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Legende: Video Migros will schlanker werden abspielen. Laufzeit 03:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.06.2019.
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Paukenschlag im Detailhandel Migros will Globus und Interio verkaufen

  • Die Migros-Gruppe möchte Globus, Interio, Depot sowie die E-Bike-Tochter M-Way verkaufen.
  • Die Synergien der zum Verkauf stehenden Töchter mit dem Migros-Kerngeschäft seien «eher gering», begründet die Migros ihre Entscheidung.
  • Einen konkreten Zeitraum für den Verkauf nennt die Migros nicht.

Die Unternehmen hätten ausserhalb der Migros-Gruppe bessere Erfolgsaussichten, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag: «Die Migros ist heute nicht mehr die beste Eigentümerin», wird Migros-Präsident Fabrice Zumbrunnen zitiert. Der Verkaufsprozess sei nun gestartet worden. Man suche «starke neue Eigentümer», die über das Knowhow für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens verfügten.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim

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Mit fast 30 Milliarden Franken Umsatz ist die Migros ein Koloss geworden: Allerdings gedeihen längst nicht alle Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns wie gewünscht. Bereits seit einigen Jahren ist das Warenhaus Globus angezählt, das sich Migros 1997 einverleibt hat. Der Umsatz ging zuletzt Jahr für Jahr zurück und auch die Integration des Modehauses Schild konnte diese Entwicklung nicht stoppen.

Globus leidet unter den gleichen Veränderungen wie der gesamte Detailhandel: Einkaufen verschiebt sich immer mehr in den Onlinebereich, hinzu kommt der Einkaufstourismus wegen des starken Frankens und grosse, internationale Marken sind zunehmend mit eigenen Läden in den Innenstädten präsent.

Migros wollte Globus zwar nochmals eine Gnadenfrist geben, um sich in diesem Umfeld neu aufzustellen. Doch die Migros glaubt offensichtlich nicht mehr richtig an eine Zukunft von Globus und zieht jetzt die Reissleine. Ab sofort steht das Traditionshaus deshalb zum Kauf.

Einen konkreten Zeitraum für den Verkauf nennt die Migros nicht: Der Verkaufsprozess von der Einleitung bis zu einem allfälligen Abschluss werde je nach Unternehmen «längere Zeit in Anspruch nehmen», heisst es aber. Für die Mitarbeitenden wie auch für die Kunden der Unternehmen seien in dieser Zeit keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Die eingeschlagene strategische Ausrichtung werde ausserdem unverändert weiterverfolgt.

Profilierung im Kerngeschäft

Die Migros-Gruppe schärfe damit ihren strategischen Fokus. Sie setze auf eine verstärkte Profilierung im Kerngeschäft, den Ausbau des Convenience-Segments, der digitalen Vertriebskanäle und des Gesundheitsbereichs. Die Fachmärkte Do it + Garden, OBI, melectronics, micasa, SportXX und Bike World sollen weiterentwickelt werden.

In diesem Zusammenhang prüfe die Migros auch regelmässig die Zusammensetzung ihres Portfolios auf Akquisitionen und mögliche Verkäufe. Zudem will sie so Mittel freisetzen, um verstärkt in ihre strategischen Geschäftsfelder investieren zu können.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Scheinbar will Migros sich Richtung Gesundheit orientieren. Da macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, dass man sich überlegt, MFIT ebenfalls zu verkaufen. Denn ganzheitlich gedacht gehört Fitness auch zur Gesundheit. Da ist wohl wieder ein Manager an der Spitze, der nur den Gewinn im Sinn hat und zudem vergisst, dass Migros eine Genossenschaft ist, wo die Gewinnmaximierung ganz sicher nicht an oberster Stelle steht.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    In den 2000er mussten einige Ladenketten weichen bzw. wurden aufgekauft von Coop und Migros. Denken wir an WARO, ABM, EPA. Ich vermisse diese heute noch, hatten sie doch alle eigene, gute Angebote wo man gerne einkaufte. Coop und Migros haben daraus einen Einheitsbrei gemacht. Heute trifft man nur noch die beiden orangen Läden an. In Grossstädten mag es dank Globus und Jelmoli noch etwas anderes aussehen, aber diese werden auch aufgefressen.
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  • Kommentar von Robin Niederberger  (R. N.)
    Ich mag Globus. Die Delikatessenabteilung beispielsweise ist schweizweit einzigartig. Ausserdem ist der Laden doch permanent zum Bersten voll. Da wird sich schon ein Käufer finden lassen. Vielleicht Coop? Who knows.
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