Roche und Novartis haben italienische Justiz am Hals

Nachdem die Italienische Wettbewerbsbehörde Novartis und Roche eine Millionenbusse wegen Preisabsprachen aufgebrummt hat, mischt sich jetzt die Staatsanwaltschaft ein. Sie ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug und Manipulation.

Roches Gebäude von aussen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sollen die italienische Pharmaindustrie manipuliert und betrogen haben: Roche und Konkurrentin Novartis (nicht im Bil... Keystone

Die italienischen Wettbewerbshüter haben die Pharmakonzerne Novartis und Roche mit Geldstrafen von total 180 Millionen Euro gebüsst. Sie beschuldigen beide, gemeinsam den Einsatz des Medikaments Avastin von Roche gegen die Augenkrankheit AMD verhindert zu haben. Stattdessen sollte das wesentlich teurere Mittel Lucentis von Novartis verwendet werden.

Schäden in Millionenhöhe für Lazio

Neben der Busse hat die Wettbewerbsbehörde gesammelte Dokumente über beide Unternehmen dem römischen Staatsanwalt Stefano Pesci weitergereicht.

Die Region Lazio mit der Hauptstadt Rom will als Zivilklägerin an einem möglichen Prozess gegen die Konzerne auftreten. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würden die entstandenen Schäden für die Region 60 Millionen Euro betragen.

Novartis hat von den Ermittlungen Kenntnis genommen, wie sie erklärte. Beide Pharmakonzerne weisen die Vorwürfe zurück und wollen dagegen Berufung einlegen. Die Komposition, Struktur und die therapeutischen Zwecke der beiden Medikamente seien grundsätzlich verschieden.