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Schweizer Bootsbauer klagen Bewerberflaute bei Werften

Legende: Audio Nachwuchsmangel bei Schweizer Bootswerften abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
01:39 min, aus HeuteMorgen vom 03.11.2018.
  • Etwa 1200 Personen arbeiten heute in der Schweiz in Werften – Tendenz abnehmend.
  • Zählte die Branche im Jahr 2003 noch 180 Lernende sind es derzeit nur noch 110.
  • Die Gründe für den gravierenden Nachwuchsmangel sind vielfältig.

Die Schweiz ist eine Segel- und Bootsnation: nirgendwo in Europa gibt es auf den Gewässern eine grössere Dichte an Schiffen und Booten wie hier. Um die 100'000 Boote sind es und jedes Jahr kommen rund 300 dazu.

Zahl der Lernenden nimmt rapide ab

Doch all diese Boote müssen unterhalten, repariert oder auch neu gebaut werden. Das aber wird immer schwieriger, denn der Branche fehlt der Nachwuchs.

Rund 1200 Personen arbeiten heute in der Schweiz in Werften - Tendenz abnehmend. Vinzenz Batt, beim Schweizerischen Bootbauer-Verband verantwortlich für die Ausbildung, schlägt nun Alarm: «Wir blicken zurück auf 180 Lernende im Jahre 2003 und jetzt sind wir aktuell noch bei 110 Lernenden bei uns in beiden Berufen: Bootfachwart und Bootbauer».

Dutzende Stellen bereits unbesetzt

Yves Bosshart ist Chef einer der grössten Werften der Schweiz, der Pro Nautik am Bodensee. Er bestätigt den Befund: «Ja, das ist richtig. Es ist im Alltag ein grosses Problem. Uns fehlen die Lehrlinge, wir haben zu wenig Nachwuchs. Die Lehrstellen wären vorhanden, aber wir finden nicht genügend Lehrlinge, die diesen Beruf ausüben wollen».

Gibt es zu wenig Lehrlinge, fehlen auf dem Arbeitsmarkt bald auch die fertig ausgebildeten Fachkräfte - momentan sind in den Werften etwa 60 Stellen unbesetzt. Die Akademisierung sei ein Grund, wieso junge Menschen dem Bootsbau den Rücken zudrehten, glaubt Vinzenz Batt.

Ausgelernte landen oft bei anderen Unternehmen

Bei den ausgebildeten Bootsbauern gebe es aber noch ein ganz anderes Problem, meint er: «Dass wir auch immer wieder das Problem haben, dass ausgelernte Leute von uns von bekannten Betrieben in der Schweiz übernommen werden - etwa vom Sauber-Formel-1-Rennstall oder den Pilatus Flugzeugwerken. Und die fehlen uns dann natürlich massiv in der Branche.» Alleine beim Flugzeugbauer Pilatus arbeiten aktuell rund 30 ausgebildete Bootshandwerker.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Wohl kaum. Wenn schon zehntausende gebietssprachmaechtige Schweizer Schulabgaenger immer mehr Jahre Warteschlaufen in Berufswahlschulen, Motivationssemestern Gratispraktika, usw. pp durchvegetieren muessen, bis sie vielleicht zu einer Leere begnadigt werden. Und das ohne in den Statistiken aufzuscheinen auf dem Puckel der Eltern oder des Sozialamtes statt in der Arbeitslosenversicherung....
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  • Kommentar von Leo Degelo (Leo Degelo)
    Was ich gerne wüsste: bieten die Bootswerften Praktikas und Anlehren für Flüchtlinge an? Wär ja auch ein Lösungsansatz.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Wohl kaum. Wenn schon gebietssprachmaechtige Schweizer immer mehr Jahre Warteschlaufen in Berufswahlschulen, Motivationssemestern Gratispraktika, usw. pp durchvegetieren muessen, bis sie vielleicht zu einer Leere begnadigt werden. Und das ohne in den Statistiken aufzuscheinen auf dem Puckel der Eltern oder des Sozialamtes statt in der Arbeitslosenversicherung....
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Und einmal mehr wird der angebliche Leerlings"mangel" bejammert, ohne die Zahl der abgewiesenen Bewerber auch nur anzugeben, geschweige denn auszuweisen....
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