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Wirtschaft Schweizer Hotels: Kampagne gegen Buchungsplattformen

Die Schweizer Hoteliers stören sich an der Dominanz von Online-Buchungsplattformen wie booking.com. Denn für die Hotels fallen Kommissionen von bis zu 25 Prozent an. Nun wollen Sie mit einer Kampagne wieder vermehrt den direkten Kontakt zu den Gästen suchen – sich selbst und eben diesen zuliebe.

Legende: Video Schweizer Hotels «direkt buchen»? abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 01.01.2016.

Seit 170 Jahren beherbergt das Hotel Schweizerhof in Luzern Gäste. Rund die Hälfte der Individualreisenden bucht den Aufenthalt im Fünfsterne-Haus inzwischen online über Buchungsplattformen.

Für Hoteldirektor Clemens Hunziker sind diese Plattformen wichtig. Er stört sich aber an deren Dominanz im Internet: «Wenn Sie jetzt direkt das Schweizerhof Luzern suchen, dann auf eine Buchungsplattform kommen und eigentlich fast gezwungen sind, über booking.com oder sonst eine Plattform zu buchen – ich denke, das ist nicht der Auftrag der Buchungsplattform.»

Hotels zahlen Kommissionen bis zu 25 Prozent

Bei Buchungsplattformen fallen Kommissionen von bis zu 25 Prozent an. Und: Die Geschäftsbedingungen sind restriktive. booking.com zum Beispiel verlangt von den Hoteliers, dass sie nirgendwo im Netz die Zimmer günstiger anbieten.

Das deutsche Bundeskartellamt hatte jüngst diese Praxis für ungültig erklärt. booking.com will den Entscheid anfechten. In der Schweiz hatte zuvor die Wettbewerbskommission entschieden, dass die Hoteliers billigere Zimmerpreise anbieten können als die Online-Portale: Wenn sie eine Offline-Anfrage beispielsweise per Post erhalten. Auf ihren eigenen Homepages können die Hoteliers allerdings nicht billigere Preise anbieten als die Buchungsportale.

Marc Kaufmann vom Hotelverband hotelleriesuisse wünscht sich, dass die Schweizer Wettbewerbskommission weiter gehen würde: «Die Buchungsplattformen haben einen ausserordentlich hohen Marktanteil und somit in unseren Augen eine marktbeherrschende Stellung.» Das zeige sich daran, dass die Kommissionen eher steigen und nicht sinken würden, so Kaufmann. «Wir sehen darin einen nicht-funktionierenden Wettbewerb.»

«Direkt buchen» soll Gästen und Hotels zugute kommen

Für die Hotels bedeuten steigende Kommissionen weniger Einnahmen. Um dem entgegenzuwirken, haben europaweit Hoteliers die Kampagne «Direkt buchen» lanciert. Das Logo will auch der Schweizerhof Luzern auf seiner Webseite schalten.

Direktor Hunziker ruft die Gäste auf: «Buchen Sie direkt, dann haben wir den direkten Kontakt.» Man könne viel individueller auf die Gäste eingehen. Und das habe für das Hotel «natürlich auch den Vorteil, dass keine Kommissionen anfallen.» Das Hotel will die Einsparungen durch direktes Buchen den Gästen in Form von Gutscheinen weitergeben.

12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Für den Normalverdiener ist das so oder so kein Thema . Und die es haben sollen bezahlen was es wert ist.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Das Gejammer der CH Hoteliers ist bezeichnend für die Ohnmacht der Beherbergungsbranche.1. Kann ein Hotel selbst entscheiden, ob es auf der Buchungsplattform mitmachen will oder nicht. Jeder kennt die Bedingungen! 2. Haben es die Hoteliers in all den Jahren nicht geschafft, ein eigenes System aufzubauen. Missgunst & Neid sind die Haupttreiber dieser Entwicklung.Wer nur jammert & selbst nicht innovativ ist hat keinen Grund, sich über die Umstände zu beklagen.Ich setze auf die Buchungsplattformen!
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  • Kommentar von Peter Escher (Peter)
    ... und - bei höheren Preisen bei " Direkt - Buchungen ", Preisdifferenz nachfragen .., so einfach ;-)
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