Nach Lufthansa fliegt auch Latam nicht mehr nach Venezuela

Nach Alitalia, Air Canada und jüngst Lufthansa stellt nun auch die größte Fluggesellschaft Lateinamerikas ihre
Flüge nach Venezuela ein. Die chilenisch-brasilianischen Latam Airlines will die Verbindungen wegen des «ökonomischen Szenarios» vorübergehend und bis auf weiteres aussetzen.

Eine Lufthansa-Maschine startet Anfang Woche vom Flughafen Simon Bolivar in Caracas. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine Lufthansa-Maschine startet vom Flughafen Simon Bolivar. Die Airline stoppt die Flüge nach Caracas ab dem 17. Juni. Reuters

Es geht ums Geld. Venezuela schuldet 24 Fluggesellschaften insgesamt fast vier Milliarden Dollar. Misswirtschaft und tiefe Preise für Erdöl haben das Land in den Ruin getrieben.

Internationale Fluggesellschaften haben wegen strikter Devisenkontrollen seit Jahren Probleme, Einnahmen aus Venezuela in harte Währungen umzutauschen. Daher fallen immer mehr Flugverbindungen nach Caracas weg. Alitalia und Air Canada machten den Anfang. Nun folgen kurz nacheinander Lufthansa und Latam, bei denen Venezuela ebenfalls in der Kreide steht.

Mit Latam fällt die grösste Airline Lateinamerikas weg

Die deutsche Airline stoppt ihre Flüge ab Frankfurt nach Caracas ab dem 17. Juni. Sie begründete den Schritt bereits am Samstag damit, dass die venezolanische Regierung die Einnahmen aus dem Verkauf von Tickets im Wert von über 100 Millionen Dollar zurückhalte.

Ende Juni wird Latam die Verbindungen aus Chile und Peru kappen, wie das Unternehmen mitteilt. Zuvor hatte das chilenisch-brasilianischen Unternehmen bereits die Flüge aus Ecuador und Brasilien Richtung Venezuela gestrichen.

Air France, Iberia und einige US-Fluggesellschaften halten ihre Verbindungen nach Venezuela bislang uneingeschränkt aufrecht.