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Wirtschaft Panne bei Kartenzahlung: Bezüge doppelt berechnet

Alle Bezüge von Schweizer Karteninhabern sind am Dienstag (21. Januar) doppelt belastet worden. Die fälschlicherweise belasteten Beträge sollen möglichst rasch rückvergütet werden.

Legende: Video SIX-Panne abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.01.2014.

Im Zahlungsverkehr ist es zu einer Panne gekommen. Alle Bezüge von Schweizer Karteninhabern am vergangenen Dienstag (21. Januar) sind doppelt belastet worden, wie der Finanzinfrastrukturanbieter SIX bestätigte.

«Grund für die Doppelbuchungen ist ein Verarbeitungsfehler bei allen Kredit- und Debitkarten. Betroffen sind alle Karteninhaber aus der Schweiz und Liechtenstein, welche am Dienstag 21. Januar Zahlungen oder Bezüge getätigt haben», erklärte Mediensprecher Alain Bichsel auf Anfrage von SRF News Online. Aktuell sei man dabei das Problem zusammen mit den Banken zu beheben.

SIX arbeitet an Rückvergütung

Der Verarbeitungsfehler hat sich laut Bichsel beim Abwickeln (Clearing) der Kartentransaktionen eingeschlichen. «Wir sind dabei zusammen mit den Banken das Problem zu beheben», so Bichsel.

Zur Zahl der betroffenen Karteninhaber oder zum Transaktionsvolumen äusserte er sich nicht. Man sei aber mit den Banken dabei eine Lösung zur Rückvergütung der fälschlicherweise verbuchten Beträge zu finden.

Gegen 3 Millionen Transaktionen pro Tag

Die ganze Verarbeitung sei fragil und sehr fehleranfällig. «Man muss seine Bankauszüge kontrollieren – stichprobenweise oder systematisch», sagt Sara Stalder. Stellen Konsumenten Unregelmässigkeiten fest, müssten diese möglichst rasch gemeldet werden, meint die Konsumentenschützerin.

Für den IT-Experten Christoph Hugenschmidt kommt die neuerliche Panne nicht überraschend. Die SIX-Group stehe unter grossem finanziellen Druck. «Es müssen mit weniger Geld mehr Daten verarbeitet werden, das kann schon zu Problemen führen sagt er in der Sendung «10vor10».

Die SIX-Tochter SIX Interbank Clearing (SIC) ist ein Gemeinschaftswerk der Finanzinstitute in der Schweiz für den Zahlungsverkehr und die Zahlungssysteme. Unter Aufsicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) betreibt sie das Zahlungssystem Swiss Interbank Clearing SIC. Mit diesem werden Zahlungen mit Franken in Echtzeit zwischen den Finanzinstituten abgewickelt.

Laut der SNB wurden im Jahr 2013 über das gesamte SIC-System 420 Millionen Transaktionen abgewickelt. Pro Arbeitstag waren es durchschnittlich 1,67 Millionen Transaktionen. Der Tagesumsatz belief sich dabei im Durchschnitt auf 127,2 Millionen Franken.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Gretler, Seldwyla
    Die ganze Verarbeitung sei fragil und sehr fehleranfällig. «Man muss seine Bankauszüge kontrollieren – stichprobenweise oder systematisch», sagt Sara Stalder. ACH SO!? Gleichzeitig laufen die Bestrebungen auf Hochtouren, unser Bargeld abzuschaffen - Kontrolle total! Na dann gute Nacht, der kleine Fehler in diesem "fragilen und sehr fehleranfälligen" System wird mit Sicherheit eintreffen. Da bin ich doch sehr gerne einer von Vorgestern und zahle ausschliesslich in bar, solange es irgendwie geht.
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    1. Antwort von A. Huber, Basel
      Meine Rede, Herr Gretler! Nur Bares ist Wahres! Allerdings: Falls unsere neuen Nötli (die in absehbarer Zeit in Umlauf gebracht werden) gechipt sind, können Sie auch damit nicht mehr anonym bezahlen! Aber immerhin haben Sie dann noch jederzeit und im wahrsten Sinne des Wortes "Zugriff" auf Ihr (Bar)Geld!
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  • Kommentar von Frank Greminger, 7000 Chur
    Habe ebenfalls Bezüge vom Samstag, 18. Januar doppelt belastet bekommen. Wenn 10vor10 also nur vom 21. spricht, sollten sie der Sache nochmals genauer nachgehen. Da scheint in den Aussagen eine Vermischung von Kaufdatum (Valuta 18.1.) und Ausführungs-/Verarbeitungsdatum (22. und doppelt am 23.) gemacht worden sein. Da immer mehr Leute gleiches feststellen, gehe ich nicht von einem Zufall aus.
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  • Kommentar von Rolf Grüter, Chur
    Mir wurden ebenfalls bereits am Samstag, 18. Januar, mehrere Zahlungen doppelt belastet. Die Behauptung in den Medien, dass nur der 21. betroffen ist, stimmt also nicht. Bin gespannt, ob das auch noch irgendwann zugegeben werden "muss" ... ;)
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    1. Antwort von Silke Jutzi, Sevelen
      Bei mir wurden auch Bezahlungen vom 18.1.14 doppelt belastet. Ich hoffe nur das das Geld bald wieder auf dem Konto ist ... Die Banken interessiert es ja wahrscheinlich nicht , wie man bis dahin leben kann oder seine normalen Zahlungen erst verspätet tätigen kann
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