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Steuerersparnis Säule 3a nach Kanton
Aus ECO vom 25.11.2019.
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Sparen fürs Alter Ein Allheilmittel ist die Säule 3a nicht

«Spare in der Zeit, so hast Du in der Not», heisst es. Das beherzigen in der Schweiz immer mehr Menschen: So sind die 3a-Vorsorge-Gelder in den vergangenen Jahren auf über 100 Milliarden Franken gewachsen, Tendenz steigend. Über die Hälfte aller Angestellten ist laut einer Studie der CS mittlerweile in der Säule 3a investiert. Die Einzahlungen in die Säule 3a können von den Steuern abgezogen werden. Doch je nach Wohnkanton variiert die Steuerersparnis stark.

Steuerersparnis 2019 nach Kanton – Beispiel Einzelperson: 80'000 steuerbares Einkommen, reformiert

WohnortErsparnis bei 6826 Franken, in %Ersparnis bei 3000 Franken, in %
Aarau12.55.5
Appenzell11.44.9
Altdorf8.63.7
Bellinzona11.24.5
Basel-Stadt8.63.7
Bern10.04.3
Chur11.95.2
Genf12.45.4
Glarus11.15.0
Delémont10.44.9
Herisau11.54.9
Frauenfeld11.14.8
Fribourg11.74.8
Liestal13.15.8
Lausanne10.65.1
Luzern10.84.7
Neuchâtel11.24.9
Sarnen8.63.7
Schaffhausen12.95.9
Schwyz10.64.6
Sitten13.65.9
Solothurn11.34.9
Stans11.35.2
Sankt Gallen11.95.2
Zürich13.86.0
Zug17.37.5
Quelle: Kant. Steuerrechner*Steuerrechner ESTV 2018

Steuerersparnis 2019 – Beispiel Familie: 2 Kinder, steuerbares Einkommen 80'000, reformiert

Wohnort6826 Franken, in % 3000 Franken, in %
Aarau14.76.7
Altdorf8.63.7
Appenzell13.35.8
Basel*14.86.6
Bellinzona15.47.6
Bern10.24.4
Chur16.77.5
Delémont11.35.4
Frauenfeld15.76.8
Fribourg13.55.9
Genf32.814.8
Glarus*12.35.5
Herisau13.75.9
Lausanne10.95.1
Liestal13.46.0
Luzern11.94.8
Neuchâtel12.76.1
Sarnen16.77.2
Schaffhausen14.56.6
Schwyz11.54.9
Sitten14.76.4
Solothurn13.65.9
Stans13.86.0
St. Gallen16.07.5
Zürich14.16.1
Zug12.85.6
Quelle: Kant. Steuerrechner*Steuerrechner ESTV 2018

Zusätzliche Einnahmequelle im Alter

Auch Andreas Ramseier zahlt in die Säule 3a ein. Der 32-jährige arbeitet als regionaler Verkaufsleiter bei einer Schokoladenfirma. Seine Frau arbeitet in einem 60-Prozent-Pensum. Seit einem Jahr zahlt der zweifache Familienvater ein. «Seit ich eine Familie habe, wollte ich eine zusätzliche Einnahmequelle, wenn ich einmal pensioniert bin», sagt er.

Für die maximale Einzahlung von aktuell rund 6800 Franken reicht sein Einkommen nicht. Andreas Ramseier will dennoch weiter regelmässig investieren: «Ich erwarte, dass es nach der Pensionierung mehrere Einnahmequellen geben wird. AHV, Pensionskasse, Säule 3a, Erspartes und vielleicht noch eine Dividende», sagt er. «Ich hoffe einfach, dass wenn ich eine nicht habe oder zwei davon zu tief sind, ich das mit den anderen ausbalancieren kann. 3a ist ein Teil davon».

Werbung sehr optimistisch

Versicherungen und Banken bewerben das Ansparen mit 3a teils sehr optimistisch. Es diene «zur Schliessung einer möglichen Vorsorgelücke» (Bâloise), helfe «Einkommenslücken im Alter zu vermeiden» (AXA) oder «den gewohnten Lebensstandard zu halten» (ZKB). Die Schätzung von SRF ECO ergibt: Wer seit 2009 bis heute den Maximalbetrag auf ein verzinstes 3a-Sparkonto gezahlt hat (Annahme: 1 Prozent Zins pro Jahr), würde nun bei (gestaffelter) Auszahlung nach Steuern etwa 76'000 Franken erhalten.

Bei einem Bezug von 1000 Franken pro Monat reicht dieses Vermögen nach der Pensionierung rund 6 Jahre. Doch die Lebenserwartung steigt. Unter Umständen müsste das Geld viel länger reichen. Hinzu kommt, dass nur eine Minderheit den maximalen 3a-Betrag einzahlen kann. Gemäss Bundesrat sind es 13 Prozent aller Steuerzahlenden. Die Studie der CS nennt ein durchschnittliche 3a-Einzahlung in Genf von rund 1700 Franken, am oberen Ende, in Sarnen sind es 3300 Franken.

