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Grossfusion von Schweizer Onlinehandels-Plattformen
Aus Rendez-vous vom 31.08.2021.
abspielen. Laufzeit 04:26 Minuten.
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Neuer digitaler Riese Ricardo, Homegate und Scout24 schliessen sich zusammen

TX Group und Ringier gründen ein neues Digitalunternehmen. Sie bündeln darin ihre digitalen Plattformen und Marktplätze.

Die neue Firma – ein sogenanntes Joint-Venture – soll eines der grössten Digitalunternehmen der Schweiz werden. Der Konzern, der unter anderem die Zeitungen «Tagesanzeiger» und «20 Minuten» herausgibt, bringt seine bekannten Online-Plattformen in das neue Unternehmen ein. Dazu gehören die Handelsplätze Ricardo und tutti.ch sowie das Immobilienportal Homegate.

Vom Medienhaus Ringier und der Mobiliar-Versicherung kommt die Scout24-Gruppe dazu. Diese betreibt Plattformen wie ImmoScout24 und AutoScout24. Der vierte Partner im Bunde ist der US-Finanzinvestor General Atlantic. Alle vier Parteien sind durch einen Minderheitsanteil an dem Joint-Venture beteiligt. Als mittelfristiges Ziel will das neue Unternehmen an die Börse gehen.

Geschäfte werden im Internet gemacht

Online-Marktplätze sind für Medienkonzerne wie Ringier und die TX Group zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Doch die Konkurrenz ist gross. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen sollen die Kräfte in diesem Feld gebündelt werden, um gross genug zu sein im Kampf gegen die weltumspannenden Mediengiganten Google, Amazon und andere, wie Pietro Supino von der TX Group und Marc Walder von Ringier vor den Medien sagten.

Kein Fall für die Wettbewerbskommission

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Der Zusammenschluss der verschiedenen Plattformen bedeutet eine Konzentration auf dem Schweizer Markt. Laut der Wettbewerbskommission (Weko) entspricht dies aber keinem Monopol. Sie müsse den Entscheid nicht absegnen, weil die beteiligten Firmen zusammen zu wenig Umsatz machen, erklärt sie gegenüber SRF. Die Weko redet nur dann ein Wörtchen mit, wenn die Parteien zusammen mehr als 500 Millionen Franken Umsatz pro Jahr erreichen. Das ist hier nicht der Fall. Und weil alle Partner weniger als 33 Prozent am neuen Unternehmen besitzen, gibt es auch keine anderen Auflagen.

«Aus Firmenwarte ist der Zusammenschluss der Online-Geschäfte von Ringier, der TX Group und der Mobiliar sicher sinnvoll», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart. «Er bringt Grösse. Und Grösse bedeutet im Onlinemarkt alles.» Dies, weil diese Art von Plattformen sehr technologiegetrieben seien. Das sei teuer. «Und je grösser man ist, desto mehr kann man gemeinsam investieren. Man wird effizienter – jedenfalls wenn es gut läuft.»

Schliesslich gehe es auch um Daten. «Je grösser man ist, desto mehr Daten hat man von Nutzerinnen und Nutzern. Und solche Daten bedeuten Geld», so Jacquemart. Ob auch die Kundinnen und Kunden davon profitieren, wenn hinter den Onlineplattformen dieselbe Firma steckt, ist unklar. «Momentan ist nicht ersichtlich, wo für Konsumentinnen und Konsumentinnen viel Nutzen anfällt, weil die heutigen Plattformen vorerst alle bestehen bleiben.»

Mittelfristig werde es aber sicher eine Zusammenführung geben – vielleicht auch der Marken, glaubt sie. Damit könnte das Angebot übersichtlicher werden, vielleicht auch günstiger. «Aber ob die Kunden dann von den Einsparungen tatsächlich profitieren, das wissen wir heute nicht.»

HeuteMorgen, 31.08.2021, 08:00 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
    "Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen sollen die Kräfte auf diesem Feld gebündelt werden"

    die einen nennen es "kräfte" bündeln... und die anderen einen ordentlichen personalabbau!
  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Kartellrechtlich ist das abgesegnet? Oder gibt es so etwas nicht bei den Medien? Würde mich nicht wundern.
    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Möglicherweise finden Sie die Antwort auf Ihre Fragen im grauen Kästchen oben, Herr Müller.