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SBB-Präsidentin Ribar zu den Lobby-Vorwürfen
Aus ECO vom 08.06.2018.
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SBB-Lobbying Mit Volldampf gegen die Konkurrenz

Lobbyismus und Druck auf Kantone – die SBB stehen aktuell massiv in der Kritik. Der Grund: Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte im April vorgeschlagen, dass ein Konkurrent ab Dezember 2019 die Verbindungen Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Olten übernehmen soll.

Das SBB-Monopol im Fernverkehr könnte also bröckeln. Doch kampflos will der bisherige Allein-Konzessionär das Feld nicht räumen. Wie Recherchen des «Tagesanzeiger» zeigen, lobbyieren die SBB massiv bei kantonalen Chefbeamten gegen Aufteilung der Konzession.

So weit, so normal. Irritierend ist aber die Art und Weise. So sei dem Kanton Schaffhausen der mögliche Verlust von Zusatzzügen mitgeteilt worden. Den Kantonen Waadt und Wallis wurden laut «Tagesanzeiger» die Zurückstellungen von Investitionen angekündigt. SBB-Arbeitsplätze könnten deshalb gefährdet sein.

Am Rande des Swiss Economic Forums antwortete nun SBB-Präsidentin Monika Ribar auf die Vorwürfe.

Monika Ribar

Monika Ribar

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Die Schweizer Managerin ist seit 2016 Präsidentin des Verwaltungsrats der Schweizerischen Bundesbahnen. Zuvor war sie unter anderem als CEO beim Transport- und Logistikdienstleister Panalpina tätig. Sie übt mehrere Verwaltungsratsmandate aus, darunter u. a. für Sika und Lufthansa.

SRF News: Weshalb machen die SBB so aggressiv Druck?

Monika Ribar: Wir führen selbstverständlich Gespräche mit den Kantonen. Das ist etwas vollkommen Normales – das ist schlicht und einfach unsere Aufgabe.

Wir haben keine Drohkulisse aufgebaut, sondern mögliche Konsequenzen aufgezeigt.

Wir haben immer vor den Folgen einer Aufteilung des Fernverkehrs gewarnt. Denn schliesslich können wir nicht mehr so gut zwischen rentablen und weniger rentablen Linien austarieren.

Sie haben also keinem Kanton gesagt, Stellen würden abgebaut oder Verbindungen gestrichen?

Wir haben keine Drohkulisse aufgebaut, sondern mögliche Konsequenzen aufgezeigt. Das ist aber etwas, das wir schon lange machen. Das ist nichts Neues.

Hat die SBB generell Mühe mit Konkurrenz?

Wir haben ein so gutes Angebot, dass ich überzeugt bin, dass wir mit jeder Konkurrenz mithalten können. Aber es geht ganz grundsätzlich darum, ob wir in der Schweiz den Fernverkehr auseinandernehmen wollen und ob das langfristig etwas Gutes ist.

Plötzlich wird Internet in Zügen angekündigt. Ist das nicht eine Folge der Konkurrenz?

Das Internet-Thema hätten wir so oder so gemacht, Konkurrenz hin oder her.

Muss der öffentliche Verkehr günstiger werden?

Der ÖV ist in den letzten Jahren nur teurer geworden. Wir müssen deshalb versuchen, die Gesamtkosten zu senken und Tickets und Abos für die Kunden günstiger zu machen.

Das Interview führte Reto Lipp.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Vor 116 Jahren (1902) beschloss die schweizerische Politik (der Bundesrat und die Räte) die vielen bestehenden Privatbahn-Gesellschaften zu verstaatlichen. So entstanden die SBB. Nun wollen "gewisse" Bahnexperten und die noch grösste übrig gebliebene Privatbahn (die BLS) wieder Bahnlinien aufteilen und an verschiedene Unternehmungen vergeben! Als ehemaliger Eisenbahner verstehe ich diese "Rückkehr" nicht! Ich kann aber die begonnenen harten Auseinandersetzungen und Ansprüche gut nachvollziehen!
  • Kommentar von Charles Dupond  (Egalite)
    Wenn der SBB die Filetstuecke von privat aktionierten Gewinnsuchtkonkurrenten geklaut werden koennen, muss sie zwangsleufig den Randregionenluxus abbauen. Das ist eine Warnung vor den Tatsachen, nicht eine Drohung....
  • Kommentar von Raymond Klaus  (Ray)
    Es wird langsam Zeit das die SBB Konkurrenz bekommt. Schön Wetter Kapitäne mit hohen Löhnen auf dem Buckel der Bevölkerung. Die BLS soll nur ihre gewünschten Linien erhalten.
    Die SBB Führung leben wohl noch in den Wolken. Die Argumente der SBB sind unbegründet und fadenscheinig.