3a-Wertschriftenfonds statt Sparkonto

Mehr herausholen lässt sich in der Regel mit einem 3a-Wertschriftenfonds. Hierbei wird zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds unterschieden. Der Fondsmanager eines aktiv gemanagten 3a-Wertschriftenfonds versucht jeweils eine bessere Performance zu erreichen als der «Markt». Bei einem passiven 3a-Wertschriftenfonds investiert der Anleger üblicherweise in einen (marktnahen) Index. Die Performance wird nie besser sein können als die Marktentwicklung.

«Aktiv gemanagte» Säule-3a-Produkte, durchschnittlicher Aktienanteil 25 Prozent

NameGesamtkosten*Performance auf 10 JahreTotal Expense Ratio
BAP BVG-Mix 25 Plus (Bâloise Bank)11'555 CHF43%0.81%
CSA Mixta-BVG (CS)11'372 CHF36%1.20%
Migros Bank Fonds 25 V8644 CHF37%0.90%
Pension 25 (Postfinance)8367 CHF35%0.87%

Swiss Life BVG-Mix 2515'394 CHF51%0.58%
UBS (CH) Vitainvest World 25 U13'238 CHF36%1.41%
ZKB Swisscanto BVG Portfolio25 RT CHF10'238 CHF50%0.63%
* Anlagesumme: 100'000 CHF über 10 JahreQuelle: Moneyland

«Passiv gemanagte» Säule-3a Produkte, durchschnittlicher Aktienanteil 20 bis 25 Prozent

NameGesamtkosten*Performance auf 5 JahreTotal Expense Ratio
CSA Mixta-BVG Index 258799 CHF16%0.89%
Postfinance Pension 258367 CHF12%0.87%
ZKB Swisscanto (CH) Vorsorgefonds 20 Passiv VT8613 CHF13.5%0.42%
Zurich Target Investment Fund 25 Anteilklasse C13'321 CHF10%1.22%
* Anlagesumme: 100'000 CHF über 10 JahreQuelle: Moneyland

Benjamin Manz, Geschäftsleiter vom Online-Vergleichsdienst «Moneyland», hat kürzlich eine Auswahl solcher Fonds, die auch in Aktien investieren, veröffentlicht.

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Benjamin Manz über die Auswahl von Fonds
Aus ECO vom 25.11.2019.
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Er sagt dazu: «Bei Fonds geht man, je nachdem, wie viel Aktien der Fonds aufweist, ein höheres Risiko ein. Man sollte darum einen langen Atem von mindestens zehn Jahren haben, wenn man in einen Fonds investieren möchte». Doch die Zehn-Jahres-Performance aktiv gemanagter Fonds mit einem Viertel Aktienanteil variiert erheblich. Der beste erreicht 51 Prozent Plus, der schwächste 36 Prozent (siehe Tabelle).

Kosten im Vordergrund

Benjamin Manz rät ausserdem: «Viele Anleger tendieren dazu, dass sie auf die vergangene Performance der Fonds setzen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass diese keine Aussagekraft hat, wie sich der Fonds künftig entwickeln wird. Daher lieber zuerst dasjenige Risikoprofil auswählen, das zu einem passt. Und innerhalb dieses Profils dann den günstigsten Fonds wählen. Die Kosten der Fonds sind also wichtiger als die vergangene Performance». Und so schwanken die Gesamtkosten stark: Bei einer Anlage von 100'000 Franken sind es im günstigsten Fall etwa 8600 Franken, 15300 Franken kostet das teuerste Produkt, dies über zehn Jahre.

