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Nationalbank hält sich zurück SNB behält geldpolitischen Kurs bei

Legende: Video SNB: Weiter wie bisher abspielen. Laufzeit 01:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.03.2017.
  • Die SNB belässt den Negativzins auf Gelder, welche die Banken bei ihr kurzfristig deponieren, bei minus 0,75 Prozent.
  • Das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor bleibt laut SNB-Mitteilung ebenfalls unverändert zwischen minus 1,25 und minus 0,25 Prozent.
  • Den Franken hält die Notenbank weiterhin für deutlich überbewertet.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verändert trotz des wieder stärkeren Frankens wie erwartet die Negativzinsen nicht. Eigentlich hätte sie diese noch weiter ins Negative drücken müssen, um den Franken weniger attraktiv zu machen. Damit hätte sie aber wohl ihr letztes Pulver verschossen. Zudem belasten Negativzinsen grundsätzlich die Finanzbranche.

Frankenkurs nicht nur am Euro ausrichten

Die Notenbank bleibt aber weiterhin am Devisenmarkt aktiv, um den Franken zu schwächen. Dieser sei weiterhin «deutlich überbewertet», hält sie fest. Bei ihren Interventionen will sie aber die gesamte Währungssituation berücksichtigen und nicht nur den Kurs des Frankens gegenüber dem Euro. Dabei betont SNB-Präsident Thomas Jordan: «Wir haben sowohl bei den Zinsen als auch bei den Interventionen noch Spielraum.»

Die SNB warnt in ihrer jüngsten Lagebeurteilung auch vor «erheblichen» politischen Unsicherheiten, welche die Schweizer Wirtschaft belasten könnten. Etwa die von Donald Trump angekündigte Wirtschaftspolitik in den USA. Aber auch die anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland sowie die Brexit-Verhandlungen könnten einen Einfluss auf den Euro-Kurs haben. Und: «Wir haben auch eine gewisse Instabilität in Italien», sagt Jordan.

Etwas mehr Teuerung

Ihre Inflationsprognosen für die Schweiz haben die Währungshüter gegenüber Dezember leicht angepasst: Für 2017 sagen sie die Inflation neu mit 0,3 Prozent voraus (bisher 0,1 Prozent); für 2018 soll sie bei 0,4 Prozent liegen (0,5 Prozent). Die höhere Prognose für das laufende Jahr wird vor allem mit dem gestiegenen Erdölpreis begründet.

So funktioniert Geldpolitik

Die expansive Geldpolitik der Nationalbank hat das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen. Mit dem Negativzins und der Bereitschaft, am Devisenmarkt einzugreifen, will die SNB Anlagen in Franken weniger attraktiv machen. So soll der Franken – vor allem gegenüber dem Euro – wieder schwächer werden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Gut gibt es noch den Schweizer Franken. Gut können wir noch eine eigene Wirtschaftspolitik gestalten. Mit der Diskussion um die Vollgeld-Initiative wird der Schweizer Bürger die einmalige Chance erhalten, die Geldschöpfung unter demokratischer Kontrolle zu behalten. Kein anderes UNO Mitglied hat diese Möglichkeit. Kein anderes Volk kennt die direkte Demokratie. Kein Volk kann das Geldsystem demokratisieren, wie wir das können. Bleiben wir wachsam.
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