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Inländervorrang wird verschärft
Aus Tagesschau vom 23.10.2019.
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Stellenmeldepflicht ausgedehnt Vom Inländervorrang sind nun auch Pizzaioli betroffen

Künftig müssen Unternehmer ihre offenen Stellen dem RAV melden, bevor sie diese öffentlich inserieren dürfen.

Wer einen Pizzaiolo, eine Geografin oder eine Komödiantin sucht, darf das Stelleninserat künftig nicht ohne Weiteres öffentlich ausschreiben. Der Arbeitgeber muss die offenen Jobs zuerst bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden. Denn ab dem 1. Januar 2020 fallen neu auch jene Berufe unter die Stellenmeldepflicht, die schweizweit eine Arbeitslosigkeit von 5 Prozent oder höher aufweisen – und dazu gehören unter anderem Pizzaioli, Geografinnen oder Komödiantinnen, wie eine der «Tagesschau» vorliegende Liste des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigt. Bisher lag der Schwellenwert bei 8 Prozent.

Stellenmeldepflicht

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Die Stellenmeldepflicht wurde per 1. Juli 2018 für die Umsetzung der Forderungen der Masseneinwanderungs-Initiative eingeführt. Durch sie soll das Potenzial der inländischen Arbeitskräfte besser genutzt werden. Denn die Stellenmeldepflicht sieht vor, dass Arbeitgeber gewisse offene Stellen zuerst bei regionalen Arbeitszentren (RAV) melden müssen, bevor sie diese öffentlich ausschreiben können. Dieses Publikationsverbot dauert fünf Arbeitstage. So sollen die beim RAV gemeldeten Stellensuchenden einen zeitlichen Vorsprung bekommen.

Betroffen sind derzeit jene Berufe, deren Arbeitslosigkeit mindestens 8 Prozent beträgt. Ab dem 1. Januar 2020 wird der Schwellenwert auf 5 Prozent gesenkt.

Besonders kritisch gegenüber der Stellenmeldepflicht ist die Gastrobranche. «Die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative ist immer noch ein Bürokratie-Monster», sagt Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse. Mit der neuen, tieferen 5-Prozent-Schwellenmarke sind nun noch mehr Berufe betroffen, insgesamt aber weniger Arbeitgeber. Das habe auch mit der momentan guten Lage auf dem Arbeitsmarkt zu tun, teilt das Seco auf Anfrage mit.

Küchenhilfen und Küchenchefs werden getrennt

Neben dem neuen Schwellenwert revidiert der Bund die Berufsnomenklatur. Hilfsköche, Küchengehilfen und Küchenchefs etwa werden ab Januar 2020 als einzelne Berufe gezählt und bilden nicht mehr die zusammenfassende Kategorie «Küchenpersonal».

Casimir Platzer forderte diese Unterteilung zwischen Fachkräften und Hilfspersonal schon länger. Denn das Gastgewerbe musste durch die grobe Kategorisierung auch für jene Stellen ein Publikationsverbot hinnehmen, die unter Fachkräftemangel litten. «Das war mühsam und ein totaler Leerlauf», sagt Platzer.

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GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer über die Stellenmeldepflicht
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Weiter müssten laut Platzer die regional unterschiedlichen Arbeitslosenquoten berücksichtigt werden. So unterstützt Gastrosuisse eine Motion von Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR), welche die Arbeitslosenquoten regional statt national aufschlüsseln will.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von L. Leuenberger  (L.L.)
    Inländervorrang wird verschärft, ist eine falsche Ausage, denn es gibt keinen Inländervorrang. Mit der PFZ ist ein Inländervorrang verboten, das gilt als Diskriminierung Bürger aus der 500 Mio EU. Nur die Stellenmeldepflicht wird verschärft. Eine Anstellungspflicht und irgend eine Bevorzugung der CH-er gibt es nicht.
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Das haben halt Viele auch noch nicht begriffen!
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    2. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Diese Aussage erstaunt jetzt aber schon sehr. Nach Lesart der SVP wäre doch eine konsequente Umsetzung der MEI problemlos möglich gewesen ohne die Bilateralen (und die PFZ) zu tangieren.
      Das würde ja bedeuten, dass es der SVP immer nur um die Kündigung der Bilateralen ging.
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    3. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      Stimmt haargenau. Der Ausdruck "Inländervorrang" ist eine Vorgaukelung falscher Tatsachen. Kein deutscher HR-Heini interessiert sich für vom RAV gemeldete Stellensuchende, er ist nach wie vor völlig frei in der Personalrekrutierung.
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  • Kommentar von L. Leuenberger  (L.L.)
    Und schon wieder eine rosa-rote Brille anziehen und in die von Wirtschaft, Politik und Medien gewünschte Realität eintauchen. Unsere Realität ist anders:keine Kontrolle, wieviel der aus dem Ausland neu angestellten Personen wirklich eine Notwendigkeit waren und warum den 45+jährigen CH-ern eine Kündigung zugestellt wurde. Ein Überschuss von überqualifizierten CH-rn. Unternehmen haben nur Melde-, keine Anstellungspflicht. Die Wirtschaft erzielt Gewinne und die Politik steht gut da vor Brüssel .
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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Die Frage ist natürlich, ob das RAV irgend etwas anzubieten hat.
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