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Nach Verhaftung Nissan-Chef Carlos Ghosn muss seinen Stuhl räumen

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.11.2018.
  • Nissan-Chef Carlos Ghosn muss zurücktreten.
  • Am Montag wurde der Topmanager verhaftet. Ihm werden Verstösse gegen Börsenauflagen vorgeworfen.
  • Er soll Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt haben.

Seit Beginn der Woche steht die japanische Autofirma Nissan im Rampenlicht, beziehungsweise der Chef, Carlos Ghosn. Er wurde am Montag verhaftet. Nun habe man sich entschieden, Ghosn aus dem Amt zu «entfernen», teilt das Unternehmen am Donnerstag mit.

Wer ist Carlos Ghosn?

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Er ist studierter Ingenieur und begann 1978 beim französischen Reifenhersteller Michelin in Paris. 1990 wurde er Chef von Michelin North America. Nur sechs Jahre später wechselte er zum Autobauer Renault als Executive Vice President. Mit ihm im Führungsteam schrieb Renault bereits kurz danach wieder schwarze Zahlen. Ab 1999 arbeitete er im Auftrag von Renault für den japanischen Autokonzern Nissan.

Mittlerweile ist Ghosn Vorstandschef von Renault und von Mitsubishi Motors, zusätzlich war er bis am Donnerstag im Verwaltungsrats von Nissan.

Das war das Resultat von Beratungen der Führungsspitze. Der Entscheid sei einstimmig gewesen. Doch Ghosn ist nicht der Einzige, der seinen Job los ist. Auch Direktor Greg Kelly muss seinen Posten räumen – auch er war am Montag verhaftet worden.

Die Vorwürfe

Die Manager sollen in offiziellen Berichten an die japanische Börse Geldbezüge falsch beziffert haben – in Ghosns Falls zu niederig. Das hätten interne Ermittlungen ergeben. Und Kelly habe mit ihm kooperiert. Insgesamt gehe es um rund 5 Milliarden Yen (44 Millionen Franken).

Nissan verliert zwei langjährige Mitarbeiter. Kelly stiess 1988 zur Firma, Ghosn 1999 – er wurde vom französischen Autohersteller Renault zu Nissan entsandt. Diese beiden Unternehmen gehen seitdem eine Allianz ein, Nissan gehört zu fast 44 Prozent dem französischen Autobauer Renault, dieser wiederum zu 15 Prozent dem japanischen Autobauer Nissan.

Die französische Tageszeitung «Le Figaro» meldete am Montag, dass der 64 Jahre alte Ghosn Renault und Nissan noch enger aneinander binden wollte.

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