Ski-Mieten: Preiskampf wegen neuer Buchungsplattformen

Bald jeder zweite Skifahrer hierzulande mietet seine Skis. Das Geschäft machen aber nicht mehr nur etablierte Schweizer Sporthändler wie Intersport. Starken Zuwachs verzeichnen Online-Vermieter wie Swissrent sowie Preisbrecher aus dem Ausland.

Springender Skifahrer von unten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mieten statt kaufen, online statt vor Ort: Das Verhalten des Ski-Sportlers ändert sich. Colourbox

Hält der Trend der letzten Jahre an, werden in der Schweiz bald mehr Skimieter auf den Pisten unterwegs sein. Die grossen Mietanbieter Intersport, Swissrent, Sportxx und Athleticum rechnen mit einem weiteren schnellen Wachstum des Mietmarktes. Genaue Anteilserhebungen gibt es nicht. Marktführer Intersport besitzt 50 Filialen im Mittelland und ist inzwischen in 80 Skigebieten präsent. Doch hier, vor Ort, wird der Konkurrenzkampf nun immer schärfer.

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Trend Ski-Miete

Trend Ski-Miete

Die Umsätze aus der Skivermietung sollen laut Sporthändlern bereits höher sein als aus den Verkäufen von Skiausrüstung. Die Umsätze aus den Skiverkäufen lagen die Saison 2015//16 bei rund 140 Mio. Franken. Die Anzahl der Skiverkäufe ging von 500‘000 Mitte der 80er-Jahre auf 200‘000 letzte Saison zurück.

Partnerschaft generiert mehr Kunden

Über hundert Skigeschäfte in den Wintersport-Orten haben sich einem Online-Vermieter oder -Broker angeschlossen. Der französische Online-Vermieter Skiset etwa hat 800 Partnergeschäfte in Europa, 53 davon in der Schweiz. Die Touristen reservieren sich ihre Skiausrüstung über das Skiset-Portal und holen das Material vor Ort im Partnergeschäft ab. Dieses liefert Skiset eine hohe zweistellige Kommission aus dem Vermieterlös ab. Den Partnershops bringt Skiset zusätzliche Kunden sowie günstige Einkaufskonditionen für das Skimaterial.

Ähnlich wie Skiset arbeitet Swissrent. Der Online-Vermieter aus Davos ist gemessen an den Vermietpunkten nach Intersport die Nummer zwei auf dem hiesigen Vermietmarkt. In den letzten zwei Jahren hat er sein Partnernetzwerk von 30 auf 60 erhöht. Swissrent seinerseits ist Partner der österreichischen Online-Brokerin Snowell mit 600 Verleihpartnern in ganz Europa und 70 in der Schweiz. Snowell positioniert sich mit tiefpreisigen Familienangeboten.

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Ski-Vermieter

Ski-Vermieter

Anzahl der Verleihstellen:

  • intersportrent.ch: 130
  • snowell.com: 70
  • swissrent.com: 60
  • skiset.de: 53
  • sportxx.ch: 32
  • athleticum.ch (ohne Online-Reservation): 20

Ansage gegen den Preiskampf

Das Skigeschäft wird zunehmend zum Vermietgeschäft im Internet. Der Gründer von Swissrent, Boris Bossi, sieht in der Schweiz Potenzial für einen Skimietanteil bis 70 Prozent. Bossi sagt: «Der Skisport ist sicher nicht tot, wir müssen ihn in Zukunft einfach noch besser verkaufen.» Den Touristen solle noch mehr Komfort geboten werden – so dass sie etwa Skimiete, Skidepot und Skitickets an einem Ort erhielten.

Der etablierte Sporthändler Intersport vermietet inzwischen rund einen Drittel seiner Skis und zunehmend über das eigene Internetportal. Der Chef von Intersport Schweiz, Patrick Bundeli, sagt «ECO»: «Die Wertschöpfung bei der Vermietung ist sicher höher als beim Verkauf.» Langfristig solle der Verleih für den Rückgang der Skiverkäufe kompensieren.

Von einer Zusammenarbeit mit reinen Online-Vermietern will Intersport nichts wissen. Und für den zunehmenden Preiswettbewerb sei Intersport gerüstet. Das Unternehmen stehe auch im Mietbereich für Qualität, Service und grosses Sortiment – auf den Preiskampf werde man sich nicht einlassen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ski-Markt – das hart umkämpfte Mietgeschäft

    Aus ECO vom 14.11.2016

    Jeder zweite Ski-Fahrer in der Schweiz kauft nicht Skis, sondern mietet sie. Das Mietgeschäft wurde bisher von Sporthändlern wie Intersport, Sportxx und Athleticum dominiert. Doch nun treten Online-Händler auf den Markt. Mit billigen Preisen attackieren sie die etablierten Ski-Shops und schneiden sich eine ordentliche Scheibe vom Geschäft ab.