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Private Corona-Tests Anwaltskanzlei will alle Mitarbeiter auf Virus testen

  • Bär und Karrer, eine renommierte Schweizer Wirtschaftsanwaltskanzlei, will alle Mitarbeiter einem Coronavirus-Test unterziehen.
  • Man wolle so allfällig infizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ohne Symptome identifizieren und isolieren, bestätigt die Kanzlei gegenüber SRF.
  • Gemäss einem internen Schreiben, das SRF News vorliegt, seien im angefragten Labor «mehr als ausreichend Kapazitäten vorhanden» und das Unternehmen würde «keinen dringend benötigten Test damit vereiteln».

Das Mail der Geschäftsleitung an alle 353 Mitarbeitenden der renommierten Anwaltskanzlei Bär und Karrer hat es in sich. Alle Mitarbeiter sowie deren Partnerinnen und Partner sollen sich nächste Woche einem Corona-Virus-Test unterziehen.

Der Test ist für die Mitarbeitenden gratis. Die Massnahme soll helfen, allfällig positive Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ohne Symptome zu identifizieren und zu isolieren, heisst es in dem Schreiben, dass SRF News vorliegt. «Wir haben auch bei Bär und Karrer diverse Personen, die zu den bekannten Risikogruppen gehören und wir erwarten von allen anderen, dass sie sich solidarisch und verantwortungsvoll verhalten», heisst es weiter.

«Keine zusätzlichen Kapazitäten für Spitäler»

Seit dem 11. März sei es den akkreditierten Mikobiologie-Laboratorien im Kanton Zürich behördlich erlaubt, SARS-CoV-2 Tests durchzuführen, schreibt die Kanzlei in einer Stellungnahme gegenüber SRF. «Von dieser Möglichkeit haben wir Gebrauch gemacht.» Die Kanzlei betont, «dass unsere Tests subsidiär sind und keinem Spital oder sonstigen öffentlichen Stellen benötigte Kapazitäten weggenommen wurden; das wurde uns auch von den durchführenden Firmen vorab bestätigt».

Sollten Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen positiv getestet werden, sei die einzige Konsequenz die sofortige Selbstquarantäne. Weitere Massnahmen würden danach geprüft. Es würden weder Testmaterial noch Testkapazität verwendet, welche für akute Fälle in Spitälern oder für Fälle mit Symptomen hätte benötigt werden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält es nicht für sinnvoll, wenn private Unternehmen Mitarbeitende und deren Angehörige testen: «Wir empfehlen dies nicht», sagt dessen Sprecher Daniel Dauwalder auf Anfrage von SRF. «Es hat sich gezeigt, dass gesunde Personen trotz eines negativen Tests später erkrankten.» Weiter kommentiert das BAG die Corona-Tests der Wirtschaftskanzlei nicht.

In der Schweiz werden täglich rund 2000 Tests gemacht, auf Anweisung von Ärztinnen und Ärzten. Es sei nicht sinnvoll und auch nicht möglich, alle zu testen, liess das BAG bereits mehrfach verlauten. Die Praxis, nur Risikogruppen zu testen, ist bei Politikern und Experten umstritten.

Echo der Zeit, 17.03.2020, 18 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Blumer  (ThomasBlumer)
    Schweinerei von dieser Kanzlei und diesem Labor.
    BAG heute:
    Daniel Koch vom BAG: «Alle auf der Welt suchen jetzt Tests». Gemessen an der globalen Nachfrage habe es aktuell nicht genügend Tests für die ganze Welt. Die Schweiz sei davon auch betroffen. Man müsse deshalb priorisieren und die Tests da nutzen, wo sie am meisten nützen.
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  • Kommentar von Jean Renaud  (j_ren)
    Es soll endlich mehr getestet, damit wir das Problem besser in den Griff kriegen. Nicht der Risikogruppe angehörige Personen mit Symptomen werden aktuell nicht getestet. Mit vermehrter Testung kann man auch +/- asymptomatische Überträger im näheren Umfeld erkennen, die arbeiten gehen und andere anstecken können. Mit der aktuellen Teststrategie steuern wir auf norditalienische Verhältnisse zu und/oder werden noch lange mit dem Virus zu kämpfen haben (Gesundheit und Wirtschaft ade)
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  • Kommentar von Jean Renaud  (j_ren)
    «Die Schweiz befindet sich in einer ausserordentlichen Lage». Ruft man aber heute! auf die Corona-Hotline des BAG's mit entsprechenden Symptomen an, heisst es, dass man aufgrund der Gliederschmerzen, das Virus wohl nicht habe. So kann man ja beruhigt sein und arbeiten gehen, auch wenn man noch ein bisschen hustet. Ein Test komme auch schon deshalb nicht infrage, da nur Risikogruppen getestet würden.Mit diesem Vorgehen wird fatalerweise signalisiert, dass diese Krankheit nur die Alten betrifft.
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