«Paradise Papers» Monika Ribar: «Das Mandat ging einfach vergessen»

Monika Ribar in Nahaufnahme Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Monika Ribar erklärt, warum sie dem Bundesrat nichts von ihrem Capoinvest-Mandat erzählt hat. SBB CFF FFS

  • SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar räumt im Zusammenhang mit dem umstrittenen Mandat im Capoinvest-Verwaltungsrat Fehler ein.
  • Es sei ganz einfach vergessen worden, das Mandat dem Bundesrat zu melden. «Das war mein Fehler und tut mir Leid.»
  • Ribar nahm in einem Interview der «Schweiz am Wochenende» Stellung, das aus Aktualitätsgründen bereits in der «Nordwestschweiz» publiziert wurde.

Auf den Vorhalt, dass sie den Bundesrat vor ihrer Wahl zur SBB-Präsidentin nicht über das neue Mandat informiert habe, sagte sie: «Das war in der Tat unglücklich.»

Zu jenem Zeitpunkt habe sie bereits entschieden, dass sie bei einer Übernahme des SBB-Präsidiums den Capoinvest-Verwaltungsrat wieder verlasse. «Darum ging vergessen, das Mandat zu melden», sagte Ribar weiter.

Im SBB-Geschäftsbericht 2015, der bald darauf erschienen sei, sei es aber ausgewiesen worden. «Allerdings ist es falsch, wenn behauptet wird, ich hätte es absichtlich nicht gemeldet. Es ging ganz einfach vergessen», sagte Ribar weiter.
Sie habe unterschätzt, dass sie aufgrund ihres SBB-Präsidiums eine öffentliche Person sei und es dann schnell Wirbel geben könne. «Diesen Aspekt werde ich sicher in Zukunft stärker beachten», sagte Ribar weiter.

Sie habe um die Vergangenheit von Jean-Claude Bastos gewusst, der die Firma Capoinvest kontrolliert und wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt worden war. Bastos sei zu diesem Fehler auch immer gestanden, sagte Ribar weiter. Dieser Fall liege aber weit zurück. Das sei 2003 gewesen, das Urteil sei 2011 erfolgt.

«Als ich Herrn Bastos 2014 kennen gelernt habe, war der Strafregistereintrag für Drittpersonen schon wieder gelöscht. im Lichte der heutigen Diskussionen hätte ich aber das gesamte Umfeld kritischer gewichten sollen», sagte Ribar weiter.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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    Aus Rundschau vom 8.11.2017

    Milliarden verschob Angolas Herrscherfamilie in einen Fonds – angeblich, um die Armut der Bevölkerung zu bekämpfen. Vorerst aber profitieren nicht die Ärmsten, sondern die Reichen: etwa der wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilte Schweiz-Angolaner Jean-Claude Bastos. Er kassiert Millionen fürs Fonds-Management. Experten kritisieren Bastos Investments und vermuten Klientelwirtschaft. Dennoch sind prominente Schweizer mit Bastos verbandelt: SBB-Präsidentin Monika Ribar etwa, oder der ehemalige oberste Schweizer Entwicklungshelfer, Ex-Deza-Chef Walter Fust.