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UBS will Vorsorgefonds nachhaltig ausrichten
Aus Tagesschau vom 01.09.2020.
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Nachhaltige Fonds Die Bank gewinnt immer

Schweizer Finanzinstitute pushen ihre Fonds für die Geldanlage in der Säule 3a. Auch mit dem Thema Nachhaltigkeit. Genaues Hinschauen ist dringend empfohlen.

Die UBS gab am Dienstag bekannt, künftig nur noch nachhaltige Fonds für die Anlage von Vorsorgegeldern in der zweiten und dritten Säule anzubieten. «Als erste Schweizer Bank», wie man am Zürcher Paradeplatz superlativisch betont. «Nachhaltig» verkauft sich gut und immer besser – die Klimajugend lässt grüssen.

ESG heisst das Kürzel, auf das auch die UBS abstellt. Es steht für Environment, Social, Governance – oder zu Deutsch Umwelt, Sozial und Unternehmensführung. Der mittlerweile etablierte Standard, der nachhaltige Anlageklassen besser vergleichbar machen soll und eben auch weitere Faktoren als rein finanziell getriebene einschliesst.

Wichtig für Anleger: Solche nachhaltigen Fonds verfolgen oft einen «Best in Class»-Ansatz. Sprich: Die Fonds-Manager wählen nicht nur Titel von Unternehmen aus, die in besonders grünen Wirtschaftszweigen tätig sind, sondern auch jene, die punkto Nachhaltigkeit in ihrer Branche am besten abschneiden. Was gleichzeitig eben nicht heisst, dass die Unternehmen punkto Nachhaltigkeit über alle Zweifel erhaben sind.

Nachhaltigkeit bei Geldanlagen ist kein grüner Spleen

Auch Firmen, deren Aktien in einem Fonds mit ESG-Einbezug vertreten sind, können noch viel mehr tun, um ihren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren, fortschrittlichere Arbeitsbedingungen zu bieten und die Transparenz sowie die Integrität ihrer unternehmerischen Prozesse zu verbessern.

Stellt sich also die Frage, ob das die Nachhaltigkeit wirklich fördert. Dazu lässt sich festhalten, dass die Nachhaltigkeit bei der Geldanlage kein Spleen grüner Gutmenschen ist, sondern relevanter Faktor im Anlageprozess – mit dem Potenzial, Risiken zu reduzieren. Das in nachhaltigen Anlagevehikeln investierte Vermögen nimmt seit Jahren überdurchschnittlich zu, wodurch der Druck auf die Firmen steigt, diesen Pfad zu begehen.

Grüner ist auch nicht gratis

Am Beispiel der nachhaltigen Fonds, die von der UBS für die Säule-3a-Kundschaft angepriesen werden, fällt auf, dass es sich bei all diesen Angeboten um Dachfonds (Fund of Funds) handelt. Das heisst salopp formuliert: Der Fondsmanager bündelt verschiedene andere Fonds zu einem neuen Anlagevehikel. Der Vorteil: Breitere Diversifikation und damit bessere Streuung des Risikos. Der Nachteil: Solche Konstrukte haben vergleichsweise hohe Gebühren. Denn auch bei den Fonds, die im Dachfonds enthalten sind, werden Gebühren abgezwackt.

Tatsächlich sind die Gebühren bei den 3a-Fonds der UBS relativ hoch. Der Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch hat auf Nachfrage von SRF die Gesamtkosten der UBS-Fonds überprüft. Bei einer Anlagesumme von 100'000 mit einem Anlagehorizont von 10 Jahren schlagen sie pro Jahr im Schnitt mit 1.46 Prozent zu Buche. Der Mittelwert über alle Vorsorgefonds liegt hingegen bei 1.21 Prozent.

Und es sind die Gebühren, die der Anleger im Blick haben sollte – denn diese schmäleren seine effektive Rendite. Während sie für die Bank ein gutes Geschäft darstellen. Völlig unabhängig davon, wie nachhaltig das Geld angelegt ist.

Matthias Pfander

Matthias Pfander

Reporter Wirtschaftsredaktion

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Matthias Pfander ist seit 20 Jahren im Wirtschaftsjournalismus tätig, seit Mitte 2017 als Reporter und Planer in der Wirtschaftsredaktion von SRF TV. Zuvor arbeitete er unter anderem für den Tages-Anzeiger und die Blick-Gruppe.

Tagesschau, 01.09.20, 19.30 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Schön dass die UBS nun fromm. geworden ist. Wer es glaubt ist selber schuld. Bisher hat es nur die Katholische Kirche geschafft, mit der (gelogenen) Behauptung die Welt zu verbessern, einen Riesen Haufen Geld zu verdienen.
  • Kommentar von Aurel Specker  (Auspec)
    ESG ist eben genau wichtig im Best-in-Class Ansatz und NICHT im Branchenbereich.

    Würde man allgemein ESG Ansetzen hätte man nur noch IT und Handelsfirmen im Portfolio, weil diese die besten CO2 pro Umsatz Werte haben. (andere Kennzahlen haben gleiche Tendenz)

    Aber wir brauchen in Realität nunmal auch Strom, Baustoffe, Nahrungsmittel etc. Und diese Produktion ist nunmal aufwändiger als ein Facebook...

    Deshalb fördert Best-In-Class die Reale Nachhaltigkeit, als Anreiz!
  • Kommentar von Samuel Herrmann  (Samuel Herrmann)
    Finde es super dass die Bank auf ESG-Funds gewechselt hat. Die hohen-Gebühren sind nichts neues, hängt wohl auch mit dem eher traditionellen Vertrieb der Anlagen zusammen. Angebote der Konkurrenz, wie z.B. VIAC oder frankly, richten sich eher an ein selbstständigeres, jüngeres Publikum welches Smartphone-Banken akzeptiert. Ein Fund of Funds muss, insbesondere bei passiven Anlagen, nicht zwingend teuerer sein und ist weit verbreitet.