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Niemand hat mehr Millionärinnen und Millionäre als die Schweiz
Aus HeuteMorgen vom 25.11.2019.
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Steuern und Abgaben Schweiz Einen Grossteil unseres Wohlstands bezahlen die Reichen

Was tragen Millionäre eigentlich zum Schweizer Wohlstand bei? Ein Forscher hat dies untersucht.

Kein anderes Land der Welt hat eine höhere Dichte an Millionären und Millionärinnen als die Schweiz, nämlich über eine halbe Million. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» hat für sie wie jedes Jahr eine eigene Ausgabe vorbereitet. Christian Frey hat berechnet, was die wohlhabenden Menschen zum Wohlstand der restlichen Schweizerinnen und Schweizer beitragen. Frey arbeitet bei Economiesuisse und an der Universität Luzern.

Um es vorwegzunehmen: Ohne die Reichen wäre unser Wohlstand deutlich geringer. Das hat vor allem mit dem progressiven Steuersystem und mit der AHV zu tun.

Steuersystem: Wer mehr verdient, bezahlt mehr

Bei den Steuern gilt: Wer mehr verdient, zahlt mehr. Aber es ist überproportional mehr. «Die einkommensstärksten ein Prozent der Bevölkerung erzielen zwar 11 Prozent aller Einkommen, bezahlen aber 24 Prozent der Einkommenssteuern», sagt Frey aufgrund seiner Studienergebnisse.

Freys Untersuchung zeichnet ein Gesamtbild aller Einkommenssteuern. Darin enthalten sind Bundessteuern, Kantons- und Gemeindesteuern. Nimmt man den Steuerbeitrag der reichsten 10 Prozent unter die Lupe, dann wird das Bild sogar noch deutlicher: «Die einkommenstärksten zehn Prozent bezahlen die Mehrheit aller Einkommenssteuern in der Schweiz.»

Mehr als 50 Prozent der Ausgaben für Schulen, Spitäler, Strassen, Züge und weitere öffentliche Aufgaben kommen also von den einkommensstärksten 10 Prozent.

AHV: Gedeckelte Renten, aber ungedeckelte Beiträge

Damit nicht genug, denn diese 10 Prozent der Reichsten leisten auch einen grossen Beitrag an die AHV. Damit werde AHV zu einer eigentlichen Reichensteuer, so Frey. «Die AHV-Renten sind gedeckelt. Es gibt eine Maximalrente. Doch die Lohnbeiträge sind nicht gedeckelt. Die bezahlt man aus dem gesamten Einkommen.» Insbesondere die Spitzenverdiener leisteten einen grossen Beitrag, so Frey.

Wer zum Beispiel pro Jahr eine Million Franken verdient, zahlt jährlich 42000 Franken in die AHV ein. Wer nur 50000 Franken pro Jahr verdient, zahlt 2100 Franken ein. Der Einkommensstarke kriegt im Alter aber nicht mehr Rente als der Einkommensschwache.

Vermögenssteuer ist noch progressiver

Nicht untersucht hat Christian Frey die Vermögenssteuern. Ein Vergleich ist da schwieriger, weil es auf Bundesebene keine Vermögenssteuer gibt.

Weil die Vermögenssteuern aber noch progressiver ausgestaltet sind als die Einkommenssteuern, zahlen die Reichsten auch den grössten Teil der sieben Milliarden Franken Vermögenssteuern, die die Schweiz jährlich einnimmt.

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132 Kommentare

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  • Kommentar von Jos Schmid  (Jos Schmid)
    … und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.
    Bertolt Brecht
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  • Kommentar von Michael Suter  (Michel)
    "Einen Grossteil unseres Wohlstands bezahlen die Reichen". Und wer erarbeitet ihn?
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Psst, nicht weiter sagen, Herr Suter, es gibt noch Einige, die glauben an den Geldstorch oder an gewisse Werbungen, wo man Nötli des Nachts eifrig arbeiten sieht....
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    2. Antwort von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
      Könnte es sein, dass sie kein Bankkonto haben, Frau Kunz? Psst nicht weitersagen, aber was sind Zinsen?
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    3. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Könnte es sein, das Zinsen etwas ist das aus weniger mehr machen will? Eine Art alchemistischer Prozess, Herr Anreiner? Könnte es auch sein, dass viele, viele Menschen einen Teil ihrers Arbeitsleben hergeben, um für der Investoren Zinsen aufzukommen. Oder ist es etwa gar so, dass ganz Nationen und deren Menschen in die Armut getrieben werden, weil da Privatbanken von der EZB günstig Geld kriegen, dass sie dann mit Zins und ZinsesZinsen den Staaten ´leihen'?
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    4. Antwort von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
      Sehen sie, jetzt sind sie auf dem richtigen Gedankenpfad. Solange Geld in sich selber vermehrt wird, durch Transaktionen wie sie es beschrieben haben, und deren gibt es noch viel mehr, solange werden sie das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich nicht durchbrechen. Finanz- und Geldsystem müssen verändert werden, damit Gier und Überfluss bekämpft werden kann.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Herr Rechsteiner: Ist Ihre Frage an mich gerichtet? Wenn ja, folgendes: Natürlich hört es sich als Schimpfen gegen die Reichen an. In erster Linie ist es ein Beklagen des Systems, dass die Schere-Reich-Arm (sogar trotz der Progression bei den Steuern) schnell weiter auseinandergeht. Reiche können viel Vermögen anhäufen (sehr niedere Vermögenssteuern!!), während z. B. "gewöhnliche" Büezer manchmal - trotz guter Arbeitsleistung- kaum genug für eine Familie haben. Finden Sie das gerecht?
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    1. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Herr von Känel, mit der (Un-) Gerechtigkeit ist es halt so eine Sache. Das Leben ist nun mal nicht immer gerecht. Es gibt halt reiche/arme, gescheite/weniger gescheite, glückliche/unglückliche, fleissige/faule etc. Menschen. Dafür immer die Reichen anzuprangern ist nicht fair. Es gibt Leute, die sind verdientermassen reich geworden und es gibt Scharlatane die sind unverdientermassen reich. Ich bin überhaupt nicht neidisch auf reiche Leute, was man von Linken nicht sagen kann.
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    2. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Gr von Känel, leider kann ich Ihnen nicht antworten. Meine Kommentare werden sehr häufig nicht veröffentlicht.
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    3. Antwort von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
      Sie haben Recht Herr Rechsteiner, hier wird redaktionel so sehr eingegriffen und diskusionen durch nicht erscheinen einer Antwort abgewürgt und einseitig veröffentlicht, dass ein Leser ein ganz komisches Bild bekommen muss. Es ist auch hier so sehr manipuliert, dass es manchmal schwierig ist zu akzeptieren, dass dies ein Staatsdienst ist. Auch das wird sicher nicht veröffentlicht.
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