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Wirtschaft Ölpreis zieht wieder an

Der Preis für ein Fass Erdöl ist erstmals seit längerer Zeit wieder auf 40 Dollar gestiegen. Händler erklären sich dies mit tieferen Fördermengen. Ob der Ölpreis nun aber wirklich weiter steigt, ist noch sehr offen.

Sonne hinter Öl-Pumpstation
Legende: Lichtblick für die Ölproduzenten? Seit Tagen steigt der Preis für das schwarze Gold an. Reuters

Mitte Januar kostete das Fass Erdöl noch 28 Dollar. So tief war der Peis zuletzt vor über zehn Jahren. Seit Mitte Januar legt der Fasspreis kontinuierlich wieder zu und hat nun wieder die 40-Dollar-Marke erreicht.

USA versus Golfstaaten

Händler erklären sich die Teuerung mit mehreren Faktoren. Zum einen sei die Fördermenge in den USA kräftig gesunken. Schuld daran ist Saudi-Arabien. Das Land hat die Märkte mit seinem qualitativ guten Erdöl überflutet. Es konnte dies, da die Förderkosten für saudisches Erdöl um die fünf Dollar pro Fass liegen.

Die Kosten für US-Öl liegen zwischen 30 und 35 Dollar, da dort die teure Fracking-Technologie angewandt wird. Heisses Wasser wird in den Untergrund gepresst, um so aus den Gesteinsschichten das schwarze Gold zu lösen. Mit seinen hohen Förderkosten ist das US-Öl nicht konkurrenzfähig gegenüber dem saudischen. Also ist die Produktion in Amerika zurückgegangen.

Die OPEC drosselt

Ein anderer Grund sind die OPEC-Länder, die ihre Produktion ohne grosses Aufsehen zurückgefahren haben. Denn auch sie haben zusehends unter dem tiefen Ölpreis zu leiden und mussten ihre Staatsbudgets kräftig zusammenstreichen. In Venezuela hat dies prompt zu sozialen Unruhen geführt, und selbst das steinreiche Saudiarabien musste seine Geldreserven anzapfen, um die Staatsausgaben decken zu können.

Ob der Preis für den weltweiten Schmierstoff sich nun weiter verteuert, ist unklar. Händler meinen, es sei noch zu früh für ein abschliessendes Urteil. Sie rechnen eher mit weiterhin sehr volatilen, sprich wechselnden Preisen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Es war anzunehmen dass Saudiarabien diese Tiefpreispolitik nicht allzu lange durchhalten kann. Was aber erstaunt ist die falsche Darstellung der Fracking Methode: Im Artiekl ist von "heissem Wasser" die Rede. OK, der Grossteil der Lösung die beim Fracking verwendet wird wird Wasser sein, aber die Chemikalien die ebenfalls in die Erde gepumpt werden einfach so zu verschweigen ist schon verwegen.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Deutlicher als im Oelmarkt zeigt sich die Wirkungseise des Neoliberalismus wohl nirgends: Wer gross genug ist, um mit Dumpingpreisen die Konkurrenz in die Knie zu zwingen, schwingt obenauf und wird zur diktatorischen Grösse. Im sekundären und tertiären Wirtschaftssektor kann die Marktmacht so eingesetzt werden, dass für holdingfremde Betriebe immer weniger Platz bleibt.
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