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Strategische Neuausrichtung Post verkauft französische Carpostal – mit grossem Verlust

  • Die französische Wettbewerbsbehörde hat für den Verkauf von CarPostal France grünes Licht gegeben.
  • Mit dem Verkauf von CarPostal France beendet die Post das Engagement von Postauto in Frankreich.
  • Ihr entsteht ein Verlust von rund 19 Millionen Franken auf den Buchwerten.
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Aus dem Archiv: Das Engagement der Post in Frankreich
Aus ECO vom 19.02.2018.
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Die Post habe mit dem französischen Unternehmen Keolis AG eine Käuferin gefunden, die über einen guten Ruf verfüge und eine sozialverträgliche Eingliederung von Carpostal France vorsehe, teilte die Schweizerische Post mit.

Übernahme aller Gesellschaften

So übernehme die Tochter der französischen Staatsbahn SNCF alle Gesellschaften, inklusive Betriebspersonal und Fahrzeuge. Beides entspreche den von der Post gewünschten Voraussetzungen für den Verkauf von Carpostal. Der Verkauf sei Teil der strategischen Neuausrichtung von Postauto.

Keolis übernimmt Carpostal France zu einem Unternehmenswert von rund 62 Millionen Schweizer Franken. Verkauft würden die Aktien von Carpostal France SAS inklusive 18 Tochtergesellschaften. Aus dem Verkauf verzeichne die Post einen Verlust von voraussichtlich rund 19 Millionen Franken auf den Buchwerten, wie es hiess.

Der negative Effekt aus der Währungsumrechnung betrage 14 Millionen Franken. Dieser sei auf die Entwicklung des Euro-Franken-Kurses seit dem Kauf zurückzuführen.

Auch im Ausland nicht sauber abgerechnet

Die Post hatte bereits im Mai angekündigt, Carpostal France zu verkaufen. Bereits vor dieser Ankündigung hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) das Risikomanagement der Post im Fall von Carpostal France kritisiert.

Im Sommer 2018 war bekannt geworden, dass die Post auch im Ausland nicht sauber abgerechnet hatte. Wegen unzulässiger Subventionen musste sich Carpostal France mit über sechs Millionen Euro freikaufen.

Die Rentabilität von Carpostal France sei schon in früheren Jahren unbefriedigend gewesen, hiess es im entsprechenden EFK-Bericht. Mit 19 Millionen Franken Kapitalerhöhungen und 57 Millionen Franken Schulden gegenüber dem Konzern sei eine Rendite im Frankreich-Geschäft immer unrealistischer geworden.

Rückzug als Risiko eingestuft

Trotzdem sei Carpostal France vom Konzern bis Ende 2017 als «Chance» statt als Risiko eingestuft worden. Der Rückzug aus dem Frankreich-Geschäft wurde von der Finanzkontrolle als Risiko eingestuft.

Die Post war seit 2004 in Frankreich im Bereich des Personenverkehrs tätig. Carpostal France betreibt im Osten und Südosten von Frankreich acht Stadtnetze sowie Regionalverkehrslinien in sechs Departementen. Das Unternehmen beschäftigte 2017 gut 1100 Mitarbeitende und betrieb 750 Fahrzeuge. Der Umsatz belief sich auf rund 107 Millionen Franken.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    Das Problem ist die Privatisierung. Es wird behauptet duch konkurrenz werde es billiger. Das gegenteil ist war. Früher als PTT und Telefon zusammen waren klappte es prima. Doch die Privatisierung brachte neue Player auf den Plan die nur noch nach Provit lechzten.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Da geht euer Geld flöten. Die quasi Staatsbetriebe wie die Post, SBB und auch die Swisscom werfen euer Geld zum Fenster raus und ihr zuckt nicht mit der Wimper.
    Das geht nur im Kartell Schweiz.
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Der Kauf eines Unternehmens ist ein strategischer Entscheid, der im Verantwortungsbereich des Verwaltungsrates ist. Dass Ex-CEO Susanne Ruoff ihren Job ungenügend gemacht hat und deshalb den Hut nehmen musste, ist das eine. Susanne Ruoff hat aber nicht die STRATEGISCHEN Fehler des Verwaltungsrates gemacht. Wann endlich werden Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller und Co. in die Pflicht genommen? Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Post wird völlig zu unrecht mit Samthandschuhen angefasst!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Vor allem die Geschäftsleitung von Postauto wurde mit Samthandschuhen angefasst.
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