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Die Anzahl Beschäftigter im Bereich der Plattformarbeit ist bisher klein.
Aus 10vor10 vom 19.05.2020.
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Plattformarbeit in der Schweiz Gig-Economy ist noch eine Randerscheinung

Erst wenig Leute bieten ihre Dienste auf digitalen Marktplätzen an. Jedoch ist der Wirtschaftsbereich nicht unbedeutend.

Es sind die Arbeitsmarktplätze der Moderne: Internet-Plattformen verbinden Anbieter und Nachfrager innert Sekunden. Uber, Airbnb & Co. sind die bekanntesten Beispiele. Nun hat das Bundesamt für Statistik zum ersten Mal erhoben, wie viele Personen ihre Arbeitskraft über Vermittlungsplattformen anbieten. In der Schweiz sind es – Warenverkäufe und Vermietung von Wohnungen einbezogen – erst 1,6 Prozent der Bevölkerung im Erwerbsalter. Immerhin: Das sind 116'000 Personen und damit gleich viele, wie für Architektur- und Ingenieurbüros arbeiten.

Viele davon verkaufen Waren und vermieten Unterkünfte. Daneben bieten sie ihre Programmierkenntnisse an, liefern Essen und reinigen Räumlichkeiten. Auch Taxidienste sind beliebt.

Meistens als Zusatzverdienst

Warum bieten sich Arbeitskräfte auf solchen Plattformen an? Gut die Hälfte nennt als Hauptgrund die Möglichkeit, zusätzlich Geld zu verdienen. Dabei schätzen einige Leute die Flexibilität. Egal ob nachts, am Wochenende, zuhause oder unterwegs: Auf den Arbeits- und Dienstleistungsplattformen im Internet werden Aufträge rund um die Uhr und von überall her angezeigt. Entsprechend ist die Arbeit gut vereinbar mit anderen Lebensbereichen wie Familie oder Studium, sagt die Arbeitskräfterhebung.

So dienen Plattformarbeiten für viele als kleiner Nebenverdienst. Die Mehrheit verdient jährlich weniger als tausend Franken. Nur gut 0,1 Prozent der Bevölkerung erreichen als Plattformarbeiter ein Jahresgehalt von über 12'000 Franken. Dies weil die meisten nur sporadische Einsätze leisten.

Vermittler, nicht Arbeitgeber

Plattformbetreiber vermitteln häufig nur zwischen Auftraggeber und Arbeitskraft. Sie treten dabei bewusst nicht als beitragspflichtige Arbeitgeber auf. Uber steht deswegen in der Kritik. So sind Plattformanbieter oft selbst für ihre soziale Absicherung verantwortlich. Viele Arbeitskräfte vernachlässigen die Altersvorsorge oder einen möglichen Erwerbsausfall bei Unfall und sind deshalb schlecht abgesichert.

Solche Probleme hätten die Reinigungskräfte bei der Plattform Batmaid nicht. Das betont Geschäftsführer Andreas Schollin-Borg. Batmaid helfe den Arbeitskräften, legal arbeiten zu können und schaue, dass sie versichert sind. Aber Schollin-Borg weiss: «Man muss genau hinschauen, um sagen zu können, ob Menschen wirklich von einer Plattform profitieren.»

Zurzeit nehmen noch wenige Menschen in der Schweiz Aufträge über Vermittlungsplattformen an und für die meisten ist es ein Zusatzverdienst. Ein Blick auf die Entwicklung anderer Länder zeigt: Die Schweiz steht erst am Anfang der Plattformarbeit und drängende Fragen zur sozialen Absicherung sind noch ungeklärt.

10vor10, 19.05.2020, 21:50 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die Plattformen bieten ein guten Service und sind für den Konsumenten eigentlich nur mit Vorteilen verbunden. Leider hat es die Schweiz und die einzelnen Branchen verpasst, hier rechtzeitig eigene Plattformen aufzubauen, die ähnlich Komfortabel und Kundenfreundlich sind. Ricardo ist eine der wenigen Ausnahmen, die beweist dass es eben geht. Dasselbe wäre auch bei Uber möglich gewesen.
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  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Die Plattformen sind schon toll. Sie überlassen der Putzfrau, dem Hotelbesitzer oder dem Wohnungsinhaber das Schuften und das Riskio, und kassieren dafür 15-20% Provision. Geld das dann von selber in die Kasse reinkommt, und bei den US Plattformen wie Uber oder AirBnB nicht einmal in der Schweiz dafür Steuer abwirft. Stellen Sie sich vor, die Hotels müssen ohnehin knapp kalkulieren bei Investition und Personal um klar zu kommen und dann kassieren die Buchungplattformen 15% ab.
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    1. Antwort von Stefan Ilg  (Stefan Ilg)
      Ohne den Bildschirm kann kein Geschäft abgeschlossen werden, denn Angebot und Kaufentscheid finden am PC-Standort Schweiz statt.
      Auch die US Plattformen wie Uber oder AirBnB sind auf diesen schweizer Bildschirm angewiesen.
      Jeder schw. Geschäfts-Laden hat ein schw. Steuerdomizil. Warum hat der Geschäfts-Bildschirm in der Schweiz kein Steuerdomizil ?
      Wäre es so digital einfach lokale Steuern zu erheben ?
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