Zum Inhalt springen

Header

Video
Pöstler unter Druck
Aus SRF News vom 20.09.2021.
abspielen
Inhalt

Paketboom bei der Post «Unsere Mitarbeitenden arbeiten sehr viel und sehr hart»

Seit Corona erlebt die Post einen Paketboom. Für die Pöstlerinnen und Pöstler steigt damit der Druck. Postchef Roberto Cirillo sagt, wie er die Mitarbeitenden entlasten will.

Roberto Cirillo

Roberto Cirillo

CEO der Post

Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen

Cirillo hat am 1. April seine Tätigkeit als neuer Konzernleiter der Schweizerischen Post aufgenommen. Er löste Ulrich Hurni ab, der die Post seit Juni 2018 interimistisch geleitet hat. Cirillo hat nach der Generalversammlung der Post am 16. April 2019 die operative Führung des Konzerns übernommen.

SRF News: Corona, Black Friday, Weihnachtszeit: Letztes Jahr haben die Pöstlerinnen und Pöstler 190 Millionen Pakete ausgeliefert und viele Überstunden gemacht. Wie wollen Sie verhindern, dass es dieses Jahr wieder so weit kommt? 

Roberto Cirillo: Wir haben schon jetzt, Mitte des Jahres, fast 600 neue Stellen geschaffen. Netto, also mit Zu- und Abgängen, hat die ganze Post fast 500 Mitarbeiter mehr. Das ist ein signifikanter Zuwachs. Wir verteilen die Last also auf mehr Schultern, um eine bessere Auslastung zu erreichen. Und wir haben die Weihnachtsplanung schon im August gestartet. 

Das ist also früher als letztes Jahr? 

Ja, das ist etwas früher. Ausserdem können wir die Ressourcen auf der Brief- und Paketseite jetzt so einplanen, dass wir die Weihnachtsphase besser gestalten können. (Anm. d. Red.: Die Post hat die einst getrennten Bereiche Brief und Paket per Anfang Jahr organisatorisch zusammengelegt.) 

Im Geschäftsbereich Pakete haben Sie – im Gegensatz zum Bereich Briefe – Konkurrenz. Andere Anbieter wollen in dieses Geschäft einsteigen, setzen zum Teil tiefere Preise und erhöhen den Druck. Wird dieser Druck an die Mitarbeitenden weitergegeben? 

Der Druck im logistischen Bereich ist natürlich hoch. Unsere Mitarbeitenden arbeiten sehr viel und sehr hart, das kann man nicht bestreiten. Andererseits sind wir in einem Umbruch. Der ganze Sektor erlebt eine massive Beschleunigung und Transformation. Vor drei Jahren befürchteten die Briefträger, dass sie keine Arbeit mehr haben werden. Sie sorgten sich um ihre Jobs. Jetzt sind wir in der glücklichen Lage, dass wir durch die Zusammenführung der Geschäftsbereiche und das Zusatzvolumen bei den Paketen Arbeit zur Verfügung stellen können. Aber es wird ein oder zwei Jahre dauern, bis wir wieder in einen normalen Betrieb kommen. 

Glauben Sie, dass der Paketboom weitergeht? Er wurde ja teilweise ausgelöst durch Corona. 

Unsere Erwartungen haben sich nach Corona in der Tat geändert. Wir dachten, wir würden in den nächsten zehn Jahren die 200-Millionen-Grenze erreichen – jetzt erreichen wir sie schon dieses oder nächstes Jahr. Wir denken, wir werden in den nächsten zehn Jahren eher bei 250 Millionen Paketen landen. Das Wachstum wird nicht so weitergehen wie letztes und dieses Jahr, aber es wird weiterhin in einem hohen einstelligen Bereich liegen. 

Es werden also auch höhere Investitionen in die Logistikcenter nötig. 

Wir haben jetzt drei neue Sortierzentren freigegeben, die im Laufe des Jahres 2022 in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig haben wir schon zwei weitere Standorte identifiziert, die wir in den nächsten Monaten freigeben werden. Es sind grosse Investitionen, die auf uns zukommen. Aber unsere neue Strategie – wir setzen auf kleinere, regionale Zentren – hilft uns, uns anzupassen, je nachdem wie sich die Liefermenge über die Jahre hinweg entwickeln wird.

Neue Sortierzentren für die Paketflut

Box aufklappen Box zuklappen

Seit dem Lockdown ist die Zahl der verschickten Pakete stark gestiegen. Letztes Jahr lieferte die Post 191 Millionen Pakete aus – ein neuer Allzeitrekord. Dieses Jahr rechnet sie mit noch höheren Zahlen. Aktuell liegt die Zahl der ausgelieferten Pakete bei rund 730’000 pro Tag, vor Corona waren es etwa 600’000.

Deshalb baut die Post aus und erstellt drei neue, regionale Paketzentren in Pratteln, Buchs und Rümlang. Zusammen mit den vier bestehenden Regionalzentren in Ostermundigen, Vétroz, Untervaz und Cadenazzo sollen sie die drei Hauptsortierungs-Anlagen in Frauenfeld, Daillens und Härkingen unterstützen. Ausserdem hat die Post angekündigt, bis Ende 2030 in der ganzen Logistik 1500 neue Stellen zu schaffen.

Eco Talk, 20.09.2021, 22:25 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Versandfrei erhalten, kann ich noch akzeptieren, doch Zurücksenden sollte unbedingt kostenpflichtig sein. Da würden sich die Leute wahrscheinlich überlegen, ob sie so viel Unnützes bestellen würden. Ich höre immer wieder, ich kann es ja gratis zurück schicken. Ich mag mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Paket erhalten habe.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Na dann muss man die Postler entsprechen ihrer langen und harten Arbeit auch sehr gut bezahlen.
  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Srf: in welchem Buchs baut die Post ein Verteilzentrum? Bekanntlich gibt es mehrere Buchs.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Albert Planta
      Guten Tag
      Es handelt sich um Buchs AG.
      Liebe Grüsse, SRF News
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Hatte die Post nicht früher in Däniken ein Paketzentrum? Was ist eigentlich daraus geworden?