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Negativrendite, doch noch ist es nicht dramatisch
Aus Tagesschau vom 08.05.2020.
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Sinkende Deckung Coronakrise setzt Pensionskassen zu

Die Complementa-Studie zeigt erstmals das Ausmass des Schadens, den das Virus bisher bei den Pensionskassen verursacht hat. Das Kapitalpolster, das im vergangenen Jahr geschaffen wurde, war Ende April vollständig aufgebraucht.

Wie sicher sind unsere Pensionskassen? In den ersten vier Monaten des Jahres verbuchten die Pensionskassen in der Schweiz auf ihren Anlagen ein Minus von 3.9 Prozent. Der Deckungsgrad sank im Schnitt um 4.9 auf 103 Prozent. Der Deckungsgrad zeigt, ob eine Pensionskasse in der Lage ist, sämtliche Leistungsverpflichtungen zu erfüllen.

Das ist zwar immer noch gut genug, denn eine Pensionskasse wird in der Regel erst bei einem Deckungsgrad von 90 Prozent zu einem Sanierungsfall. Erst dann müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam Geld einschiessen, um die Kasse zu stabilisieren. Davon sind wir noch weit entfernt. Es gibt nur wenige Kassen, die in eine Unterdeckung geraten sind.

Was hat zum Rückgang des Deckungsgrads geführt? In erster Linie waren die fallenden Aktienkurse dafür verantwortlich. Das lässt ich am Beispiel der Schweizer Bluechip-Börse exemplarisch zeigen. Am 24. Februar erreichte der SMI einen Höchststand von 11'270 Punkten, heute befindet er sich bei rund 9650 Punkten. Innerhalb von nur zwei Monaten sank der SMI um fast 15 Prozent.

Pensionskassen können bis zu 50 Prozent des Vermögens in Aktien halten. Aktuell liegt der durchschnittliche Aktienanteil bei 31 Prozent. Praktisch alle Schweizer Pensionskassen sind in SMI-Werte investiert. Jeden zweiten Franken investiert die 2. Säule jedoch Ausland, wobei sie die Währungsrisiken zu einem grossen Teil absichert. Das hat die Kassen trotz Börsenminus stabilisiert.

Wie können Pensionskassen Rendite erwirtschaften? Im Finanzmarkt sind die Zinsen immer noch sehr tief. Als sicher geltenden Obligationen, wie etwa Schweizer Bundesanleihen, werden negativ verzinst und werfen keine Erträge mehr ab. Unsere Pensionskassen sind also auf funktionierende Aktienmärkte angewiesen, um Gewinne zu erwirtschaften. Gewisse Pensionskassen verfügen neben festverzinslichen Anlagen, alternativen Anlagen wie Hedge Fonds oder Immobilien einen Aktienanteil von bis zu 40 Prozent.

Was bedeutet die Krise für die Versicherten? Die Pensionskassen könnten weiter unter Druck geraten. Mit zunehmenden Zahlungsschwierigkeiten der Unternehmen geraten Arbeitgeberbeiträge in Gefahr. Das ist vor allem in einzelnen Branchen der Fall, bei denen es in den vergangenen Wochen zum kompletten Lockdown gekommen ist. Gleichzeitig melden Kassen eine Zunahme von Fällen psychischer Invalidität, was die Rentenkassen weiter belastet.

Durch das weiterhin tiefe Zinsniveau und die steigende Lebenserwartung sind Kassen gezwungen, den Umwandlungssatz zu senken. Mit durchschnittlich 5.53 Prozent liegt der Umwandlungssatz 2020 nochmals 0.1 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr, was für Arbeitnehmende, die ins Pensionsalter kommen, tiefere Renten bedeutet.

Tagesschau vom 08.05.2020

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Wirz  (uwi)
    Alle sind sich einig das es so nicht weiter geht Wir haben heute schon versprochene Umwandlungssätze von 5%
    Die heutigen Rentner können sich mit ihren teilweise 7% zurücklehnen oder kritische Komentare schreiben
    Wir und die Arbeitgeber müssen einfach Zahlen
    Einfache Lösung jeder bekommt sein angespartes Geldund schaut selber wie er damit zurechtkommt,auch die Rentner Guthaben bei Pension minus schon bezogen gleich Kapital. Weiss die entrüstung wird wieder riesig sein
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  • Kommentar von Rene Caduff  (Rene Caduff)
    Die Banken haben riesige Gewinne gemacht an der Börse und jetzt einfach Rückstellungen gemacht wegen den Verlusten die drohen mit offenrn Krediten. Ein Schweizer Anbieter mit Fernseh Werbung hat Anlage Prodikte die jetzt gleich viel Wert haben wie vor 20 Jahren es ist eine frechheit was für Löhne und kommisionen bezogen werden bei solchen Ergebnissen.
    Für uns ist es eine Katsstrophe wie die Pendsionskassen arbeiten weil unser eingezahltes Geld immer weniger Kaufkraft hat.
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    1. Antwort von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
      ....genau René Caduff, die Demokratie funktioniert! (Das Volk zahlt!)
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  • Kommentar von Jack Plump  (Santiago)
    Ich finde es schlichtweg eine Sauerei, dass die Pensionskassen unser hart erarbeitetes Geld bis 50% in aktien spekulieren dürfen. Anlegen kann man ja bei der heuteigen Bördenpolitik nicht mehr ehrlich sagen. Dieses Gesetz müsste man dringend ändern. Jeder Liegenschaftervewalter, welcher sich einigermassen "normal" benimmt, hat immer noch eine Rendite von 4-6%. Und das seit Jahrzenten. Mehr preiswerte Wohnungen bauen, das wäre Investetion fürs VOLK. Börsencrash=alles Geld weg????
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    1. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Herr Plump, 4 - 6% ohne Aktien? Wie wollen Die das erreichen? Haben Sie einen Tip? Und dann wollen die Linken noch das keine Dividenden ausbezahlt werden dürfen, ja wie soll denn eine PK Gewinn erwirtschaften?
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