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Strategie überarbeitet Europäische Zentralbank ändert Inflationsziel

  • Europas Währungshüter verschaffen sich beim Thema Inflation mehr Spielraum.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt künftig für den Euroraum eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an, wie die Notenbank mitteilte.
  • Das veränderte Inflationsziel ist ein Kernergebnis der Überprüfung der geldpolitischen Strategie, welche die seit 1. November 2019 amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde angestossen hatte.
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Archiv: Lagarde erste Frau an EZB-Spitze
Aus SRF News vom 28.10.2019.
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Das ist zwar etwas höher als die bisher veranschlagten «unter, aber nahe zwei Prozent». Zugleich jedoch wird die EZB bei ihrem Bestreben, mittelfristig Preisstabilität im Währungsraum der 19 Staaten sicherzustellen, künftig zumindest zeitweise «moderat über dem Zielwert» liegende Inflationsraten akzeptieren.

Mit einem solchen «symmetrischen» Inflationsziel ist die Notenbank nicht mehr unmittelbar zum Reagieren gezwungen, sollten die Inflationsraten zeitweilig nach oben oder nach unten von dem prozentualen Ziel abweichen.

Die Euro-Währungshüter empfehlen zudem, künftig auch die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien mit in Berechnung der Inflationsrate aufzunehmen, die für sie ein zentraler Gradmesser für ihre Geldpolitik ist. Dies sieht die EZB jedoch als längeren Prozess.

Hauptziel bleibt Preisstabilität

Das Hauptziel der Notenbank ist ein ausgewogenes Preisniveau – im Jargon der Währungshüter: Preisstabilität. Dies sieht die EZB am ehesten gewährleistet, wenn die Preise im Euroraum moderat steigen. Daher wurde schon bei Gründung der EZB im Juni 1998 ein Inflationsziel mit Abstand zur Nullmarke gewählt. Allerdings lag die Teuerungsrate im Euroraum seit 2013 oft deutlich unter der Zwei-Prozent-Marke. Und das, obwohl die EZB seit Jahren gewaltige Summen billiges Geld in die Märkte pumpt und die Zinsen auf Rekordtief hält.

Kritiker werfen der EZB daher schon lange vor, sich mit ihrem starren Inflationsziel in eine Sackgasse manövriert zu haben und fordern mehr Spielraum.

SRF4 News, 08.07.2021, 16:00 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von reto brunner  (BRe)
    Wir sind Gefangen in dieser 0 Zinspolitik. Inflation kann nicht gesteuert werden. Die Bilanzen der Zentralbanken werden unmöglich zurückgeführt ohne dass die Finanzmärkte kollabieren… man hat es gesehen- 2018 in den USA - lächerlich, die FED hat lediglich ihre immense Bilanz un einige Milliarden gekürzt und den Zins angehoben - die Märkte erlebten einen der schlimmsten Ausverkäufe im 4. Quartal. Die Notenbanken sind im Teufelskreis und kommen da nicht mehr raus… einsehen tun es die Akteure nicht
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Weshalb nicht Gleiches wie USA in EU machen?
  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Die Güter des Verbraucherpreis Indexes entsprechen schon lange nicht mehr der Realität. Somit sind die publizierten Zahlen nicht mehr relevant.