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Berichtssaison nimmt Fahrt auf Schweizer Wirtschaft läuft wie geschmiert

Jetzt folgen die Halbjahreszahlen der grossen Konzerne Schlag auf Schlag. Ein Überblick der wichtigsten Entwicklungen.

Legende: Video Schweizer Wirtschaft läuft wie geschmiert abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2017.
  • Die Schweizer Pharma- und Chemieunternehmen haben im ersten Halbjahr sieben Prozent mehr exportiert.
  • Global zieht die Konjunktur an, die Stimmung ist tendenziell positiv.
  • Nächste Woche werden besonders viele Halbjahresergebnisse bekannt.

Die grossen Schweizer Firmen gewähren wieder Einblick in ihre Bücher. Die Berichtssaison hat diese Woche so richtig Fahrt aufgenommen. Und heute publizierte die Eidgenössische Zollverwaltung die Exportzahlen des ersten Semesters. Die lassen sich sehen: Noch nie haben Schweizer Unternehmen so viel ins Ausland exportiert wie in diesem Halbjahr. Der Exportboom gründet vor allem auf der Chemie und der Pharma, die ihre Ausfuhren um fast sieben Prozent steigern konnten. Mit rund 50 Milliarden Franken sind diese beiden Wirtschaftsbranchen für die Hälfte aller Schweizer Exporte verantwortlich.

Die Exporte sind auf einem Rekordhoch.
Legende: Die Exporte sind auf einem Rekordhoch. SRF

Uhrenindustrie fängt sich

Bei der Maschinen- und Elektroindustrie wie auch bei der Uhrenindustrie stagnierten die Ausfuhren hingegen. Für die Uhrenindustrie sind das positive Nachrichten, denn es bedeutet: die Talsohle ist durchschritten. In den letzten eineinhalb Jahren waren die Ausfuhren in der drittgrössten Exportbranche rückläufig. Die Uhrenhersteller profitierten besonders von der stärkeren Nachfrage aus China.

Für die Berichtssaison der entsprechenden Branchen sind die Exportzahlen ein positives Zeichen. Tatsächlich konnte die Ems-Chemie bereits letzte Woche mit Rekordzahlen aufwarten. Am Dienstag war dann Börsenschwergewicht Novartis an der Reihe. Die Zahlen des Pharmakonzerns spiegelten das Exportwachstum der Branche aber nicht wider, der Umsatz wuchs nur schwach. Weil die Medikamenten-Pipeline des Pharmakonzerns viel verspricht und eine neue Krebstherapie kurz vor dem Durchbruch steht, stiegen die Novartis-Titel trotzdem an.

Hohe Nachfrage aus China und Nordamerika

In der Industrie waren die Nachrichten bisher gemischt. Heute hat ABB das Halbjahresergebnis bekanntgegeben, das die Anleger enttäuschte. Der Auftragseingang stieg nur flach an, ebenso der Umsatz.

Auch beim Textilmaschinenhersteller Rieter stockte der Umsatz, er lag tiefer als im Vorjahr. Dafür glänzte Georg Fischer. Die Rohrleitungssysteme der Schaffhauser Firma wurden häufiger bestellt als im Vorjahr, insbesondere in China und in den USA. An der Börse sorgte das für Begeisterung, der Aktienkurs stieg zwischenzeitlich über 15 Prozent.

Jetzt kommt die Super-Woche

Im SMI hat die Berichtssaison bisher keine grossen Bewegungen ausgelöst, der Index bewegte sich seitwärts. Für eine abschliessende Analyse ist es aber zu früh, denn jetzt kommt die Super-Woche. Am Montag eröffnen LafargeHolcim, Lonza sowie Julius Bär den Reigen. Am Donnerstag präsentieren dann ganze elf börsenkotierte Unternehmen ihre Zahlen, darunter auch Nestlé, Roche und Sika. Freitags folgen zum Wochenschluss mit UBS und Credit Suisse die beiden Grossbanken.

Nach dieser Konzentration von Halbjahresabschlüssen wird es wieder ruhiger, auch wenn im August noch viele Ergebnispräsentationen anstehen. Umso mehr steht die ereignisreiche nächste Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Noch selten so einen simplen Bericht über Wirtschaftswachstum gelesen. Ich lese zwischen den Zeilen, dass es nur den Grossen gut geht wie immer - die vielen Kleinen Unternehmen hungern sich durch die Kriese die hier schön geredet wird. Tausende Konkurse und Stilllegungen werden verschwiegen - solche Berichte könnten Angst verbreiten - mit den Verlierern will niemand zu tun haben. Ich frage mich nur wohin wir wachsen - von Lebensqualitätswachstum des Büezers lese ich nie etwas .
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (sensus communis)
    Wir alle profitieren von diesen Entwicklungen, oder will das jemand bestreiten?
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    1. Antwort von Franz Keller (franzke)
      Sie haben recht, ganz speziell die Angestellten mit den riesigen jährlichen Salärerhöhungen.
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      Herr Bächler,Ja ich bestreite das,nur ein Teil profitiert wirklich,der Rest leidet unter dem Druck des ständigen Wirtschaftswachstums um jeden Preis, die Menschlichkeit und Lebensqualität bleiben auf der Strecke,Neid und Missgunst breiten sich aus weil die Schere immer weiter auseinander geht.....
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Chemie- und Pharmalobby - die "Krönung" der Welt-Zerstörung! Profit um "jeden" Preis - die weitere Bereicherung der mächtigen "Managergilde" von Chemie und Pharma-Lobby (nicht zu vergessen die vielen "Mitkriecher"- Profiteure bis hin zu der Politik -lukrative VR-Mandate, Spendengelder für gewisse Parteien...), auf Kosten der "Weltgesundheit"....
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