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Steuern hinterzogen? UBS-Filialen in Deutschland durchsucht

  • Kunden der UBS in Deutschland müssen erneut vor der Steuerfahndung zittern.
  • Die Staatsanwaltschaft Bochum hat wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung seit Dienstag zahlreiche Büros der Grossbank durchsucht.
  • Die UBS erklärte, es seien keine Unterlagen beschlagnahmt worden. «Es gibt derzeit kein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter der UBS Europe.»

Bis zu 130 Staatsanwälte und Steuerfahnder rückten aus, wie die Anklagebehörde mitteilte. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität in Bochum führe Ermittlungen «gegen eine Vielzahl von Beschuldigten aus dem gesamten Bundesgebiet». Gegen die Beschuldigten bestehe der Verdacht, Erträge aus Kapitalanlagen bei der UBS in ihren Einkommens- oder Erbschaftssteuererklärungen «pflichtwidrig nicht angegeben zu haben».

Steuer-CD als Grundlage

Basis der Ermittlungen sei ein Datensatz mit rund 2000 UBS-Kunden eines Informanten, den das Bundesland Nordrhein-Westfalen gekauft hatte. Dieser sei durch das Finanzamt und Steuerfahnder ausgewertet worden. Die Durchsuchungen hätten bereits am Dienstagvormittag begonnen und seien am Mittwoch weitergegangen. Die UBS erklärte am Mittwochnachmittag, dass die Durchsuchung inzwischen beendet worden sei. Die Schweiz hatte den Kauf dieser Datensätze als Bruch des Bankgeheimnisses scharf kritisiert.

Nordrhein-Westfalen hat seit 2010 mehrfach Datenträger mit Insider-Informationen über Steuerhinterzieher gekauft. Auch bei der Staatsanwaltschaft Köln laufen Verfahren gegen internationale Geldinstitute und deren Niederlassungen, bestätigten Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind.

Sieben Milliarden Euro

Die Daten waren Schweizer Banken entwendet worden. Die Datensätze hatten dem Fiskus nach Angaben des damaligen Finanzministers Walter-Borjans (SPD) bis zu sieben Milliarden Euro zusätzlich durch Nachforderungen und Selbstanzeigen eingebracht. Auch die neue schwarz-gelbe Landesregierung hatte den Ankauf neuer CDs nicht ausgeschlossen.

Für die Staatsanwaltschaft Bochum ist die Schweizer Grossbank keine Unbekannte. Im Jahr 2014 hatte UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung 300 Millionen Euro zahlen müssen, die Bank hatte sich mit den Anklägern auf diese Summe verständigt.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Meier (Epikur)
    Einmal mehr, uns wird sicher seine Gründe haben. Die Heuchelei daran ist einfach,dass man nur auf schweizer Banken losgeht, weil mans mit denen ja machen kann, da die Schweiz weder willens, noch fähig ist, sich wirklich zu wehren. Englische, französische und deutsche Banken sind in noch viel dubiosere Geschäfte verwickelt,werden aber mit Samthandschuhen angepackt, da es ja die `eigenen` sind. Dieses Muster zeichnet sich ab. Die USA darf alle schröpfen, die EU die kleineren..und die CH niemanden.
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    1. Antwort von Sebastian Demlgruber (SeDem)
      Wer solche dubiosen, diffusen, pauschalen Anschuldigungen gegen englische, französische und deutsche Banken in die Welt setzt, ohne sie mit Beispielen zu untermauern, muss mit dem Vorwurf von Fake News leben. Also: Beweise?
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  • Kommentar von Alain Terrieur (Imhof)
    ...DAS Bankgeheimnis verhalf auch die "SCHWEIZ" als reichstes Land der Welt zu erscheinen, ABER bei Problemen wie heut' oder 2008/09 - DEMOKRATIE EINSCHALTEN: DAS VOLK & DER KUNDE ZAHLT!!!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Nicht schon wieder. Lernt die UBS nie dazu. Schande für die Schweiz. Zahlen die so gerne Bussen auf Kosten der Kunden falls der Verdacht sich erhärtet?
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