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Legende: Video Stadler goes America abspielen. Laufzeit 08:58 Minuten.
Aus ECO vom 27.05.2019.
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Stadler Rail goes America Peter Spuhler baut Züge im Autoland USA

Stadler Rail sucht Arbeiter für Grossaufträge in den USA. Das Problem: Handwerksberufe sind dort nicht beliebt.

«Jetzt müssen die Züge nur noch rechtzeitig fertig werden.» Peter Spuhler wiederholt den Satz einige Male während des Besuchs von «ECO» im neuen Werk von Stadler Rail in Salt Lake City. Es ist für den VR-Präsidenten eine der Herausforderungen in den USA.

Das Bussnanger Unternehmen baut 19 Züge für das Silicon Valley. Die Strecke von San Francisco nach San José wird elektrifiziert. Nächstes Jahr soll der erste Stadler-Zug testbereit sein.

Legende: Video Peter Spuhler bringt seine US-Crew auf Kurs. abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus ECO vom 28.05.2019.

Stadler hat in den USA Aufträge insgesamt in Milliardenhöhe gewonnen: ausser in Kalifornien auch in Texas und zuletzt in Atlanta. Dafür musste der Zugbauer den Grossteil der Produktion in die USA verlegen.

So verlangt es das US-Gesetz mit dem «Buy American Act». Dieser schreibt ausländischen Unternehmen vor, dass sie mindestens 60 Prozent der Wertschöpfung in den USA leisten, wenn bei Aufträgen Bundesgelder fliessen.

Handwerks-Berufe sind «gefährlich und schmutzig»

Eine der Aufgaben für Martin Ritter, Chef von Stadler, ist es, Zugbauer zu finden. Im nächsten Jahr soll das Personal für den Grossauftrag von Kalifornien von 200 auf 350 aufgestockt werden.

Deshalb bildet Stadler ab diesem Sommer Lehrlinge aus, zusammen mit dem Community College in Salt Lake City – angelehnt an das Schweizer Berufsbildungssystem. Es braucht Überzeugungskraft, junge Amerikaner für einen Handwerks-Beruf zu begeistern. Für viele ist das College das höchste Ziel.

Handwerksberufe würden in den USA heute falsch wahrgenommen, sagt Rick Bouillon, Vize-Präsident des Salt Lake Community College. Sie gälten als «schmutzig und gefährlich». Dabei seien von Handwerkern heute High-Tech-Kenntnisse gefordert. Sie sässen lange am Computer, bevor die praktische Arbeit beginne.

Legende: Video «Handwerks-Berufe werden in den USA falsch wahrgenommen», sagt Rick Bouillon vom Community College in Salt Lake City abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus ECO vom 28.05.2019.

Stadler hat bis jetzt 16 Lehrlinge für die dreijährige Ausbildung gefunden. In den USA müsse man «unbedingt nachsetzen», um die Berufsbildung zu verbessern, findet Peter Spuhler.

Legende: Video «Die erreichen nie Schweizer Niveau»: Peter Spuhler über die Berufsbildung in den USA abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus ECO vom 28.05.2019.

Die US-Aufträge sollen Stadler Rail (Gesamtumsatz 2018: 2 Mrd. Franken) bald jährlich 250 Millionen Franken Umsatz bringen. Stadler baut vor allem Züge für den Nahverkehr in Grossstädten und urbanen Agglomerationen.

Zaghaftes Umdenken der Amerikaner

Der öffentliche Verkehr in den USA hat ein Imageproblem. «Generell ist es leider oft so, dass er von denen genutzt wird, die sich kein Auto leisten können», sagt Finanzprofessor Alfred Mettler, der seit 20 Jahren in den USA lebt und heute an der University of Miami lehrt.

Doch mit dem Verkehrskollaps in vielen US-Metropolen ist ein Umdenken erkennbar. «ECO» testet, zusammen mit Alfred Mettler, ein neues Bahnprojekt in Florida. Die Reportage:

Legende: Video Wiederentdeckung des öffentlichen Verkehrs abspielen. Laufzeit 07:45 Minuten.
Aus ECO vom 27.05.2019.

Fazit des neuen Zugprojekts: Dichtestress herrscht in den Zügen, von Miami nach West Palm Beach, nicht. Ganz im Gegenteil: Die Auslastung ist noch tief. Anschlussmöglichkeiten, etwa an Flughäfen, fehlen noch.

Das Projekt, mitfinanziert vom milliardenschweren britischen Unternehmer Richard Branson, sei erst am Anfang, sagt ein Sprecher von Virgin Trains USA zu «ECO». «Die Mobilitäts- und Technologietrends sowie das Umweltdenken» spiele ihnen in die Hände. Man wolle die Florida-Strecke bis nach Orlando ausbauen und peile auch andere Regionen in den USA an.

Alfred Mettler im Zug in Miami
Legende: Finanzprofessor Alfred Mettler: «Die USA bleiben ein Autoland.» Harry Stitzel / SRF

Peter Spuhler ist zuversichtlich, was die Zukunft der Eisenbahn in den USA anbelangt: für Metrozüge in Gross-Agglomerationen, aber auch im lange vernachlässigten Intercity-Verkehr: «Da merkt man immer mehr, dass er zurückkommt».

Peter Spuhler feiert Werk-eröffnung in den USA
Legende: Peter Spuhler in Festlaune - im neuen Stadler-Werk in den USA Harry Stitzel/SRF
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11 Kommentare

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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Auch im Eisenbahn-Rollmaterial-Bereich sind schon andere (Welt)-Firmen in den USA präsent. Das beste Beispiel ist Siemens, mit Strassenbahnen (aka Light Rail) und Lokomotiven. Bei ersteren haben sie ein Beinahe-Monopol.

    Auch die Züge (Lokomotiven und Wagen) von Brightline/Virgin stammen von Siemens.
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Das kommt schon gut, wenn die Amerikaner mal auf einen Zug aufspringen ist er nicht mehr so schnell zu stoppen.
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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Zum Projekt in Florida: dies ist eine rein private Angelegenheit, und hat mit Vorortsverkehr nichts zu tun; es gibt zwischen Miami und West Palm Beach einen Vorortsverkehr im Stundentakt, welcher weitaus günstiger ist als Virgin/Brightline.

    Virgin/Brightline sind zur Zeit am Bauen der Fortsetzung von West Palm Beach nach Orlando (Flughafen) und Kissimmee (Disney World), und die Zielkundschaft sind Touristen, zum Teil zusammen mit Disney Cruises.
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