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Streik bei Lufthansa Pilotenstreik: Hunderte Lufthansa-Flüge fallen aus

Die Lufthansa-Piloten dürfen wieder streiken. Die Fluggesellschaft hat eine Beschwerde vor Gericht zurückgezogen.

Legende: Audio Der Streik wird das Image der Lufthansa beschädigen abspielen.
3:22 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.11.2016.
  • Lufthansa streicht heute über 800 und morgen 890 Flüge.
  • Die Swiss ist vom Streik nicht betroffen.
  • Lufthansa wollte die Streiks vor Gericht stoppen – und scheiterte dabei.
  • Die Pilotengewerkschaft fordert höhere Löhne.

Heute würden 816 Flüge auf der Kurzstrecke mit 82'000 Reisenden gestrichen, hat Lufthansa mitgeteilt. Es gehe um Flüge, die von Deutschland aus starten würden. Knapp 2200 Verbindungen könnten stattfinden. Morgen würden zudem 890 Verbindungen mit 98'000 Passagieren ausfallen. Dann werde auch auf der Langstrecke gestreikt. Flüge der Töchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti würden erneut nicht bestreikt.

Auch danach seien Arbeitsniederlegungen denkbar, betonte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). «Streiks über Mittwoch hinaus sind möglich», sagte ein Sprecher.

Gerichtsentscheid rechtskräftig

Lufthansa scheiterte gestern Abend dabei, die Streiks vor Gericht zu stoppen. Sie hatte einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht München eingereicht und erklärt, sie halte Teile der Lohnforderung der Piloten für rechtswidrig. Das Gericht wies die Beschwerde jedoch ab. Daraufhin rief Lufthansa mit dem Landesarbeitsgericht München die nächste Instanz an. Doch dann zog sie ihre Beschwerde zurück. «Die Lufthansa AG hat das Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts nach knapp eineinhalb Stunden Verhandlung zurückgenommen», teilte das Landesarbeitsgericht mit. Damit sei die Entscheidung des Arbeitsgerichts rechtskräftig.

Eine genaue Begründung für den Rückzug der Beschwerde lieferte Lufthansa nicht. Eine Sprecherin sprach von «juristischen Gründen», die man nicht kommentieren wolle. Für die Fluggesellschaft ist es bereits die zweite juristische Niederlage. Bereits letzte Woche hatte sie versucht, die Streiks der Piloten vor Gericht aufzuhalten, scheiterte aber vor zwei Frankfurter Arbeitsgerichten.

Streik bereits letzte Woche

VC hatte am Sonntagabend nach ergebnislosen Gesprächen mit Lufthansa abermals zu Streiks aufgerufen. Ein Angebot des Konzerns lehnte sie als «nicht verhandlungsfähig» ab. Die Pilotengewerkschaft verlangt für die 5400 Lufthansa-Piloten stärkere Lohnerhöhungen. Sie hatte am Mittwoch letzte Woche mit einer neuen Streikwelle begonnen und diese am Sonntag und gestern unterbrochen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Marco P. Maccio (Marco P.)
    Was einmal der Inbegriff für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit war verkommt zu einer Schmierenkommödie wie dies früher in Italien gang und gäbe war. Man sollte diese Gewerkschaften auflaufen lassen à la Thatcher damals in UK.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Wie lange Deutschland am praktisch unbeschränkten Streikrecht der Gewerkschaften noch festhalten mag? Die Schmerzgrenze ist offensichtlich noch nicht erreicht. Da bei EasyJet nie gestreikt wird, obwohl dessen Personal kaum bessere Arbeitsbedingungen als das von Lufthansa hat, würde die Lufthansa den ganzen Betrieb am besten für 1 Euro an EasyJet verkaufen! Die Gewerkschaft könnte danach mit ihren hörigen Piloten eine eigene Gesellschaft betreiben.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Gut, schont die Umwelt!
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