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Legende: Audio Novartis - der grosse Umbau hat begonnen abspielen. Laufzeit 03:49 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 30.01.2019.
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Pharmariese im Umbruch Der neue Novartis-Chef verliert keine Zeit

Vas Narasimhan ist seit einem Jahr im Amt: Der 42-jährige Amerikaner baut den Konzern rasant um. Ein Treffen in Basel.

Am 1. Februar 2018 konnte Vas Narasimhan in Basel auf dem Campus des Pharmakonzerns sein Chef-Büro beziehen. Wobei: Ein edles Einzelbüro mit Prestige schlug er aus. Stattdessen entschied er, weiterhin im Grossraumbüro mit anderen zusammen zu arbeiten.

Damit machte Narasimhan bereits an seinem ersten Arbeitstag als Chef klar: Bei Novartis soll sich einiges ändern. Seines Erachtens tut es das auch. Der erst 42-jährige Konzernlenker sagt, die Firmenkultur habe sich massiv verbessert: Die Angestellten seien «unternehmerischer», eigenständiger unterwegs. Er nennt die neue Firmenkultur «un-bossed» – ohne «Boss».

Fokus auf Hightech-Medikamente

Die Firmenkultur ist das Eine. Die Firmenstruktur das Andere. Der Amerikaner mit indischen Wurzeln treibt den Konzernumbau in rasantem Tempo voran. Er rechnet vor: Im letzten Jahr habe Novartis Firmenteile im Gesamtwert von 50 Milliarden US-Dollar zu- oder verkauft.

«Alles, um Novartis stärker auf das Geschäft mit Hightech-Medikamenten zu fokussieren», so Narasimhan. So hat er etwa ein Unternehmen für fast neun Milliarden US-Dollar zugekauft, das Gentherapien entwickelt, also personalisierte Behandlungen gegen schwere Krankheiten. Solche Immuntherapien sind vielversprechend und könnten schon bald die Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten revolutionieren.

Im Gegenzug hat Narasimhan das Geschäft mit einfachen, rezeptfreien Medikamenten abgestossen. Und auch Alcon – die Tochter, die Augenheilmittel herstellt – soll schon bald als eigenständiges Unternehmen abgetrennt werden.

Das grosse Ziel des Pharmachefs: Novartis soll rentabler werden. Dazu verschiebt er etwa auch ganze Abteilungen in andere Länder und streicht Stellen – über 2000 in der Schweiz. Das schüttelt die Belegschaft ganz schön durcheinander.

Deutlich weniger Lohn als seine Vorgänger

Es sind grosse Pläne, die der dynamische Konzernchef verfolgt. Dabei gibt er sich locker: Die Krawatte lässt er meistens zuhause im Schrank, den klassischen dunklen Anzug ebenfalls. Auch wenn er – wie heute bei der Präsentation der Geschäftszahlen – im medialen Fokus steht.

Wir haben uns viel vorgenommen. Jetzt müssen wir auch Ergebnisse liefern, kontinuierlich, jedes Jahr.
Autor: Vas NarasimhanCEO von Novartis

Narasimhan verdient deutlich weniger als seine Vorgänger. Er wirkt locker, zugänglich und dennoch entschlossen. So sagt er: «Wir haben uns viel vorgenommen. Jetzt müssen wir auch Ergebnisse liefern, kontinuierlich, jedes Jahr.»

Die Ärmel hochkrempeln

Aber das Erforschen von Hightech-Medikamenten ist risikoanfällig. Und im wichtigsten Markt – den USA – ist zudem eine hitzige Debatte über hohe Medikamentenpreise entbrannt. Prompt sind dort die Preise, die Novartis verbuchen kann, im letzten Jahr gesunken.

Und laut Narasimhan sinken sie im laufenden Jahr wohl weiter. Seine Strategie: «2019 die Ärmel hochkrempeln und das umsetzen, was wir 2018 begonnen haben.» Das sagt er – wohl im Bewusstsein, dass ihn die Aktionäre nicht an seinen Versprechen, sondern an seinen Ergebnissen messen werden.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von A. Theilkaes  (Venceremos)
    Wenn der die "Ärme hochkrempelt", das tönt für uns Nichtaktionäre fast wie eine Drohung..
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  • Kommentar von David Huser  (Dave21)
    Wir haben seit Neustem auch Innovation Spaces, Töggeli-Chäschte, Open Office und der Chef rennt ohne Kravatte rum. Irgendwie sonderbar, das auf einmal alle Konzerne auf unkompliziert machen. Wie wenn irgend ein Berater ihnen dazu geraten hat? Hm... leider säuft mein alter Dogde Challenger noch immer 40 Liter auf 100km, auch nachdem ich ihn grün angemalt habe. Manager managen, ganz einfach. Die Heuchler sollen endlich aufhören mit der Augenwischerei.
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    1. Antwort von Willi Geissbühler  (WG)
      Herrlicher Kommentar, gratuliere!
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    2. Antwort von A. Theilkaes  (Venceremos)
      McKinsey rät neuerdings dazu, die Welt jetzt in Shorts und Stohhut auszuplündern, kommt einfach flippiger rüber..
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    3. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Agilität ist das neue Lab der Managergilde, der vermeintliche Heilsbringer für verknorzte Strukturen, unfähige HRs und fehlende Kompetenz. Und flache Strukturen und legère Klamotten ihre Botschafter. Es ist eben wie im Internet: hüte Dich vor falschen Freunden...
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  • Kommentar von Walter Zaugg  (Saturn)
    Novartis soll rentabler werden heißt im Klartext. Von ca 30% Gewinnmargen auf 35% steigern, das ganze auf Kosten der Arbeitnehmer. Werk Stein in Kanton Aargau ist der größte Produktionsstandort von Novartis. Ca. 1650 angestellte heute. Hier sollen ca 750 Stellen gestrichen werden. In der Produktion sind ca 40 % nur Temporär angestellt. Novartis das Schweizer Unternehmen gibts nur noch auf dem Papier. Amerikanischer Kapitalismus in Reinkultur. Der Arbeiter nur noch Marionette und Kostenfaktor.
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