Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweizer im Höhenflug Schweizer Computerspiel gewinnt Entwickler-Wettbewerb

Zürcher Game-Tüftler haben sich gegen über 500 Studios aus aller Welt durchgesetzt. Trotzdem: Das Geschäft mit Computer-Spielen bleibt ein riskantes.

Schweizer können’s – das finden die weltbekannte Unterhaltungsschmiede Universal und das Softwarehaus Unity. Sie krönten heute in Los Angeles an einer Kreativmesse die Schweizer Game-Tüftler Gbanga zu den Siegern eines Wettbewerbs.

Ihre Aufgabe in der unter anderem von Universal ausgerufenen «GameDev Challenge» war es, auf Basis eines von fünf Film- und Comic-klassikern aus dem Hause Universal ein Computer-Spiel zu entwickeln. Zur Auswahl standen die Fernsehserien «Battlestar Galactica», «Voltron Legendary Defender», die Filme «Der weisse Hai» und «Zurück in die Zukunft», sowie der Comicbuchklassiker «Turok Son of Stone».

Legende: Video Eindrücke des Prototyps: Das Strategiespiel «Voltron – Cubes of Olkarion» ist an das allseits bekannte Spiel Schach angelehnt. abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.10.2018.

Das 14-köpfige Entwickler-Team von Gbanga setzte sich in der ersten Runde gegen über 500 Teilnehmer aus 60 Ländern durch. Auch im Finale konnte Gbanga sich gegen fünf Kontrahenten behaupten und gewinnt neben dem Preisgeld von 150'000 US Dollar einen Beratungsvertrag mit Universal, um den Prototyp ihres Computerspiels «Voltron - Cubes of Olkarion» weiterzuentwickeln.

Freude in Zürich

«Es ist super toll, dass wir es so weit geschafft haben und dass wir uns gegen all die internationalen Mitbewerber durchsetzen konnten», freut sich Matthias Sala, Geschäftsführer von Gbanga. Das Team hat den Prototyp des Games extra für den Wettbewerb in den USA entwickelt. Ob es dieser zur Marktreife schafft und ein Kassenschlager wird, bleibt abzuwarten.

Der Erfolg von Gbanga zeigt: Schweizer Game-Studios sind durchaus in der Lage, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Heute beschäftigen Schweizer Game-Entwickler über 500 Mitarbeiter, die hiesige Game-Branche floriert. Ihr volles Potential schöpft sie jedoch nicht aus. Warum bloss?

«Spiele haben einen immer besseren Stellenwert, aber trotzdem sind Investoren weiterhin skeptisch», erklärt Matthias Sala. Die Suche nach Geldgebern gestaltet sich schwierig, Computerspiele sind ein Risikoinvestment - floppt das Spiel, ist das Geld weg.

Grosse Hürden trotz Talent

Es gäbe durchaus Möglichkeiten, dieses Risiko abzufedern, findet Guido Berger. Laut dem SRF-Digitalredaktor fehlen in der Schweiz aber die notwendigen Strukturen: «In der Schweiz gibt es noch fast keine Vertriebskanäle. Hat eine Firma mehrere Spiele im Angebot, kann ein erfolgreiches andere Spiele quersubventionieren». Die grossen Distributoren seien in der Regel aber im Ausland, die Schweiz kenne so ein System noch nicht.

Legende: Video SRF-Digitalredaktor Guido Berger über die Spieleentwicklerbranche. abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.10.2018.

Wie in anderen Branchen sind auch in der Game-Industrie die hohen Lohnkosten in der Schweiz ein Problem. Die Entwicklung eines guten Spiels wird dadurch noch teurer. Das wirke sich auch auf die Schweizer Entwickler aus, so Guido Berger: «Die müssen mit jedem Game das Geld reinholen, das sie brauchen um das nächste Game zu entwickeln.»

Deshalb seien Schweizer Entwickler wohl weniger risikofreudig. Es ist also Überzeugungsarbeit bei der Kapitalbeschaffung notwendig – und der Mut, etwas Aussergewöhnliches zu wagen. Denn Talent hat es in der Schweiz genug.

Legende: Video Schweizer Game-Brache im Aufwind abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.10.2018.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    IT ist eine Branche in der ganz Europa erstaunlich schwach ist. Wir haengen am Tropf der US Giganten. Facebook, Google, Microsoft etc. keine europaeische Alternativen. Selbst Korea hat ein eigenes Social Media Netzwerk, obwohl facebook und whatsapp existieren dort. Warum schafft Europa da die Unabhaengigkeit nicht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Willi Fetzer (wi)
    Und immer wieder werden wir auf die Zukunft hingewiesen. Autonomes fahren, kūnstliche Intelligenz, die selbständig lernt! Jedoch scheinbar schaffen wir es nicht, DARSTELLUNGEN und Texte so zu gestalten, dass nicht ein Wort getrennt wird und dann auf der nächsten Zeile nur noch ein Buchstaben übrigbleibt, wie z.B. in diesem Artikel!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen