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Das Seco gibt leichte Entwarnung
Aus HeuteMorgen vom 12.10.2020.
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Optimistischere Seco-Prognose BIP-Prognose des Bundes: Kommt es doch nicht ganz so schlimm?

Eine solche Pandemie hat die Welt noch nie gesehen – entsprechend schwierig ist es, ihre wirtschaftlichen Folgen abzuschätzen. Doch genau das ist die Aufgabe der Konjunkturforscherinnen und -forscher landauf landab.

Heute Montag haben diejenigen des Bundes ihre neuste Prognose präsentiert: Sie ist im Vergleich zur letzten Schätzung vom Juni deutlich optimistischer. Demnach wird das Bruttoinlandprodukt BIP der Schweiz in diesem Jahr «nur» um 3.8 Prozent einbrechen, und nicht wie ursprünglich befürchtet um über 6 Prozent.

Zuversichtlicher als die Berufsgilde

Auch andere Ökonominnen und Ökonomen haben ihre BIP-Prognosen jüngst aufgehellt, und zwar deutlich. Denn die Schweizer Wirtschaft schlägt sich tatsächlich deutlich besser als noch im Frühsommer erwartet. Das belegen unter anderem die Zahlen zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal.

Im prognostischen Quervergleich sind die Schätzungen des Bundes aber deutlich optimistischer als diejenigen der SNB (2020: rund minus 5 Prozent), der UBS oder des Forschungsinstituts BAK Economics (2020: jeweils minus 4.5 Prozent). Und auch das Kleingedruckte – sprich der Hinweis auf allfällige Risiken – fällt in der Medienmitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO nicht allzu alarmistisch aus.

Steigende Fallzahlen trüben Prognosen bisher kaum

Das kontrastiert mit den Fallzahlen, die aktuell im In- und Ausland deutlich steigen. Einige Länder auch hier in Europa fürchten gar, dass die Pandemie das Gesundheitssystem überfordern könnte. Reihum werden wieder zahlreiche, teils einschneidende Einschränkungen verhängt, etwa beim Reisen, in der Gastronomie, im Nachtleben oder bei privaten Versammlungen und Familienfeiern.

Die Zuversicht der Ökonomen des Bundes lässt sich wohl so interpretieren: Sie glauben nach wie vor daran, dass die Schweiz (und Europa) einen Umgang mit der Pandemie finden wird, dass die Ansteckungen unter Kontrolle bleiben, und dass die Regierung ihre Beteuerung aufrechterhalten kann, keinen zweiten Lockdown zu verhängen.

Ob die Zuversicht der Konjunkturforschenden landauf landab berechtigt ist, hängt davon ab, ob sich die Pandemie ans Drehbuch hält.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

SRF 4 News, 12.10.2020, 8 Uhr; fulu;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von lukas Dieterle  (lucky)
    Alles über eine Zahl (BIP) auszudrücken scheint mir schon zu einfach. Aussagekräftiger wäre, Anzahl Konkurse, Arbeitslose und Leute, die in die Sozialhilfe abrutschen wegen der Pandemie, aufgeschlüsselt nach Branche. Aber ja, die Schweiz hat auf alle Fälle ein Sozialsystem, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, insbesondere den USA.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die meisten Prozesse in der negativen Art wie Sie das schildern sind noch gar nicht abgeschlossen. In vielen äusserst kritischen Fällen ist womöglich noch Rettung möglich. Für die Bilanz ist es zu früh.
  • Kommentar von Pascal Moser  ("Die Welt ist zum Verändern, nicht zum Ertragen da.")
    Diese Wirtschaftsprognosen kann ich nicht ernst nehmen. Seit Beginn der Pandemie ändern diese je nach aktueller Stimmungslage. Ein deutlicher Beleg dafür, dass sich ein Fach zu ernst nimmt und nichts anders betreibt als Kaffeesatz lesen. Wir sollten diesen Prognosen nicht mehr viel Bedeutung beimessen.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Im Gegenteil, es gibt brauchbare Planungswerte. Dass man immer Abweichungs-Risiken mit berücksichtigen muss ist nicht neu. Aber ein völliger Blindflug wie Sie es vorschlagen wäre schädlich.
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @Moser, an Ihrer Aussage nehme ich an, dass Sie noch nie in einer Firma ein Budget machen mussten. Wenn man zum Beispiel den Umsatz für das nächste Jahr plant, braucht man diverse Indikatoren um den Umsatz festlegen zu können.
  • Kommentar von Rolf Helbling  (Rolf Helbling)
    Wie schlimm es kommt, ist alleine eine Frage der Massnahmen, wie der Frühling gezeigt hat. Harte Massnahmen ==> harte Landung.
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Der IWF hat eine Studie veröffentlicht. Gemäss dieser ist ein Lockdown nicht nur gesundheitspolitisch, sondern eben auch ökonomisch das bessere Mittel als langfristige Massnahmen. Für die Studie wurden unter anderem Mobilitätsdaten ausgewertet und man hat herausgefunden, dass die Leute auch ohne Lockdown ihr Verhalten geändert haben. Am besten ist gemäss Studie schnelles, hartes Eingreifen. (Quelle: Tages Anzeiger vom Samstag)
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Helbling, das stimmt höchstens für Branchen mit 100% Inlandmarkt und völlig ausserhalb der Branchen die trotz Lockdown weiter arbeiten konnten. Also eigentlich stimmt es nur gerade für Gastronomie, Coiffeure und vergleichbare Dienstleister sowie Schausteller. Für alle andern Branchen hat die Verbreitung des Virus und damit der Internationale Warenverkehr höheres Gewicht, und allenfalls wirkt sich ein harter Lockdown sogar positiv aus.