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Legende: Video Notenbank-Treffen abspielen. Laufzeit 02:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.08.2019.
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Notenbank-Treffen in den USA Fed-Chef gibt sich verhalten optimistisch

  • Der Chef der US-Notenbank sieht die Wirtschaft derzeit in einer «günstigen Position» – trotz Risiken im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelskonflikt.
  • Das sagte Jerome Powell bei der jährlichen Notenbanker-Konferenz im US-amerikanischen Jackson Hole.
  • Allerdings gab Powell keine klaren Hinweise auf eine mögliche weitere Senkung des Leitzinses im September.

Wie der Fed-Chef sagte, will die US-Notenbank das weitere Wachstum der amerikanischen Wirtschaft unterstützen. Die Zentralbank werde sich gemäss ihrem Mandat für einen starken Arbeitsmarkt und geringe Inflation einsetzen und zudem «angemessen handeln, um den Aufschwung zu stützen», sagte der Fed-Chef in seiner Rede vor Notenbankern und Ökonomen in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming.

Geharnischte Reaktion des US-Präsidenten

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Geharnischte Reaktion des US-Präsidenten

Nach der Rede von Jerome Powell hat US-Präsident Donald Trump mit seiner Kritik am Chef der US-Notenbank nachgelegt. «Wie üblich hat die Fed GAR NICHTS getan!», schrieb Trump auf Twitter. Es sei unglaublich, dass die Notenbank sich äussern könne, «ohne zu wissen oder zu fragen, was ich mache, was ich in Kürze bekanntgeben werde». Schliesslich schrieb er unter Hinweis auf Powell – dessen Nachnamen er falsch schrieb – und Chinas Präsident Xi Jinping: «Meine einzige Frage lautet, wer ist unser grösserer Feind, Jay Powel (sic) oder der Vorsitzende Xi?»

Der Handelskonflikt und seine Folgen

Die US-Wirtschaft legt bereits seit zehn Jahren zu. Zuletzt mehrten sich jedoch Zeichen für langsameres Wachstum – auch wegen der von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte. Handelspolitik sei traditionell ausserhalb der von der Zentralbank beobachteten Daten, im gegenwärtigen Klima seien deren Effekte auf die Wirtschaft jedoch zu berücksichtigen, erklärte Powell. Die Berücksichtigung von «Unsicherheit durch Handelspolitik in diesem Rahmen ist eine neue Herausforderung», sagte der Notenbankchef.

Powell betonte, das Wachstum der US-Wirtschaft sei weiter robust, es gäbe jedoch eine Verlangsamung und negative Einflüsse der globalen Wirtschaftslage. «Die Unsicherheit der Handelspolitik scheint in der globalen Abschwächung und den schwachen Produktions- und Kapitalausgaben in den USA eine Rolle zu spielen», sagte Powell.

Das Notenbanken-Treffen und sein Einfluss auf die Geldpolitik

Der Zürcher Ökonomieprofessor David Dorn war vor zwei Jahren am Notenbankentreffen in Jackson Hole und hielt dort einen Vortrag. Er weiss, was die Veranstaltung für zukünftige geldpolitische Entscheide bedeuten kann.

David Dorn, wie läuft ein solches Treffen ab?

Es ist ein Treffen von einigen Dutzend Notenbankern und Ökonomieprofessoren. Dort spricht man über ein aktuelles ökonomisches Thema – und die Notenbanker treffen sich auch untereinander, um ihre entsprechenden Notenbankpolitiken abzugleichen.

Inwieweit beeinflusst eine solche Veranstaltung die künftige Geldpolitik?

Es ist eine Informations- und Koordinationsveranstaltung, die wahrscheinlich keinen unmittelbaren Einfluss auf die Geldpolitik hat. Aber die Notenbanker unterhalten sich über ein aktuelles Wirtschaftsthema und Ideen, die da diskutiert werden, können natürlich auch später in die Geldpolitik einfliessen.

Das Thema der diesjährigen Veranstaltung ist die Geldpolitik an sich. Welche Möglichkeiten haben die Notenbanken unter den aktuellen Bedingungen, überhaupt noch zu intervenieren?

Die Notenbanken sind in einem ausgesprochen schwierigen Umfeld, denn die Zinsen sind bereits äusserst niedrig und damit ist in vielen Ländern kaum mehr möglich, noch weiter die Zinsen zu senken.

Doch gerade das wäre normalerweise die Reaktion der Notenbanken auf einen Wirtschaftsabschwung. Was jetzt noch bleibt, ist die Möglichkeit, dass die Notenbanken direkt den Staat mit Geld versorgen: Dass der Staat damit Ausgabenpakete schnüren kann und etwa über Strassenbau und Infrastruktur-Investitionen die Wirtschaft wieder ankurbeln kann.

Präsident Trump versucht die Geldpolitik per Twitter zu beeinflussen. Generell scheint die Politik mehr Einfluss auf die Geldpolitik nehmen zu wollen. Haben die Notenbanken noch genügend Spielräume?

Die amerikanische Notenbank agiert immer noch sehr unabhängig von der Regierung. Doch sie muss sich nach der gegenwärtigen Wirtschaftsentwicklung richten und diese ist natürlich stark beeinflusst dadurch, dass die amerikanische Regierung einen Handelskrieg mit China vom Zaun gebrochen hat. Dadurch trüben sich jetzt die Wirtschaftsaussichten ein. Und genau das zwingt die amerikanische Notenbank nun zu Zinssenkungen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Die Bank of England hat ihren Ursprung 1694. Die reichen Familien haben seither den Hochadel für ihre Kriege finanziell unterstützt und damit Rechte erworben exclusiv Noten drucken zu dürfen. Ende 19. Jahrhundert haben die reichsten Familien aus Europa und Amerika 1913 das FED in den USA gegründet. Heute liegt die Macht der Finanz bei der Banken- und Schattenbankenwelt.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Die Notenbanken sind von den wenigen superreichen Familien des 19. Jahrhunderts geschaffen worden, um, wie der Gründer der Rothschild Dynastie gesagt hat, wer das Geld und den Geldfluss kontrolliert, der kontrolliert die Welt. Jene Familien haben heute viel von ihrem Einfluss eingebüsst. Die gesamte Banken- und Schattenbankenwelt hat die Kontrolle übernommen. Die weltweite Korruption hat es geschafft die Kontrollmechanismen zu ignorieren und uns die zukünftige absolute Krise zu bescheren.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Trump behaupted die US Wirtschaft laeuft super. Das Fed sagt positiv, aber alle wissen dass das gelogen ist. Warum sollte denn der Zins von 2% gesenkt werden. Trump will diese Lüge noch ein gutes Jahr aufrecht halten um wieder gewaehlt zu werden. Deshalb die Blase weiter mit heisser Luft vergroessern. Wird wahrscheinlich aber nichts mit Wiederwahl weil die grosse Krise und der Finanzknall vorher kommt.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Hoffentlich! Vielleicht merken bestimmte Leute dann endlich was es heisst, den Rechtspopulisten auf den Leim zu gehen!
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