrieben, wurde Ospel häufig dafür kritisiert, dass seine Vergütung zu hoch sei, er war einer der bestbezahlten Führungskräfte der Schweiz machte (18 Millionen Franken im Jahr 2004, 21 Millionen Franken im Jahr 2005).

Sein Umzug aus steuerlichen Gründen in den Kanton Schwyz trug dazu bei, dieses Image in der Öffentlichkeit zu stärken. Im Jahr 2006 stieg seine jährliche Vergütung auf 24 Millionen Franken, das 300-fache des Gehalts eines UBS-Kernmitarbeiters.

2008 Verzicht auf Wiederwahl

Mitte der Nuller-Jahre führte Ospel die Bank zu Rekordgewinnen. Wenig später war er laut Bankenkommission aber auch für hohe Verluste auf dem US-Markt verantwortlich. 2008 verzichtete er auf seine Wiederwahl bei der Generalversammlung.

Ospel war seit 2006 mit der 25 Jahre jüngeren Unternehmerin Adriana Ospel-Bodmer in dritter Ehe verheiratet. Er war ein umtriebiger Basler Fasnächtler und gern gesehener Gast bei Anlässen wie dem Zürcher Opernball oder dem Sechseläuten. Im Nachruf in der «Basler Zeitung» bezeichnet Hammel Ospel als «klassischen Basler».

Tagesschau, 26.4.2020, 19:30;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    R:I:P M. Ospel. Über Tote soll man nicht negativ reden. Was aber bei mir hängen bleibt, ist seine Härte wo er oft sehr hart und ohne 1cm zu weichen, durchgeboxt hat. Das hat einigen Mitarbeiter sehr zugesetzt. Einen lernte ich kennen. Er hat den Job gewechselt und trat auf einmal ganz normal auf. Er musste diese arrogante Art wo Herr Ospel gelebt hat nicht mehr leben. Punkt. Da das letzte Hemd keine Taschen hat, ist für die Familie gesorgt.
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    1. Antwort von André Dörflinger  (André Dörflinger)
      Ernesto: Ihr Kommentar ist konfus, hat keinen roten Faden > Sehr wohl kann man über Verstorbene eine Bilanz ziehen, jene von Ospel ist sicher nicht positiv: Note 3 von 6. Die UBS wollte in den Jahren nach der Fusion keine Schweizer Bank, sondern eine interkontinentale sein, hat sich dann aber in der Not 2008 auf einmal wieder auf ihre CH-Herkunft besonnen. Betr. Swissair war die UBS nicht kooperativ gegenüber der SR; Ospel entzog sich extra per Flugzeug in die USA und war nicht erreichbar.
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Naja, auch reiche Menschen sterben. Waren jetzt seine 'Leistungen' so verdankenswert, dass das hier ein Artikel wert ist? Vielleicht würden alle die, welche von ihm über den Tisch gezogen wurden, seinen Namen lieber vergessen. (...) Trotzdem: Möge er in Frieden ruhn...
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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Banke sind wahrhaftig keine "Gutmenschen", doch wie kann man einen solchen Menschen so stark verurteilen, wenn man auf der anderen Seite Stars wie Lewis Hamilton vereehrt. Jeder der Geld hat veruntreut Geld und schaut auf seinen Profit. Ob Banker oder Sänger, alle schauen auf den Profit.
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