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Legende: Audio Bei den Schweizer Bergbahnen herrscht ein Überangebot abspielen. Laufzeit 02:44 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 27.12.2018.
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Schweizer Skigebiete Verdrängungskampf am Berg

Trotz gegenwärtigem Hochbetrieb auf den Skipisten: Der Konkurrenzkampf ist gross, viele Bahnen kämpfen ums Überleben.

Nach den vielen Investitionen der Bergbahnen in den vergangenen Jahren gibt es ein Überangebot, sagt Andreas Deuber. Er leitet den Tourismusbereich der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur. «Das Überangebot besteht natürlich nicht an den Spitzentagen über Weihnachten oder während den Sportferien. Das Überangebot besteht ausserhalb dieser Spitzenzeiten unter der Woche, wo einfach sehr schlechte Auslastungen gegeben sind», so Deuber.

Das Überangebot besteht ausserhalb dieser Spitzenzeiten unter der Woche, wo einfach sehr schlechte Auslastungen gegeben sind.
Autor: Andreas DeuberHTW Chur

Die Betreiber der Anlagen kämpfen nicht nur mit dem Überangebot unter der Woche, sondern auch mit saisonalen Schwankungen. Im Kanton Graubünden zum Beispiel werden 90 Prozent der Umsätze der Bergbahnen im Winter erwirtschaftet. Im Sommer fehlen die Gäste.

«Das führt dazu, dass diese fixkostenlastigen Anlagen häufig nicht genutzt sind. Deshalb sind die resultierenden Cashflows zu tief, um die laufend hohen Investitionen bestreiten zu können», sagt Deuber.

Bahnen rechnen mit Strukturbereinigung

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens «PwC» rechnen zwei Drittel der befragten Bergbahnen mit einer Strukturbereinigung in der Branche. Das heisst, dass ohne neues Geld Bahnen verschwinden könnten. Im laufenden Jahr mussten verschiedene Bahnen saniert werden, zum Beispiel Moosalp, Hohsaas, Klosters-Madrisa, Wiriehorn, Pizol, Vals und andere.

Wenn man sich die Bilanzen der Unternehmen anschaut, ist die Situation von supersolide bis wirklich prekär.
Autor: Philipp LütolfHochschule Luzern

43 Prozent der kleinen Betriebe beurteilen die Zukunft als schwierig. Auffallend bei den Bergbahnen sei der grosse Unterschied in den Bilanzen, sagt Philipp Lütolf, Professor an der Hochschule Luzern: «Wenn man sich die Bilanzen der Unternehmen anschaut, ist die Situation von supersolide bis wirklich prekär.»

Skifahrer auf der Piste
Legende: Über die Festtage besteht kein Überangebot für Skifahrer, in der Zwischensaison allerdings schon. Keystone

Kaum verwunderlich. Gut laufen jene Bahnen, die im Winter und Sommer ausgelastet sind. Jungfraubahnen, Matterhorn, Titlis – diese Bergbahnen expandieren weiter. Jene Bergbahnen hingegen, die in Schieflage geraten, sind auf die Hilfe der öffentlichen Hand und die umliegenden Gemeinden angewiesen. Das haben die Beispiele der letzten Monate gezeigt.

«Die öffentliche Hand muss im Prinzip entscheiden, wie wichtig ihr die Gebiete sind. Wenn dann die Antwort ist ‹Diese Gebiete bringen volkswirtschaftlich viel Nutzen›, dann müssen sie auch die Kosten auf sich nehmen, um diese Gebiete zu erhalten», erklärt Lütolf.

Grosse Abhängigkeit der Berggebiete

Viele Berggebiete sind vom Tourismus abhängig. Allein bei den Betreibern der Bergbahnen arbeiten in der Schweiz 16'000 Personen im Personentransport und den direkt angeschlossenen Hotels und Restaurants. Viel Schnee und gutes Wetter würden der Branche helfen. Die strukturellen Probleme hingegen sind damit nicht gelöst.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von b. glaset  (glaset)
    Schön und gut, aber wer bietet denn der Bergbevölkerung Alternativen an? Die Berge und ihre dazugehörigen Bahnen mit etwas Landwirtschaft sind fast die einzigen Einnahmequellen der Bergler. Die Medien wissen aber seit Jahren sehr gut, wie man medienwirksam den Berglern die Lebensgrundlage entzieht. Beispiele: 2.Wohnungsinitiative, Skibetrieb ganz allgemein, alles wurde und wird schlechtgeschrieben. Resultat: Die Leute wollen nur noch auf den Berg wenn 100% Wettergarantie besteht!
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  • Kommentar von H. Lange  (Interessierter)
    Überangebot oder nicht; es macht nur Spass wenn die Pisten nicht so voll sind. Somit steht dies im Schon vorab im Wiederspruch. Die Bereinigung wird in den kommenden ca. 20 Jahren stattfinden. Die Bergbahnen müssen sich neu erfinden und an ganz neuen Angeboten und Konzepten arbeiten. Es gibt da interessante Ideen und Möglichkeiten welche jede selbst herausfinden muss. Weiter hängt es auch davon ab, wie die Arbeitsplatzsituation dort aussieht und wie wichtig diese für die Region sind.
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    1. Antwort von Charles Dupond  (Egalite)
      Auch immer mehr immer teurere und kompliziertere Neuerfindungen koennen die Folgen des Vernichtsungsstress nur temporaer pflaesterlen statt nachhaltig heilen. Dem Skifahrervolk wurde die Kaufkraft zum Skifahren geklaut. Der Geldadel und die Fernturisten kommen nur in Teilen der Hochsaeson und werden dann durch den Vernichtungsstress abgeschreckt. Der Klimawandel wird den hoechstgelegenen Gebieten noch eine Galgenfrist verschaffen; unter 1500 m geht schon jetzt nix mehr ohne massive Verluste....
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  • Kommentar von Christian Schipp  (Dakine7245)
    Wieso bringt man so einen Artikel genau jetzt? Es mag ja alles „stimmen“ aber jetzt wäre es wichtig, dass man allen Unterländern Bilder vom tollen Schnee und Sonne zeigt, damit diese sich unmittelbar auf den Weg in die schönsten Berge der Welt machen.
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    1. Antwort von Raffael Hirt  (Sten Egil Dahl)
      SRF steht für Schweizer Radio und Fernsehen, nicht Schweizer Randgebiete-Förderung.
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