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Sinkende Preise Kaffeebohnen in der Krise

Die Preise für Kaffeebohnen sind in einem Tief. Kaffee dürfte darum wohl bald weniger kosten – aber nicht überall.

Legende: Audio Preis von Kaffeebohnen sinkt abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
01:27 min, aus HeuteMorgen vom 18.09.2018.

Kaffee ist ein schwieriges Geschäft. Denn der Preis für die aromatischen Bohnen ist volatil, macht also von Jahr zu Jahr grosse Sprünge. Das hat mit den Export-Mengen in den Produktionsländern zu tun und mit dem Wetter, das ganze Ernten vernichten kann.

In den letzten Jahren zeigte der Trend allerdings stets nach unten. Ein Sack Kaffee kostet derzeit massiv weniger als noch vor einem Jahr – und dies, obwohl die Nachfrage ungebrochen ist.

Brasiliens Währungskrise ist schuld

Grund für den Preisverfall von Kaffee seien Währungsprobleme im grössten Produktionsland Brasilien, erklärt Analyst Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank. Der brasilianische Real habe sich seit Anfang Jahr rund ein Viertel abgewertet. Gleichzeitig sei der Dollar stark geblieben gegenüber dem Real, so Schwendimann weiter. «Das hat dazu geführt, dass der Kaffeepreis in Dollar gemessen um etwa ein Viertel gesunken ist.»

Unter diesen Bedingungen sei es für ein Land wie Brasilien schwierig, die Kaffee-Produktion zu drosseln und weniger zu exportieren, bis der Preis wieder steigt, sagt ZKB-Analyst Schwendimann. Denn die Kaffeebauern haben kaum genug Reserven, um eine solche Durststrecke zu überstehen.

Im Restaurant wird Kaffee kaum günstiger

Vom tiefen Kaffeepreis profitieren könnten Kaffee-Trinker in der Schweiz. Schwendimann rechnet damit, dass der Kaffee im Laden bald billiger wird.

Der Kaffee im Restaurant oder im Becher für unterwegs dürfte hingegen kaum günstiger werden. Denn dort spielen Lohnkosten, Lokalmiete, Lager- und Röstkosten eine viel grössere Rolle. Der Kaffee selbst macht bloss einen Bruchteil aus.

Infografik Kaffee-Konsum weltweit

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7 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die dunklen Bohnen sind aktuell auf dem Weltmarkt so günstig wie seit einem Jahr nicht. Kaffee-Bauern kämpfen ums nackte Überleben. Brasiliens Währungskrise ist schuld. die Kaffee-Bauern verdienen somit noch weniger, wie sollen sie solche Durststrecke überstehen? Diese Bauern können einem leid tun, hängt meistens die ganze Existenz vom Kaffee ab.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Die müssen die Preise nicht unbedingt senken, vor allem nicht die Produzentenpreise. Noch mehr Kaffee trinken kann ich einfach nicht....
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Fairtrade... ich schreie...1kg Kaffeebohnen vom Bauer 2.79... sind gerade mal 45 rand.. 1kg Kaffee.. man muss Kaffee anpflanzen, duengen bewaessern, wenn die Beeren reif sind abpfluecken.. und quetschen, dann im Wasser fermentieren so 48 Stunden.. dann die Bohnen auswaschen... trocknen.. und dann die Bohnen, immer noch in einer harten Huelle, mit einem Stock schlagen und dann Huelle und gruene Bohne separieren. Ich habe meinen eigenen Kaffee, aber ehrlich, billiger waere kaufen!!!!
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    1. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      an die Ablehner... fair trade waere wenn der Bauer mindestens das Doppelte bekommen taete.. also ca 6sfr per Kg.. Der Afwand, und dabei ist viel Handarbeit, ist enorm.. ich habe es beschrieben.. Alle die nach dem Kauf der Rohbohnen mit Kaffee handeln machen anstaendige Gewinne, ausser dem Farmer.. der hat kaum genug zum Ueberleben... Das sind unumstossbare Tatsachen.!
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