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Wirtschaft Paradiesische Zeiten für Hypothekar-Schuldner

Für Hypotheken-Besitzer herrschen nach wie vor paradiesische Zeiten: Die Zinsen für Festhypotheken bleiben rekordtief. Eine zehnjährige Hypothek bekommt man wieder unter der psychologisch wichtigen Grenze von zwei Prozent. Daran wird sich in absehbarer Zeit kaum etwas ändern.

Legende: Video Hypotheken immer noch rekordtief abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.06.2014.

Vor einem Jahr, im Mai 2013, betrug der Zinssatz für eine fünfjährige Hypothek noch 1,6 Prozent, im Verlauf des Jahres stieg der Zinssatz dann über 2 Prozent. Seit Anfang Jahr ist er wieder deutlich rückläufig und beträgt zurzeit durchschnittlich 1,4 Prozent.

Keine Zinswende wegen der EZB

Daran wird sich in nächster Zeit auch wenig ändern. Die vor zehn Tagen getroffenen geldpolitischen Massnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,15 Prozent zu senken, verzögern die Zinswende auch in der Schweiz.

Darüber sind sich die Experten einig, etwa der Immobilienspezialist der Zürcher Kantonalbank, Peter Meier: «Die Zinsen bleiben tief. Wir haben vor dem Entscheid der EZB die Zinsen nach unten angepasst, weil diese Massnahmen erwartet wurde.»

Für Eigenheimbesitzer eine erfreuliche Nachricht. Statt die Hypotheken fest anzubinden, können sie weiterhin von den günstigeren Libor-Sätzen profitieren. Diese liegen seit Monaten unverändert bei 1,3 Prozent.

Nationalbank beobachtet den Hypothekar-Markt

Im Dilemma befindet sich hingegen die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sorgen bereitet ihr seit längerem die Entwicklung der Immobilienpreise, die gerade durch die Null-Prozent-Zinspolitik der SNB in die Höhe getrieben wurden. Nächsten Donnerstag wird die Nationalbank eine Beurteilung der Lage vornehmen und eventuell weitere Regulierungsmassnahmen treffen.

Peter Meier ist überzeugt, dass keine weiteren Massnahmen notwendig sind. Was bereits vom Bundesrat getroffenen worden sei, genüge. «Namentlich die zehn Prozent hartes Eigenkapital für eine Hypothek wirken bremsend und dürften auch weiterhin einen Anstieg des Hypothekar-Volumens bremsen.»

Tatsächlich hat die Wachstumsrate der Hypothekar-Ausleihungen seit Januar 2012 abgenommen und befindet sich noch bei 4,1 Prozent. Klar ist, dass die Banken keine Freude an einer weiteren Verschärfung hätten, dennoch gibt es Experten, die weitere Schritte von der Nationalbank erwarten. So auch Adrian Wenger vom VZ Vermögenszentrum: «Wenn Käufer glauben, dass die Zinsen tief bleiben, wird er zum Kaufen animiert und die Preise steigen. Dann wäre es logisch, dass die Nationalbank ein Signal sendet.»

Zum Gegensteuern könnte die SNB auch eine Verkürzung der Rückzahlungsdauer bei Hypotheken verlangen. Entscheidend aber ist, wie die SNB die Preisentwicklungen am Immobilienmarkt beurteilt.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    In Japan sind die Zinsen seit bald 30 Jahren tief. Tiefe Zinsen heizen die Immopreise nur durch einen tieferen Kapitalisierungssatz bedingt an. Die großen Preistreiber sind die Zuwanderer (vor allem solvente), die für die Bank risikolosen Hypoverträge und die Banken! Die Banken geben bei solventen Kunden höhere Kredite auch wenn der Liegenschaftswert nicht da ist (Bank verdient mehr) und die Bank bewertet die Privat Liegenschaft hedonisch u. nicht über Realwerte was die größte Eselei ist!
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Hr.Starnberger, der Hypozins hat nicht viel mit dem Sparzins zu tun er wird national best., wenn der Hypozins auf 3% erhöht wird weil die Lage es erfordert, hört der Bauboom wieder auf und viele Schuldner können ihre Hypozinsen nicht mehr sicher bezahlen , besonders dann, wenn noch unerwartete andere Zahlungen ins Haus flattern. Bei 500000 Hyposchuld sind die derzeitigen Zahlungen rund 800 pro Monat, bei 3% wird es mit 1600 schon eng wenn eine Familie betroffen ist. Da ist die Misere zu sehen .
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Der Trick ist - lasst die Dummen kaufen, dann setzen wir den Zins wieder hoch, und kaufen wieder alles billig zurück . Eigentlich ein verdecktes Börsenspiel, Aktien anpreisen und dann abwerten , die Differenz stecken die Herren als Gewinn in ihre Tasche .
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    1. Antwort von Walter Starnberger, Therwil
      Herr Kaiser, die können die Zinsen nicht einfach hochsetzen. Eine Zinserhöhung in der Schweiz würde einen massiven Run auf den Schweizer Franken auslösen und die Geldpolitik der SNB (Untergrenze 1.20) massiv gefährden. Deshalb werden wir solange tiefe Zinsen haben wie die EZB unten bleibt. Und diese kann schon wegen den Euro-Schuldenländern nicht rauf.
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