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Es braucht mehr Frauen in Mint-Berufen
Aus HeuteMorgen vom 29.12.2020.
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Richtwerte für Verwaltungsräte Weibliche Führungskräfte in der Industrie: Es gibt noch Arbeit

Mehr Frauen in die Chefetage: Ab 2021 gelten für grosse börsenkotierte Unternehmen die sogenannten Geschlechter-Richtwerte. 30 Prozent des Verwaltungsrats sollen weiblich sein und 20 Prozent der Geschäftsleitung aus Frauen bestehen. Doch das ist nicht in allen Branchen gleich einfach umzusetzen.

Chefinnen statt nur Chefs: Wirklich eingelöst ist das bei grossen börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz praktisch nirgends, am ehesten allenfalls in Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen.

Kräftig nachbessern muss hingegen die Industrie. «Da haben wir zu wenig Berufsbilder, die Frauen entgegenkommen. Wir haben auch zu wenig sogenannte Mint-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technologie, Anm. d. Red.)», weiss Personalberater Guido Schilling. Er wertet seit 15 Jahren die Frauenanteile der grössten börsenkotierten Unternehmen aus.

Frauenfreundliche Arbeitsbedingungen

In der Industrie liegt der Frauenanteil in Geschäftsleitungen mit 7 Prozent am tiefsten. Doch auch in anderen Branchen gibt es deutlich zu wenig Chefinnen. Im Detailhandel zum Beispiel. Die Belegschaft bestehe dort zwar zur Hälfte aus Frauen, sagt Schilling, aber nicht im Kader: «Es gelingt einfach nicht, Arbeitsbedingungen zu entwickeln, welche den Frauen im Topmanagement entgegenkommen.»

Leere Stühle an einem grossen Tisch.
Legende: Frauen in der Chefetage: Nicht für alle Branchen ist dies einfach umzusetzen. Keystone

Das muss sich ändern. Denn ab 2021 gelten für grosse börsenkotierte Unternehmen Geschlechter-Richtwerte. Die Unternehmen haben fünf respektive zehn Jahre Zeit, diese umzusetzen. Unternehmen, die die Richtwerte nicht erreichen, müssen sich in ihren Vergütungsberichten erklären und konkrete Gegenmassnahmen darlegen.

Guido Schilling ist optimistisch. Er geht davon aus, dass in Unternehmen bereits bis in zwei Jahren rund ein Drittel des Verwaltungsrats weiblich ist, wie gefordert, und dass längerfristig auch bei den Geschäftsleitungen das Ziel erreicht wird.

50:50 Beteiligung gewünscht

Für Margit Osterloh, emeritierte Professorin für Betriebswirtschaft der Universität Zürich, geht das zu wenig weit. «Auf lange Sicht gesehen wünsche ich mir eine 50:50 Beteiligung, dass Frauen auch in wichtigen und führenden Positionen in gleicher Weise beteiligt sind, wie es ihrem Ausbildungsstand entspricht.»

Die Geschlechter-Richtwerte sind aus ihrer Sicht also erst ein Anfang, nicht das Ziel.

Video
Aus dem Archiv: Die Chefinnen – wenn Frauen an der Macht sind
Aus DOK vom 05.03.2020.
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Heute Morgen vom 29.12.2020; 06:00 Uhr

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98 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Tanneler  (ipool)
    Das Problem fängt an der Basis an. Bereits bei der Berufswahl, sind immer noch zu viele den alten Schematas unterlegen. Gerade bei den typischen Frauenberufen sind kaum Perspektiven zur Kariere ins Management und sind zudem tieflohn Berufe. Frauenquoten fürs Management sind meines erachtens der Sache nicht dienlich, solange sich auch an der Basis nichts ändert. Es fehlt dann an komptentem Management, da primär Quoten zu erfüllen sind, für welche es zur Zeit noch zu wenige Frauen gibt.
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  • Kommentar von Remo Kucera  (Remo Kucera)
    Und ich dachte immer, es gebe sowas wie das Gleichstellungsgesetzt in der Schweiz.

    Also, dass Mann und Frau gleich gestellt sind und nicht danach beurteilt wird, ob Jemand Mann oder Frau ist.
    Aber so kann man sich irren...
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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Wie sieht's eigentlich bei Unternehmen aus in welchen fast alle Führungskräfte weiblich sind? Kommen in denen exakt dieselben Männerquoten? Falls nein ist dieses Gesetz diskriminierend.... ;-))
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