Der Versuchung widerstehen

Die Risiken eines Wertschriften-Fonds will Andreas Ramseier im Moment nicht eingehen. Denn für ihn hat beim 3a-Sparen noch etwas anderes Priorität: «Das Gute bei der Säule 3a ist, dass ich das Geld nur in drei Fällen vorzeitig beziehen kann – bei Hausbau, Wegzug ins Ausland oder Selbständigkeit. Das macht es spannend. Ich kann nicht jeden Monat etwas davon abheben. Sondern ich zahle stetig ein, im Dauerauftrag. In diesem Sinne spüre ich es gar nicht.» Einzahlungen in die Säule 3a für 2019 sind übrigens noch bis vor Weihnachten möglich.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Dieser Artikel ist für Kleinsparer nicht fördernd. Es ist doch wichtig, dass Leute mit kleinem Einkommen zum Sparen motiviert werden, auch wenn sie nur 2-3tausend Fr.(Jahr einzahlen. In 20 - 30 Jahren kommt eine Summe von 50-75tausend Fr. zusammen.
    Das einzige negative an der Sache ist, dass beim Berechnen einer KK- Prämienver-billigung in vielen Kantonen dieser Betrag aufgerechnet wird und damit fallen viele aus der Verbilligung raus.
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    1. Antwort von Timothée Mollet  (timoll)
      Bei einer Rendite von 4.7% (Durchschnittliche reale Rendite von globalen Aktien minus Gebühren von VIAC) sind nach 30 Jahren mit 3'000 pro Jahr 200'000 Franken auf dem 3a Konto. Fängt man schon mit 20 Jahren an, sind es 350'000 Franken. Das sind betrachtliche Summen.
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Mollet: Wer kann sich schon ab 20 das Abzweigen von 3000/J leisten? Das sind zur Hauptsache Träumereien. Ausserdem ist dieses Extremsparen äusserst problematisch wenn es in Mode kommt: Die Anlagen konkurrenzieren sich immer mehr und damit sinken die Renditen, oder es steigen die Risiken. Wenn schon solche Beträge übrig sind dann würden sie idealerweise in ein Eigenheim investiert.
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    3. Antwort von Timothée Mollet  (timoll)
      Entschuldigung, meine Berechnung gieng von jemandem der mit 24 oder 25 Jahren anfängt zu investieren. Dies sollte mit einer abgeschlossener Lehre oder Studium nicht ein grosses Problem darstellen.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    2% Armenabzüge bei den Superreichen und wir alle könnte ein Leben in Würde führen.
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  • Kommentar von Heinz Gerber  (rosenzeit)
    Nein, ein Allerheilmittel ist sie nicht, die Säule 3A - aber sie ist ein Teil der 3-Säulen-Strategie und als diese wertvoll. Ihr Bericht klingt für mich zu destruktiv, keine Ahnung, was Sie damit sagen wollen. Die erwähnte Fondsrendite von 36% für den schlechtesten und 51% für den besten Fonds in 10 Jahren ergibt immerhin einen jährlichen Zuwachs von 3,6%, respektive 5,1% - wo kriegen wir das sonst noch ? Ich habe von Beginn weg einbezahlt und nicht erst seit 2009 - und bin zufrieden.
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    1. Antwort von Christian Halter  (Asterix der Gallier)
      Der "Seich" ist bei Säule 3a mit Fonds nur: wenn man den Fonds aufllst sollte man wiederum auch mit zehen Jahren rechnen um einen guten Moment/Preis zu erwischen. Da die Säule ea aber ZWINGEND im Alter zwischen 60-65 Jahren aufgellst werden MUSS und man Pech hat, fällt man genau in eine Finanzkrise...und dann gute Nacht. Da sind die läppischen 10% Steuerersparnis schnell durch einen schlechten Verkaufskurs mehr als verloren! Ich investiere lieber privat in Fonds, die ich verkaufen kann wannimmer
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    2. Antwort von Timothée Mollet  (timoll)
      Man sollte den Zinseszins nicht vergessen 51% über 10 Jahre ist eine Rendite von 4.2%. Ein Portfolio mit 100% Aktien hat im gleichen Zeitraum über 12% Rendite erziehlt.
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Mollet: Es gibt auch Portfolios mit 100% Aktien die im Zeitraum 85% Verluste eingefahren sind. Das kann sich ausser bei den reichsten 10% in der CH prinzipiell niemand leisten.
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    4. Antwort von Timothée Mollet  (timoll)
      In den vergangenen 150 Jahren Gab es keine Periode über 20 Jahre bei denen Aktien keine Reale negative Rendite aufweisen. Es empfielt sich natürlich möglichst früh damit anzufangen damit das Risiko von Kursschwankungen minimiert wird.

      Der grösste Verlust der ein indexiertes 100% Portfolio in den letzten 80 Jahren eingefahren hätte währe um die 50% gewesen. Wenn man jedoch kontinuirlich investiert, besteht dieses Risiko nicht.
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    5. Antwort von Gerhard Pischel  (gerry-pi)
      @Christian Halter
      Ein Aufschub des Bezugs der 3. Säule (Wertschriftendepot) ist bis Alter 70 möglich (dies ist bei meinem Vermögensverwalter möglich). So kann man allfällige Marktschwankungen aussitzen. Ausserdem ist z.B. diese Anlagestrategie möglich: bis Alter 55/60 Aktienquote 40%, dann Wechsel zu Aktienquote 20% oder gar Übertrag ab 60 auf ein Bank 3a-Konto ohne Wertschriften.
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    6. Antwort von Gerhard Pischel  (gerry-pi)
      @Beat Reuteler
      Sie haben Recht. Aber bei einem seriösen Bank-Berater / Broker werden Sie aufgrund Ihrer geäusserten Bedenken und des erfassten Risikoprofils einer Anlagekategorie zugewiesen, die z. B. nur max. 0 - 20% Aktienquote vorsieht. Da ergeben sich durchschnittliche Schwankungsbreiten von z.B. nur + / - 6%
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