«Spare in der Zeit, so hast Du in der Not», heisst es. Das beherzigen in der Schweiz immer mehr Menschen: So sind die 3a-Vorsorge-Gelder in den vergangenen Jahren auf über 100 Milliarden Franken gewachsen, Tendenz steigend. Über die Hälfte aller Angestellten ist laut einer Studie der CS mittlerweile in der Säule 3a investiert. Die Einzahlungen in die Säule 3a können von den Steuern abgezogen werden. Doch je nach Wohnkanton variiert die Steuerersparnis stark.
Zusätzliche Einnahmequelle im Alter
Auch Andreas Ramseier zahlt in die Säule 3a ein. Der 32-jährige arbeitet als regionaler Verkaufsleiter bei einer Schokoladenfirma. Seine Frau arbeitet in einem 60-Prozent-Pensum. Seit einem Jahr zahlt der zweifache Familienvater ein. «Seit ich eine Familie habe, wollte ich eine zusätzliche Einnahmequelle, wenn ich einmal pensioniert bin», sagt er.
Für die maximale Einzahlung von aktuell rund 6800 Franken reicht sein Einkommen nicht. Andreas Ramseier will dennoch weiter regelmässig investieren: «Ich erwarte, dass es nach der Pensionierung mehrere Einnahmequellen geben wird. AHV, Pensionskasse, Säule 3a, Erspartes und vielleicht noch eine Dividende», sagt er. «Ich hoffe einfach, dass wenn ich eine nicht habe oder zwei davon zu tief sind, ich das mit den anderen ausbalancieren kann. 3a ist ein Teil davon».
Werbung sehr optimistisch
Versicherungen und Banken bewerben das Ansparen mit 3a teils sehr optimistisch. Es diene «zur Schliessung einer möglichen Vorsorgelücke» (Bâloise), helfe «Einkommenslücken im Alter zu vermeiden» (AXA) oder «den gewohnten Lebensstandard zu halten» (ZKB). Die Schätzung von SRF ECO ergibt: Wer seit 2009 bis heute den Maximalbetrag auf ein verzinstes 3a-Sparkonto gezahlt hat (Annahme: 1 Prozent Zins pro Jahr), würde nun bei (gestaffelter) Auszahlung nach Steuern etwa 76'000 Franken erhalten.
Bei einem Bezug von 1000 Franken pro Monat reicht dieses Vermögen nach der Pensionierung rund 6 Jahre. Doch die Lebenserwartung steigt. Unter Umständen müsste das Geld viel länger reichen. Hinzu kommt, dass nur eine Minderheit den maximalen 3a-Betrag einzahlen kann. Gemäss Bundesrat sind es 13 Prozent aller Steuerzahlenden. Die Studie der CS nennt ein durchschnittliche 3a-Einzahlung in Genf von rund 1700 Franken, am oberen Ende, in Sarnen sind es 3300 Franken.
3a-Wertschriftenfonds statt Sparkonto
Mehr herausholen lässt sich in der Regel mit einem 3a-Wertschriftenfonds. Hierbei wird zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds unterschieden. Der Fondsmanager eines aktiv gemanagten 3a-Wertschriftenfonds versucht jeweils eine bessere Performance zu erreichen als der «Markt». Bei einem passiven 3a-Wertschriftenfonds investiert der Anleger üblicherweise in einen (marktnahen) Index. Die Performance wird nie besser sein können als die Marktentwicklung.
Benjamin Manz, Geschäftsleiter vom Online-Vergleichsdienst «Moneyland», hat kürzlich eine Auswahl solcher Fonds, die auch in Aktien investieren, veröffentlicht.
Er sagt dazu: «Bei Fonds geht man, je nachdem, wie viel Aktien der Fonds aufweist, ein höheres Risiko ein. Man sollte darum einen langen Atem von mindestens zehn Jahren haben, wenn man in einen Fonds investieren möchte». Doch die Zehn-Jahres-Performance aktiv gemanagter Fonds mit einem Viertel Aktienanteil variiert erheblich. Der beste erreicht 51 Prozent Plus, der schwächste 36 Prozent (siehe Tabelle).
Kosten im Vordergrund
Benjamin Manz rät ausserdem: «Viele Anleger tendieren dazu, dass sie auf die vergangene Performance der Fonds setzen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass diese keine Aussagekraft hat, wie sich der Fonds künftig entwickeln wird. Daher lieber zuerst dasjenige Risikoprofil auswählen, das zu einem passt. Und innerhalb dieses Profils dann den günstigsten Fonds wählen. Die Kosten der Fonds sind also wichtiger als die vergangene Performance». Und so schwanken die Gesamtkosten stark: Bei einer Anlage von 100'000 Franken sind es im günstigsten Fall etwa 8600 Franken, 15300 Franken kostet das teuerste Produkt, dies über zehn Jahre.
Der Versuchung widerstehen
Die Risiken eines Wertschriften-Fonds will Andreas Ramseier im Moment nicht eingehen. Denn für ihn hat beim 3a-Sparen noch etwas anderes Priorität: «Das Gute bei der Säule 3a ist, dass ich das Geld nur in drei Fällen vorzeitig beziehen kann – bei Hausbau, Wegzug ins Ausland oder Selbständigkeit. Das macht es spannend. Ich kann nicht jeden Monat etwas davon abheben. Sondern ich zahle stetig ein, im Dauerauftrag. In diesem Sinne spüre ich es gar nicht.» Einzahlungen in die Säule 3a für 2019 sind übrigens noch bis vor Weihnachten möglich.